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Hoeneß, Dahlmeier, Neureuther: 2019 - das Jahr der Rücktritte | BR24

© picture alliance/dpa/BR

Dirk Nowitzki, Anna Schaffelhuber, Uli Hoeneß, Felix Neureuther, Bastian Schweinsteiger und Laura Dahlmeier (v. links n. rechts)

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Hoeneß, Dahlmeier, Neureuther: 2019 - das Jahr der Rücktritte

Viele bayerische Legenden sind in diesem Jahr abgetreten: Ob Ski-Liebling Felix Neureuther, Biathlon-Ass Laura Dahlmeier oder Bayern-Präsident Uli Hoeneß - sie alle hinterlassen viele Erinnerungen und große sportliche Momente. Ein Rückblick.

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Felix Neureuther - der Liebling der Fans verlässt den Skizirkus

Bei der letzten Fahrt seiner Karriere verpasste er das Podest nur um 0,27 Sekunden - doch das spielte für Felix Neureuther keine Rolle mehr: Als einer der besten deutschen Skirennläufer aller Zeiten ließ er sich Mitte März im sonnenüberfluteten Zielraum von Soldeu feiern und gönnte sich einen großen Schluck Sekt. Sein letztes Rennen. Hochemotional mit Tränen. Er, der Weltmeister, 13-fache Weltcup- und mehrfache Gesamtweltcup-Sieger, bleibt den Fans immerhin als TV-Experte des Bayerischen Rundfunk und der ARD erhalten.

Ansonsten kümmert er sich um seine Stiftung oder andere geschäftliche Projekte. Und genießt als Familien- und Bergmensch die Alpen in seiner Heimat Garmisch-Partenkirchen. Langweilig wird dem 35-Jährigen sicher nicht.

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Was macht ein ehemaliger Skirennläufer nach der Karriere: Baggerfahrer? Rettungsschwimmer? Sänger? Felix Neureuther sucht einen neuen Job - und wird nach zahlreichen Pleiten am Ende bei einem kuscheligen "Schneeflockensender" fündig.

Bastian Schweinsteiger - wie ein guter Wein

Acht Mal Meister, sieben Mal Pokalsieger, Champions-League-Sieger, Weltmeister: Bastian Schweinsteiger hat in seiner Fußballkarriere alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Der Weltstar aus Oberaudorf war dabei auf wie abseits des Platzes immer Vorbild, Kumpeltyp und Publikumsliebling. Und ist mit den Jahren, wie ein guter Wein, vom lustigen "Schweini" zum charakterstarken Bastian gereift.

Unvergesslich die Szene, als er sich bei der WM 2014 blutend mit Platzwunde übers Feld kämpfte und bis zum Abpfiff nach jedem Ball grätschte. Dass der FC Bayern München ihn 2015 einfach so gehen ließ, haben viele Fans nicht verstanden. Nach einer durchwachsenen Zeit in Manchester, fand er in der amerikanischen Major League Soccer bei Chicago Fire ein quasi kaiserliches Karriereende. Und auch privat sein Glück: Schweinsteiger ist seit 2016 mit der Ex-Tennisspielerin Ana Ivanovic verheiratet - und zweifacher Papa.

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Weltmeister, Champions-League-Sieger, achtmaliger Deutscher Meuister, siebenfacher Pokalsieger - Bastian Schweinsteiger hat seine großartige Profikarriere beendet.

Dirk Nowitzki - eine Basketball-Legende geht

Er wird als der bislang beste deutsche Basketballer in die Geschichte eingehen: Dirk Nowitzki beendete nach 21 Jahren in der NBA bei den Dallas Mavericks seine einzigartige Basketballkarriere. Der Würzburger hatte 2011 als bislang einziger Deutscher den NBA-Titel geholt und brachte es 14-mal zum Allstar und ist mit 31.560 Punkten die Nummer sechs der ewigen Scorerliste. Die Stadt Dallas ehrte "Dirkules" nach seinem Karrierende mit dem "Nowitzki-Way".

Der 2,13-Meter-Mann hatte auch im Nationaldress Erfolge: 2002 holte er WM-Bronze und 2005 EM-Silber. Nowitzki erhielt in der NBA nach der Saison 2006/07 als erster Europäer den Preis für den wertvollsten Spieler (MVP) der Saison.

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Dirk Nowitzki plaudert bei der Präsentation seiner Biografie "The Great Nowitzki" über sein neues Leben. Vor allem genieße er es, faul und undiszipliniert sein zu dürfen, besonders was die Ernährung angeht.

Laura Dahlmeier - emotionaler Brief zum Abschied vom Biathlonsport

Keine strapaziösen Biathlon-Rennen mehr, keine lästigen Dopingkontrollen und auch kein unnötiger Terminstress - die Entscheidung für das Karriereende glich einer Erlösung. "Es ist Zeit, Servus zu sagen! Nach einer unfassbar harten Saison voller Höhen und Tiefen verspüre ich nicht mehr die hundertprozentige Leidenschaft, die für den Profisport erforderlich ist", schrieb sie über ihren Rücktritt in einem emotionalen Brief - der trotz ihrer 25 Jahre alles andere als überraschend kam.

In den vergangenen Wintern hatte die Doppel-Olympiasiegerin und siebenmalige Weltmeisterin immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, vom Rummel um ihre Person war sie nie ein Fan. Ihre Teilnahme bei der Berglauf-WM im fernen Argentinien bezeichnete Dahlmeier, die künftig bei ausgewählten Weltcups das Team des ZDF als Expertin unterstützen wird, wohl auch deshalb als "wunderschön".

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Rund fünf Monate nach ihrem Karriereende freut sich Laura Dahlmeier über die "wiedergewonnen Freiheit". Endlich kann sie zahlreiche liegengebliebene Projekte umsetzen. Stillsitzen kann sie nämlich nicht, wie sie in unserem Interview verrät.

Uli Hoeneß - der Bayern-Patriarch tritt ab

"Das war's. Ich habe fertig. Danke." Mit diesen Worten trat Bayern Münchens langjähriger Präsident Uli Hoeneß am 15. November von der großen Fußball-Bühne ab. Der 67-Jährige bleibt zwar im Aufsichtsrat des Rekordmeisters, doch die Geschicke der Bayern neben Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge leitet künftig der frühere adidas-Boss Herbert Hainer.

Hoeneß prägte den FC Bayern und den deutschen Fußball 40 Jahre lang wie sonst keiner. 1979 hatte er nach dem frühen Ende seiner Profikarriere den Job als Manager in München angetreten und den Verein nach ganz oben geführt. Nach seinem Rückzug will Hoeneß nun mehr Zeit für die Familie, für seine Frau Susi und die Enkel haben - den FC Bayern wird er aber weiter treu begleiten. Und wenn es nötig ist, werde er "die Abteilung Attacke wieder ausfahren" und seine Bayern "wie eine Glucke" verteidigen.

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Uli Hoeneß hat sich als Präsident des FC Bayern zurückgezogen. Hoeneß war über Jahrzehnte der Macher, Baumeister und die Seele des Vereins. Streitbar, polarisierend, aber auch mit Visionen und Herz. Ein Porträt von BR-Sportautor Thomas Klinger.

"Golden Girl" Anna Schaffelhuber hört auf

Sie war das größte Aushängeschild im deutschen Para-Wintersport. Die siebenmalige Paralympics-Siegerin Anna Schaffelhuber aus Niederbayern beendete im Alter von 26 Jahren ihre Karriere. "Schwer war die Entscheidung nicht. Es war ein Gefühl. Und dieses Gefühl hat sich für mich richtig angefühlt", sagte die Monoski-Fahrerin. "Ich habe diese Entscheidung ein wenig mit mir mitgetragen vor allem im letzten Jahr. Aber es fühlt sich richtig an." Schaffelhuber hat im Sommer geheiratet und ist im Referendariat an einer Realschule.

Ihr sei "bewusst, dass ein Rücktritt mit 26 Jahren früh erscheint. Dennoch fühlt es sich mit sieben paralympischen Goldmedaillen, elf WM-Titeln, sechs Gesamtweltcup-Siegen und 67 Einzelweltcup-Siegen komplett an und ich freue mich auf neue Herausforderungen."

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Siebenmal gewann Anne Schaffelhuber Gold bei den Paralympics, sie war die bestimmende Monoskibobfahrerin der vergangenen Jahre. Nun hört sie auf - und kritisiert die Politik.