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Hoeneß hört wohl beim FC Bayern auf: Spekulationen um die Gründe | BR24

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Nicht ist mehr, wie es war beim FC Bayern. "Ich war schockiert", sagt Uli Hoeneß zur Kritik bei der Jahreshauptversammlung des Vereins. Der FCB-Präsident zeigt sich danach dünnhäutig und droht indirekt mit Rückzug.

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Hoeneß hört wohl beim FC Bayern auf: Spekulationen um die Gründe

"Ich habe mal gesagt: Das war's noch nicht!", sagte Uli Hoeneß vor nicht allzu langer Zeit dem Klubmagazin "51", doch "der Tag ist nicht mehr fern, an dem ich sage: Das war's!" Nun ist es offenbar soweit. Über die Gründe des Rückzugs wird spekuliert.

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Will Uli Hoeneß mit 67 Jahren etwas kürzer treten? Oder war die heftige Kritik auf der Jahreshauptversammlung im vergangenen Jahr mit Auslöser für diese Entscheidung? Denn in den früheren Jahren war es der Bayern-Präsident gewohnt, dass ihm gehuldigt wurde. Doch 2018 wurde er ausgepfiffen und ausgebuht.

Hoeneß: "Nicht mehr mein FC Bayern"

Gegenüber BR Sport äußerte sich Hoeneß zwei Tage nach der Versammlung: "So etwas habe ich noch nicht erlebt, und ich hoffe, dass sich das wieder ändert, sonst ist das nicht mehr mein FC Bayern. Denn das ist etwas, was ich nicht akzeptiere." Es sei ein Versuch gewesen, "meinen tadellosen Ruf als Manager, Vorstand und Präsident zu beschädigen", sagte er weiter. Hoeneß kündigte damals bereits in BR Sport an, dass er in aller Ruhe die nächsten Wochen und Monate beobachten werde, wie sich das alles entwickelt,.

"Ich werde mir viele Gedanken machen und entscheiden, was ich will und was nicht. Dieser Abend geht nicht spurlos an einem vorüber und man kann nicht zur Tagesordnung übergehen." Uli Hoeneß

Vor allem FC-Bayern-Mitglied Johannes Bachmayr habe Hoeneß "schockiert". Bachmayr übte in seiner Generalabrechnung Kritik an der inzwischen legendäre Pressekonferenz mit der Medienschelte im Oktober, dem Umgang mit Ehrenspielführer Paul Breitner, Hoeneß' Wortwahl und einiges mehr.

Markus Othmer: "Anfeindungen haben ihn extrem getroffen"

Auch Markus Othmer sieht in diesen Vorgängen einen möglichen Grund für den Rückzug: "Fakt ist, dass ihn die Kritik und Anfeindungen auf der Mitgliederversammlung im November extrem getroffen haben. Mit der Heftigkeit der Vorwürfe hat er nicht gerechnet", sagte der BR-Sportreporter im ARD-Morgenmagazin.

"Ich kann mir gut vorstellen, dass Hoeneß sich im November 2019 dem nicht erneut aussetzen will". Markus Othmer
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Der bislang unkommentierte Rückzug von Uli Hoeneß vom Amt der FC Bayern Präsidenten lässt Platz für Spekulationen, sagt BR-Reporter Markus Othmer. Für ihn ist der "Zeitpunkt überraschend, dass es an die Öffentlichkeit kommt."

Hoeneß: "Man ist nicht unersetzlich"

Fakt ist aber auch, dass Uli Hoeneß ein Familienmensch ist. Im Mai sagte er, dass er mit seiner Frau Susi in Ruhe über seine FC-Bayern-Zukunft entscheiden wolle. Er deutete an, dass der Zeitpunkt für ein neues Kapitel "bald passen wird." Kann er loslassen? Ja, sagte Hoeneß damals.

"Irgendwann müssen Karl-Heinz und ich hier die Plätze freimachen. Man darf sich nicht einbilden, dass man unersetzlich ist." Uli Hoeneß