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Nicht zufrieden mit dem Saisonstart: Peter Jackwerth.

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    Ingolstadt-Boss Jackwerth: "Bei mir beginnt die Uhr zu ticken"

    Der Aufsteiger FC Ingolstadt 04 schlittert als Vorletzter in die Krise in der 2. Fußball-Bundesliga. Vorstandsboss Peter Jackwerth erhöht den Druck auf den vom Nachwuchs- zum Proficoach beförderten Roberto Pätzold sowie Neu-Manager Malte Metzelder.

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    • BR24 Sport

    Peter Jackwerth sprach immer mal wieder von seinem "Baby", wenn er den Fußballverein FC Ingolstadt 04 meinte. Der Vorstandsboss der Ingolstädter hat den Verein schließlich 2004 mitgegründet. Über die Jahre ist er immer in leitender Funktion beim Klub geblieben, hat zeitweise sogar einen Bundesliga-Klub aus den Oberbayern gemacht.

    Manager Metzelder mahnt zur Ruhe, Jackwerth besorgt

    Mittlerweile ist der FCI wieder Zweitligist, jüngst erst aufgestiegen aus der 3. Liga. Aber nach sieben Spieltagen und lediglich einem Sieg ist er nur Vorletzter, die Konkurrenten Holstein Kiel (15.), SV Sandhausen (16.) und Erzgebirge Aue (18.) haben bereits Trainerwechsel hinter sich. Und so langsam wächst auch die Nervosität beim FCI und seinem "Papa" Jackwerth. In einem Interview mit dem Donaukurier äußerte er Zweifel am neuen Kurs, den der FCI vor Saisonbeginn einschlug.

    "Die Vereinsführung und der Aufsichtsrat haben sich bisher komplett rausgehalten, weil wir mit dem neuen Weg auch uns ein bisschen entlasten wollten. Aber bei mir persönlich beginnt jetzt die Uhr zu ticken, dass ich mich wieder einschalten muss", sagte der 64-Jährige. Er wird wohl nicht mehr lange tatenlos zuschauen.

    "Die 3. Liga war eine Lehre für uns. Ich will da nicht mehr hin." Peter Jackwerth

    Neu-Manager Malte Metzelder hatte noch in dieser Woche zur Negativserie gesagt: "Es gibt nichts schönzureden, aber auch keinen Grund, um in Panik zu verfallen. Genau das ist die Kunst, wenn es mal nicht läuft: Wir brauchen immer die Balance zwischen offener Kritik, Anspannung und der nötigen Lockerheit."

    Jackwerth kritisiert auch Trainer Pätzold: "Mal andere Wege gehen"

    Auch der Vorstandsvorsitzende sieht die Schanzer mit vier Punkten noch im Rahmen. Er wünscht sich angesichts der vielen Gegentore ("Das ist die Krux") allerdings dringend auch eine angepasste Spielweise. Das risikoreiche System von Trainer Roberto Pätzold könne man spielen, "aber nicht mit unserer derzeitigen Besetzung", also ohne verletzte Leistungsträger wie die erfahrenen Profis Marcel Gaus, Kapitän Stefan Kutschke oder Marc Stendera.

    "Außergewöhnlich viel Verletzungspech" führte Metzelder zuletzt auch als Grund für die Misere an - neben dem neuen Trainerteam, der neuen Philosophie und neuen Kickern. Der Technische Direktor Florian Zehe hielt jedoch dagegen. "Wir müssen stabiler und konstanter werden und dafür die richtigen Hebel finden."

    Auch Plätzold griff die Verletztenliste auf: "Die Fans können sich sehr darauf freuen, wenn wir mal aus dem Vollen schöpfen können." Er empfahl, Ruhe zu bewahren. Zu Jackwerth bemerkte der Trainer: "Peter hat sehr viel geleistet für den Verein und versucht immer wieder, alle Prozente zu mobilisieren". Es sei auch "wichtig, den Finger in die Wunde zu legen".

    Endspiel-Stimmung vor dem Heimspiel gegen Düsseldorf

    Jackwerth bemängelte mit Blick auf das Management um Malte Metzelder und die neuen Spieler, "dass die Neuzugänge zu spät gekommen sind". Das Heimspiel gegen Düsseldorf am Samstag (13.30 Uhr in der Radio-Livereportage) stufte der Vereinsgründer folgerichtig als "richtungsweisend" dafür ein, "ob wir in der Lage sind, uns als Team neu zu formieren und mal andere Wege zu gehen". Es klingt nach Endspiel-Stimmung, bei Jackwerth wächst die Sorge um sein "Baby".

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