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Der Sommer ist da, ebenso die EURO 2020 - die Fußball-EM, die wegen Corona ein Jahr später stattfindet. Es ist das letzte Turnier für den Bundestrainer, danach hört Joachim Löw auf. Nach 17 Jahren beim DFB. Zeit für den Blick zurück auf eine Ära.

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Joachim Löw - das Ende einer erfolgreichen Ära

Der Sommer ist da, ebenso die EURO 2020 - die Fußball-EM, die wegen Corona ein Jahr später stattfindet. Es ist das letzte Turnier für den Bundestrainer, danach hört Joachim Löw auf. Nach 17 Jahren beim DFB. Zeit für den Blick zurück auf eine Ära.

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  • BR24 Sport

Die Fußball-Europameisterschaft wird in elf europäischen Städten ausgetragen. Mit Zuschauern, auch wenn die meisten Stadien wegen Corona nur teilweise gefüllt sein werden. In München dürfen 14.000 Fans die drei Gruppenspiele der deutschen Nationalmannschaft live verfolgen.

Für Bundestrainer Joachim Löw ist es nach 17 Jahren das letzte Turnier. Anschließend wird Hansi Flick sein Amt übernehmen. Die ARD-Sportreporter Martin Roschitz und Burkhard Hupe haben Löw und das DFB-Team seit vielen Jahren begleitet - bis zuletzt ins Trainingslager in Tirol und ins EM-Quartier nach Herzogenaurach. Die beiden haben mit dem scheidenden Bundestrainer im persönlichen Gespräch Bilanz gezogen und unter anderem auch einen der wichtigsten Spieler in seiner Amtszeit befragt: Bastian Schweinsteiger, einer der Weltmeister von Rio de Janeiro 2014.

Jogi hat es geschafft, die Nationalmannschaft wieder dorthin zu bringen, wo wir Deutsche uns auch sehen - also an die Spitze. Da hat er ganz klar eine große Verantwortung dafür gehabt. Ich durfte mit ihm die Weltmeisterschaft 2014 gewinnen, das verbindet einen natürlich sehr. Für mich gehört er in meiner Karriere zu den Top 3-Trainern, die ich hatte!" Bastian Schweinsteiger
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8. Juli 2006: Jürgen Klinsmann und Joachim Löw (rechts) freuen sich über den dritten Platz bei der Fußball-WM 2006 in Deutschland.

Co-Trainer bei der Heim-WM 2006

Einer, der langjährigen Wegbegleiter von Joachim Löw ist Jürgen Klinsmann. Im Januar 2000 saßen beide im Klassenzimmer beim Trainer-Lehrgang nebeneinander, vier Jahre später nahmen die beiden Ex-Stürmer auf der Trainer-Bank beim DFB Platz und führten die deutsche Nationalmannschaft durch eine hervorragende Heim-WM 2006. Die Auftritte der Nationalmannschaft begeisterten Fußball-Deutschland. Unter der Leitung des Duos wurde der dritte Platz eingefahren.

"Ja, wenn ich an Jogi denke, dann denke ich immer an eine wundervolle Zeit in der Nationalmannschaft, vor allem an ganz spannende zwei Jahre zwischen 2004 und 2006. Aber auch an eine lange, lange Freundschaft. Wir verstehen uns blind, würde ich mal sagen - in dem, wie wir denken, was wir tun. Und wir sind nach wie vor viel in Kontakt." Jürgen Klinsmann
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Oliver Bierhoff, Andreas Köpcke, Bundestrainer Joachim Löw und Hansi Flick mit dem WM-Pokal auf der Fan-Meile in Berlin.

Löws größter Erfolg: Der Weltmeistertitel 2014

Mit dem Triumph über Argentinien im WM-Finale 2014 ist Löw in die deutsche Fußball-Geschichte eingegangen. Der 61-Jährige wird in einem Atemzug genannt mit den Weltmeister-Trainern Sepp Herberger, Helmut Schön und Franz Beckenbauer. Der gebürtige Schönauer, der in seiner Amtszeit auch Fehler gemacht und dunkle Momente erlebt hat, hat auch den Fans und Journalisten so manches Rätsel aufgegeben. Man denke an das Debakel 2018 von Russland oder die voreilige Ausbootung der Nationalspieler Thomas Müller, Mats Hummels und Jérôme Boateng.

Die letzten Jahre wurden zu einem Balanceakt für den Coach. Die öffentliche Kritik setzte Löw schon auch zu - mehr, als er offen eingestehen wollte und natürlich vor allem dann wenn es nicht lief. Zuletzt nagte der Vorwurf der Arroganz sehr an ihm.

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Nationaltrainer Joachim Löw

Der richtige Zeitpunkt für den Abschied

Nun ist Schluss für Löw. An seiner Entscheidung, jetzt das Amt zu übergeben, hat der 61-Jährige keine Zweifel: "Wehmut schwingt nicht mit, überhaupt nicht. Ich weiß, es ist mein letztes Turnier, aber das war ja auch so meine Entscheidung, ich bin mit der Entscheidung im Reinen, die Entscheidung habe ich mir so auch eine Weile überlegt." Die Europameisterschaft soll zum Abschluss seiner Bundestrainer-Karriere nochmal ein absolutes Highlight mit einem versöhnlichen Abschluss werden. Und sollte es nicht der Titel werden, kann er trotzdem stolz sein auf den langen Weg, den er ging.

" Jetzt mit einem tollen Turnier auch zu gehen, das ist das, was wir anstreben. Das ist für mich aber kein Unterschied zu den anderen Turnieren. Aber das wäre natürlich ein schöner Abschluss." Bundestrainer Joachim Löw