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Hygienekonzepte im Sport: Was tun gegen Corona-Mutanten? | BR24

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Florian Kainzinger: "Die entscheidende Frage ist: Ist ein erhöhtes Risiko durch eine Mutation mit einer höheren Ansteckungsfähigkeit auch im Sport gegeben?"

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Hygienekonzepte im Sport: Was tun gegen Corona-Mutanten?

Das Fußball-Spiel im DFB-Pokal zwischen Jahn Regensburg und Werder Bremen musste abgesagt werden. Mehrere Spieler wurden positiv auf die britische Corona-Mutation getestet. Braucht der Sport insgesamt nun neue Hygienekonzepte? Ein Experte antwortet.

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Insgesamt acht Personen aus dem Umfeld des SSV Jahn Regensburg sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Laut dem Landratsamt Regensburg wurde bei mindestens vier von ihnen eine hochansteckende Virusmutation nachgewiesen. Bei der Nordischen Ski-WM gab es jetzt aktuell drei Corona-Fälle.

Deshalb stellt sich insgesamt die Frage für den Sport, ob die Hygienekonzepte überarbeitet werden müssen.

Längere Infektiosität bei Mutation

Florian Kainzinger aus Fürstenfeldbruck berät mit seinem Unternehmen "Think.Health Hygiene Solutions" Sportverbände und -vereine während der Corona-Krise und arbeitet aktiv an der Erstellung von Hygienekonzepten mit, die ohnehin regelmäßig überprüft und neu ausgerichtet werden. Er sagt: "Die entscheidende Frage ist: Ist ein erhöhtes Risiko durch eine Mutation mit einer höheren Ansteckungsfähigkeit auch im Sport gegeben?" Erste Studien aus den USA deuteten daraufhin, dass für die Mutationen eine längere Infektiosität bestehe, das heißt, dass Menschen mit der Corona-Mutation länger für andere Menschen ansteckend sind als beim ursprünglichen Covid19-Virus.

"Keine wesentlichen Auswirkungen"

Kainzinger sieht das als vergleichsweise gute Nachricht und erwartet, "dass das keine wesentlichen Auswirkungen für den Sport hat." Weil, wie er erklärt, "wir durch die regelmäßigen Testungen die Infektionsfälle alle relativ früh finden und damit vor ihrer Infektiosität in den meisten Fällen schon aus dem Mannschaften rausnehmen können." Insofern spiele der längere Ansteckungszeitraum keine große Rolle und er rechnet, wenn sich die Ergebnisse bestätigen, mit keinen wesentlichen Veränderungen.

Teams und Spieler in Quarantäne

In allen Sportarten musste zuletzt immer wieder Teams und Spieler in Quarantäne - ob Thomas Müller vom FC Bayern oder die ganze Mannschaft des Basketball-Bundesligisten s.Oliver Würzburg. Was schon fast zum Sport dazugehört, dürfte von den Mutationen nicht maßgeblich beeinflusst werden: "Ich glaube nicht, dass die Wahrscheinlichkeit höher oder geringer ist als in den letzten Monaten auch", meint Kainzinger. Allerdings gelte es anhand neuer Studien und Erkenntnisse die Hygienekonzepte einer fortlaufenden Prüfung zu unterziehen, so Kainzinger weiter.

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Dr. Florian Kainzinger berät diverse Sportligen und Sportarten u.a. Fußball und Biathlon und ist maßgeblich am Hygienekonzept beteiligt, dass den Sport gerade möglich macht.