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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Matthias Balk

Hermann Gerland verlässt den FC Bayern - die Kultfigur im Porträt.

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Hermann Gerland - der Bayern-Kulttrainer sagt "Servus"

Hermann Gerland ist nicht einfach ein Fußballtrainer der alten Schule, sondern längst eine der Kultfiguren der Bundesliga. Einer, der es mit seiner hemdsärmeligen Ruhrgebietsart tief im Süden beim FC Bayern zum stillen Star geschafft hat.

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Taufig KhalilTaufig Khalil
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Dass Hermann Gerland als Assistent neben großen Trainern so präsent ist, kommt nicht von ungefähr. Denn noch mehr als seine Sprüche wird vor allem sein Sachverstand geschätzt.

Jamal Musialas erstes Kopfballtor in der Bundesliga vor einigen Wochen war für den scheidenden Hansi Flick bei weitem kein Zufall. "Wenn sie das Training angucken, dann haben sie bestimmt gesehen, dass er am Kopfballpendel mit Hermann Gerland war", sagte der Noch-Chefcoach.

Gerland ist der Macher der Bayern. Einer, der Spieler geformt hat wie kein Zweiter. David Alaba, Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller oder auch Philipp Lahm haben es durch den "Tiger", wie ihn alle nennen, nach ganz oben geschafft.

"Erst mal glaube ich, dass der 'Tiger' sehr, sehr wichtig war für junge Spieler. Er hat den FC Bayern auch immer verkörpert", sagt Ex-Bayernprofi Philipp Lahm: "Und er hat auch neuen Spielern beigebracht, was es bedeutet, beim FC Bayern zu spielen."

Gerland und Schweinsteigers Frisur

Gerland war Schleifer und Psychologe gleichermaßen. Wenn ihm etwas nicht gefallen hat - und war es die Frisur von Bastian Schweinsteiger - dann hat er das auch gesagt. "Wir mussten seine Flausen erst mal ordnen", erzählt Gerland, als der Jungprofi zum Frühstück erschien und plötzlich schwarze Haare hatte. "Da hab ich gesagt, das ist doch nicht normal," erzählte der Fußballcoach schmunzelnd.

"Hey Schweini, ich lass dich solange rennen, bis die Haare wieder blond sind." Herrmann Gerland

Heynckes holte Gerland nach München

Vor 30 Jahren ist er gekommen und war bis auf fünf Jahre immer in München. Dabei musste sein Entdecker Jupp Heynckes zunächst die Bosse überzeugen. Gerland habe er sich in Bermudashorts vorgestellt, erinnert sich Heynckes: "Der Präsident Professor Scherer sagte, na was haben sie mir denn da vorgestellt."

Große Namen kamen und gingen. Louis van Gaal, Pep Guardiola, Jupp Heynckes, Carlo Ancelotti, dazu noch Niko Kovac und Flick. Doch der 'Tiger' ist immer geblieben. Auch, weil Spieler wie Thomas Müller ihn so lieben.

"Am meisten Spaß, Gaudi hatte ich auf die Jahre gesehen mit Hermann Gerland, weil: Der war zu Beginn noch ein sehr verbissener Amateurcoach. Aber in den letzten zehn Jahren haben wir uns gegenseitig auch viele Sprüche gesagt", sagt Müller.

Bayern verliert einen Teil seiner DNA

Amateurtrainer, Chef an der Jugendakademie, Hütchenaufsteller, Co-Trainer. Mit Hermann Gerland verlieren die Bayern wieder ein Stück ihrer eigenen DNA. Denn solche Typen mit Sachverstand und Humor gleichermaßen gibt es nicht mehr oft in der modernen Welt der Konzepttrainer.

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