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Jimmy Hartwig: Corona als "Chance, das DFB-Image neu aufzubauen" | BR24

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Seit 2013 unterstützt Jimmy Hartwig den deutschen Fußball-Bund als Botschafter für Integration und Fair Play. In Blickpunkt Sport mahnte der ehemalige Nationalspieler den Profifußball, in der Corona-Pandemie nun endlich neue Wege zu gehen.

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Jimmy Hartwig: Corona als "Chance, das DFB-Image neu aufzubauen"

Seit 2013 unterstützt Jimmy Hartwig den Deutschen Fußball-Bund als Botschafter für Integration und Fair Play. In Blickpunkt Sport mahnte der ehemalige Nationalspieler den Profifußball, in der Corona-Pandemie nun endlich neue Wege zu gehen.

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Von
  • Cristina Krüger

Das Ausmaß der Diskussionen um die Sonderstellung des Fußballs findet Jimmy Hartwig "teilweise überspitzt". Der DFB-Funktionär stellte sich dabei hinter Hansi Flick und seine Kritik an der Corona-Politik. "Er hat Recht. Wir haben so viele Probleme, gerade im Amateurbereich", pflichtete er dem FC Bayern- Trainer bei. Gerade Kinder müssten draußen Sport treiben dürfen, "duschen müssen sie ja nicht im Vereinsheim, das können sie daheim".

Anstatt in der Pandemie Themen zu diskutieren, die man ohnehin nicht abschätzen könne, solle der DFB lieber nach vorne schauen, denn: "Die Corona-Krise ist eine Chance, das Image des deutschen Fußball-Bundes wieder neu aufzubauen", stellte Hartwig klar.

Interne Probleme beim DFB

Dabei denkt der 66-Jährige vor allem an den Nachwuchsbereich und diverse soziale Stiftungen. Denn Hartwig trifft in seiner Aufgabe als DFB-Integrationsbotschafter und Fair Play-Beauftragter häufig "auf Widerstand" - vor allem in den eigenen Kreisen. "Beim DFB gibt es einen Zirkel, um Jogi Löw, Oliver Bierhoff und ein paar andere junge Trainer. Die leben alle in ihrer eigenen Welt, da kommt man nicht rein. Das ist sehr schade", erklärte Hartwig die Hürden, mit denen er zu kämpfen hat.

"Ich bin nur für Landesverbände und die Ehrenämtler beim DFB da. Für die lohnt es sich, zu arbeiten". Jimmy Hartwig.

Entfremdung von Fans nimmt zu

Hartwig kritisierte außerdem den fehlenden Respekt, den Fußball-Profis ihren Fans gegenüber an den Tag legen. "Die meisten Spieler vergessen, dass die Zuschauer da draußen das Geld bringen", unterstrich der ehemalige TSV 1860 München-Spieler seine Forderung den Fans "auf Augenhöhe" zu begegnen. Eine entsprechende Taskforce könnte Abhilfe schaffen, allerdings sei es unbedingt notwendig "Betroffene einzubeziehen": Die Basis nämlich, die Ehrenämter in den kleinen Vereinen.

Fußball als integrativer Katalysator

Dem "Integrationsfaktor Fußball" schrieb er dabei eine weltweit wichtige Funktion zu. Und Hartwig weiß, wovon er spricht: Aufgewachsen in armen Verhältnissen als Sohn eines G.I. und einer Offenbacherin wurde er selbst Opfer von Fremdenfeindlichkeit. Die Anoymität des "versteckten Rassismus" auf Social-Media-Kanälen stellt seiner Meinung nach ein besonders großes Problem dar - in der Gegenwart und in der Zukunft.

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