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Eishockey: Ice Tigers ohne Form - und bald ohne Sponsor? | BR24

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Die Fans der Nürnberg Ice Tigers durchleben derzeit unruhige Zeiten Deswegen hatten sie am Freitag nach dem 1:0-Sieg gegen Krefeld gehofft, dass die lange Niederlagenserie endlich vorüber ist. Doch in Straubing gab es schon wieder eine Niederlage.

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Eishockey: Ice Tigers ohne Form - und bald ohne Sponsor?

Der Sieg gegen Krefeld scheint vorerst nur ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen zu sein. Am Sonntag (12.01.2020) kamen die Nürnberg Ice Tigers in Straubing mit 2:5 unter die Räder. Dennoch glauben die Verantwortlichen an eine Zukunft in der DEL.

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Nach dem 1:0-Erfolg über die Krefeld Pinguine am Freitagabend hatten viele Fans der Nürnberg Ice Tigers gedacht, der Bann wäre gebrochen. Doch die darauf folgende 2:5-Niederlage in Straubing hat gezeigt, dass die Krise noch längst nicht überwunden ist. Unterdessen betonen die Verantwortlichen aber, dass es auch im kommenden Jahr DEL-Eishockey in Nürnberg geben wird. Auch wenn die derzeitige sportliche Misere das Unterfangen nicht einfacher mache.

Viele unnötige Fehler

Das Engagement und ein erster Hauch des neuen Selbstbewusstseins waren in Straubing zu sehen, die alten Nürnberger Fehler dann aber auch. Sicherlich kann man darüber streiten, ob die Strafzeiten, die die Nürnberger nach ihrer 1:0-Führung (Torschütze Will Acton) kassierten, zurecht ausgesprochen wurden. Dass es aber durchaus Möglichkeiten gegeben hat, den Puck aus der Gefahrenzone zu befördern, bevor die Straubinger Felix Schütz und Marcel Brandt ihre Powerplays nutzten, um ihrerseits aus einem 0:1-Rückstand eine 2:1-Führung zu machen, ist dagegen unstrittig.

Peinliches Überzahlspiel

Zumal die Nürnberger im Schlussabschnitt bei eigener doppelter Überzahl die Möglichkeit hatten, wieder auszugleichen. Als T.J. Mulock und Mike Connolly aber zeitgleich auf der Straubinger Strafbank saßen, waren es nicht die Nürnberger, sondern die Niederbayern die trafen: Antoine Laganière sorgte mit dem 3:1 in der 41. Minute für die Vorentscheidung. Auch wenn Chris Brown die Ice Tigers noch einmal heranbrachte – von diesem Schlag konnten sich die Nürnberger nicht mehr erholen. Jeremy Williams und Mike Connolly stellten bis zur 46. Minute den 5:2-Endstand für Straubing her.

Niederlagenserie erschwert die Suche nach Investoren

Die Nürnberg Ice Tigers haben mittlerweile neun ihrer letzten zehn Spiele verloren. Nicht gerade eine Empfehlung für neue Sponsoren. Die werden gebraucht, denn bekanntlich stellt ja der langjährige Namensgeber Thomas Sabo sein Engagement zum Ende der laufenden Saison ein.

Sportchef: Für die Zukunft zuversichtlich

Ice Tigers Sportchef André Dietzsch mag aber die derzeitige sportliche Schieflage nicht mit der Zukunftsfrage verknüpfen. "Was die Zukunft angeht, sind wir absolut zuversichtlich. Jetzt konzentrieren wir uns zunächst auf die aktuelle Saison und da liegt unser Fokus auf den Play-offs", sagt Dietzsch – wohl wissend, dass die Nürnberger diese mit dem aktuellen Tabellenplatz 11 verfehlen würden. Die Hoffnungen liegen nun aber auf zwei Spielern, die ab dem kommenden Wochenende zum Einsatz kommen sollen: Jim O'Brien und Jack Skille. O'Brien war eigentlich als Schlüsselspieler für diese Saison verpflichtet worden, verletzte sich aber in der Vorbereitung schwer. Skille wurde in der vergangenen Woche nachverpflichtet.

Neue Hoffnungsträger

Den beiden Stürmern wird einiges zugetraut. Auch wenn Trainer Kurt Kleinendorst davon ausgeht, dass sie einige Spiele brauchen werden, um Praxis zu sammeln. Denn Skille war zuletzt inaktiv und wollte seine Karriere im Alter von 32 Jahren beenden. Letztlich habe es sich der US-Amerikaner, der es auf 368 Einsätze in der NHL gebracht hat, aber anders überlegt. Abgesehen von der fehlenden Wettkampfpraxis müsse man sich aber keine großartigen Gedanken um seinen Zustand machen, so Kleinendorst: "Jack ist ein Fitness-Freak", berichtet der Ice Tigers-Coach über den Neuzugang.

Saison ohne Play-offs passt nicht zu Nürnberg

So soll das Saisonziel Play-offs eben spät in der Saison doch noch erreicht werden. "Eine Saison ohne Play-offs passt nicht zu Nürnberg", sagt Wolfgang Gastner, der Geschäftsführer der Ice Tigers. Auch Gastner betont, dass es in der kommenden Saison mit dem DEL-Eishockey in Nürnberg weitergehen werde. Allerdings räumt er auch ein, dass seine Zuversicht durch die jüngste Niederlagenserie etwas getrübt worden ist.

"Einige Gesprächspartner sagen jetzt: Warten wir mal ab, wie ihr euch schlagt. Es bleibt dabei, dass ich sehr zuversichtlich bin, dass es in der nächsten Saison DEL-Eishockey in Nürnberg geben wird. Die Sache ist nur: Wenn dir ein paar Sponsoren abspringen, wird es mit der schlagkräftigen Truppe schwieriger, weil du beim Budget Einbußen hast. Dann muss man sehen, dass man eine Mannschaft bekommt, die zumindest fähig ist, in der DEL zu spielen." Wolfgang Gastner, Geschäftsführer Ice Tigers Nürnberg

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