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Jahn Regensburg sieht Existenz trotz Corona bislang gesichert | BR24

© BR / Meike Föckersperger

Bislang kommt der SSV Jahn Regensburg vergleichsweise gut durch die Corona-Krise.

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    Jahn Regensburg sieht Existenz trotz Corona bislang gesichert

    Der SSV Jahn Regensburg ist trotz Corona-Krise derzeit finanziell gut aufgestellt. Das sagten die Verantwortlichen bei einer Online-Veranstaltung des Regensburger Presseclubs. Doch das könnte sich ändern.

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    Von
    • Marcel Kehrer

    Fußball-Zweitligist SSV Jahn Regensburg sieht sich durch die Corona-Pandemie nicht in seiner wirtschaftlichen Existenz gefährdet. Das betonten Geschäftsführer Christian Keller und Vorstandsvorsitzender Hans Rothammer am Donnerstagabend in einer Online-Veranstaltung des Regensburger Presseclubs. Man habe sich auf die Pandemie-Saison eingestellt, sei bei den Ausgaben sehr diszipliniert und habe in den vergangenen Jahren ein Polster aufbauen können.

    Sollte die Pandemie allerdings auch in der kommenden Saison noch andauern, halten die Funktionäre härtere Maßnahmen für unvermeidlich. Dann müsste man "diverse Aspekte im Geschäftsmodell hinterfragen", so Keller. Außerdem fürchten beide, dass dann das Interesse am Fußball abnehmen würde.

    Einbußen von etwa 30 Prozent

    Der Jahn, der im vergangenen Jahr noch 24,5 Millionen Euro Umsatz gemacht hat, rechnet in der aktuellen Saison mit Einbußen von rund 30 Prozent. Demnach musste der Jahn Kunden entgegenkommen, die im derzeit leeren Jahnstadion Werbung gebucht hatten. Daneben seien die TV-Erlöse um 13 Prozent zurückgegangen, weil man auch hier "mit Medienpartnern Lösungen für ausgefallene Leistung finden musste", so Keller.

    Zweimal wöchentlich Corona-Tests

    Dennoch habe man beim Jahn bislang keine Kurzarbeit und keine öffentlichen Hilfen in Anspruch genommen, betonte Vorstandsvorsitzender Rothammer: "Wir kommen da durch", versicherte er für die Saison 2020/21. Diese werde der Jahn möglicherweise mit einer schwarzen Null, vielleicht mit einem kleinen Minus abschließen. Die Jahn-Mannschaft wird zweimal wöchentlich auf Corona getestet. Das kostet jede Woche 3.200 Euro, verriet Geschäftsführer Christian Keller. Bei 40 Testwochen seien das 128.000 Euro, ein "Wahnsinn".

    Keller: "Geschäftsmodell Profifußball ist krank"

    Die Corona-Pandemie hat laut Keller Missstände offenbart: "Das Geschäftsmodell Profifußball ist aus meiner Sicht krank. In vielerlei Hinsicht, seit Jahren." Keller, zugleich Sportlicher Leiter des SSV Jahn, führte aus: "Wenn Clubs, die über Jahre hinweg Umsätze im dreistelligen Millionenbereich generieren, dann innerhalb von vier bis acht Wochen fast die Segel streichen müssen, dann muss man schon hinterfragen, wie kann das sein, dass da alles so spitz auf Knopf genäht ist. Das geht eigentlich nicht."

    Wesentliche Ursachen aus seiner Sicht: "Die Gehälter sind aus dem Ruder geraten. Die Beraterhonorare sind teils vogelwild." Der Jahn habe - ohne Pandemie - ein sehr gesundes Geschäftsmodell, so Keller, "weil wir in mancherlei Hinsicht auch extrem langweilig sind, zum Beispiel bei den Spielergehältern". Die aktuelle Saison "einigermaßen heil zu überstehen" werde eine Herausforderung. "Also es ist echt eine harte Saison, wirtschaftlich."

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