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Hirscher und Neureuther: Freundschaft zweier Rivalen | BR24

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Nach Felix Neureuther hat auch Österreichs Skilegende Marcel Hirscher seinen Rücktritt erklärt - der Blick auf eine außergewöhnliche Freundschaft im Ski-alpin-Zirkus.

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Hirscher und Neureuther: Freundschaft zweier Rivalen

Die jahrelangen Rivalen im Skirennsport Marcel Hirscher und Felix Neureuther verbindet eine tiefe Freundschaft. Und das, obwohl der "Piefke" mit Gefühl und der Kraftprotz aus Österreich völlig konträr wirken.

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"Die Battles waren schon geil", blickte Neureuther zurück. Bei aller Rivalität verbindet die beiden aber auch vieles. "Ich glaube, ich bin noch einer der wenigen, der den Marcel kennt, seit er wirklich vom ersten Rennen weg dabei war", sagte Neureuther in einem Interview in Blickpunkt Sport und ergänzte: "Da baut man über die Zeit natürlich schon eine Freundschaft auf." Das bestätigte Hirscher: "Ich hab‘ den Felix schon richtig gern, aber da ist er selber schuld. Österreicher verstehen halt dem Felix seinen Schmäh recht gut." Höhepunkt war diesbezüglich ein "Selbstinterview" Neureuthers im österreichischen Fernsehen.

Gefühl contra Muskelkraft

Dabei waren die beiden rein sportlich gesehen zwei völlig unterschiedliche Charaktere. "Der hat so viel Gefühl für den Ski, für den Schwung, ich bin dann doch eher der, der mit mehr Kraft zieht und fährt", so erklärte der ÖSV-Athlet die unterschiedliche Fahrweise. Das sah auch der damalige DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier so: Er bezeichnete Hirscher und Neureuther als "prägende, aber auch polarisierende Personen" im Skirennsport der letzten Jahre: "Auf der einen Seite der brutale Profi, auf der anderen Seite der smarte Mann mit dem extrem hohen Talent."

Neureuther-Siege: von Kitzbühel über München bis nach Levi

Letzteres zeigte Neureuther gleich bei seinem ersten Weltcupsieg in Kitzbühel (2010), da hatte er seinen Konkurrenten aus dem Nachbarland (Platz acht) in die Schranken verwiesen. Bei seinem dritten Weltcupsieg am 1. Januar 2013 beim City Event in München bewies der Oberbayer Heimstärke, als er sich im Finale im direkten Duell gegen Hirscher durchsetzen konnte. Beim letzten Weltcupsieg in Neureuthers Karriere in Levi (2017) war sein Rivale durch einen gerade ausgeheilten Knöchelbruch gehandicapt und nur auf Platz 17 gelandet.

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Felix Neureuther (rechts) im direkten Duell gegen Marcel Hirscher beim City-Slalom von München

Hirscher-Ausfälle genutzt

Mehr als einmal bewies Neureuther aber, dass seine gefühlvolle Fahrweise sicherer als Hirschers Kraftakte zum Erfolg führen können. Im Jahr 2014 in Kitzbühel fuhr der DSV-Fahrer kontrolliert auf Platz eins, der bis dahin führende Österreicher hatte sich hingegen kurz vor dem Ziel im Stangenwald verfahren. Bei Neureuthers Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft 2015 in Beaver Creek war Hirscher im Finale ausgeschieden, genauso wie beim Triumph des Oberbayern in Yuzawa Naeba (2016) und dessen Sieg in Wengen (2015).

Ganz enge Duelle um die Medaillen

Bei den Weltmeisterschaften in Schladming (2013) landete Neureuther direkt hinter Hirscher auf Platz zwei. Beim letzten WM-Duell der Dauerrivalen in St. Moritz (2017) musste sich Neureuther mit Bronze hinter dem souveränen Goldgewinner Hirscher einreihen. Kein Wunder also, dass er den Österreicher im Nachhinein als "einen der größten Sportler aller Zeiten" bezeichnet.

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Felix Neureuther und Marcel Hirscher bei der Siegerehrung der Weltmeisterschaft 2013 in Schladming