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Jens Lehmann: "An dieses Spiel wird man sehr lange denken" | BR24

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Als Nationaltorhüter bekam Jens Lehmann die Anfänge von Joachim Löw aktiv mit, nun beobachtet er als frischgebackener Aufsichtsrat das Fußballgeschehen. In Blickpunkt Sport analysierte er unter anderem die Vorgehensweise des Bundestrainers.

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Jens Lehmann: "An dieses Spiel wird man sehr lange denken"

Als Nationaltorhüter bekam Jens Lehmann die Anfänge von Joachim Löw aktiv mit, nun beobachtet er als frischgebackener Aufsichtsrat das Fußballgeschehen. In Blickpunkt Sport analysierte er unter anderem die Vorgehensweise des Bundestrainers.

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Von
  • BR24 Sport
  • Cristina Krüger

Spätestens seit dem 0:6-Debakel der deutschen Nationalmannschaft gegen Spanien ist klar: Die von Bundestrainer Joachim Löw ausgerufene "neue Ära" ist ins Stocken geraten. Grundsätzlich befürwortet Jens Lehmann Löws Herangehensweise, der vor allem jungen Spielern die Chance geben will. "Das darf aber keine Entschuldigung sein. Der Fan will Erfolge sehen, ob mit jungen oder alten Spielern ist egal", erklärte der ehemalige Nationaltorhüter im Interview.

Kroos nicht geeignet als Kapitän

In Lehmanns Augen kommt Toni Kroos "derzeit nicht infrage", die Kapitänsbinde zu übernehmen und damit Manuel Neuer abzulösen. "Das muss in der Persönlichkeit stecken. Es gibt Spieler, von denen hört man viel außerhalb, die hört man aber nie in der Mannschaft", so der 51-Jährige über den Mittelfeldspieler. Die Entscheidung Löws, mit Thomas Müller, Jérôme Boateng und Mats Hummels auf gleich drei erfahrene Spieler zu verzichten, müsse man laut Lehmann akzeptieren. Dennoch: "Einen Spieler im Team zu haben, der andere coachen kann ist sehr wichtig. Wenn man zwei davon hat - noch besser", äußerte der "beste Torhüter Europas" von 2006. Umso wichtiger sei es, dass "gestandene Spieler wie Manuel Neuer viel organisieren".

Lehmann erwartet Spannung in der Bundesliga

Im Hinblick auf die Bundesliga erwartet Lehmann einen spannenden Kampf in der Liga. "Mit Leipzig und Leverkusen kann da viel passieren", so der 51-Jährige. Dass Dortmund dieses Jahr am Favoriten FC Bayern vorbeizieht, hält der ehemalige Nationaltorwart dennoch für unwahrscheinlich. "Solange Bayern immer gewinnt, werden sie sie nicht so richtig ernst nehmen. Dortmund gewinnt die wichtigen Spiele einfach nicht", so Lehmanns Einschätzung. Dennoch könnte es den Bayern zum Verhängnis werden, sollten sie durch den extrem eng getakteten Spielplan müde werden.

Neuer Posten als Aufsichtsrat

Seit diesem Sommer widmet sich Lehmann seiner neuen Aufgabe als Aufsichtsrat bei Hertha BSC. Er tritt damit die Nachfolge von Jürgen Klinsmann an, da Investor Lars Winter einen Zuständigen wollte, der "nah am Fußball ist und das Produkt auf dem Platz kennt", so Lehmann. Seine Zielsetzung: "Wir hoffen, dass Hertha guten Fußball spielt, dann haben wir wenig zu tun. Derzeit geht es darum, dass es wieder nach oben geht". Mit Klinsmann habe er wenig Kontakt, weil Lehmann sich so wenig wie möglich beeinflussen lassen wollte. Teamgeist sei für ihn das wichtigste, weshalb er sich auch gut vorstellen kann, langfristig wieder ein Traineramt zu übernehmen.

Ich möchte der Hertha meine Erfahrung weitergeben und ihnen zeigen, wie man schwierige Spiele gewinnt. Jens Lehmann
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Die 0:6-Niederlage der deutschen Nationalmannschaft gegen Spanien sorgt weiterhin für hitzige Diskussionen. Bundestrainer Joachim Löw erhält viel Rückendeckung von Oliver Bierhoff.