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Herbstzeit ist Wanderzeit: So finde ich den richtigen Bergschuh | BR24

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Die Tage werden kürzer, die Touren länger: Die Wandersaison hat wieder begonnen. Und dafür braucht's natürlich das richtige Schuhwerk. Welches das ist und ob "Stiefel oder Halbschuh" nur eine Geschmacksfrage ist, erfahren Sie bei uns.

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Herbstzeit ist Wanderzeit: So finde ich den richtigen Bergschuh

Eine Bergtour oder eine Wanderung kann herrlich sein - aber auch ein Albtraum: Dann nämlich, wenn der Schuh nicht richtig passt, sich Blasen und Druckstellen entwickeln. Umso wichtiger ist es deshalb, im Vorfeld einen passenden Bergschuh zu finden.

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Einsatzgebiet: Wo will ich mit dem Schuh hin und was will ich machen?

Das ist die entscheidende Frage beim Fachhandel. Denn natürlich macht es einen Unterschied, ob ich im Mittelgebirge mit leichtem Gepäck wandere oder mich über Geröll und Schneefelder im hochalpinen Gebirge bewege. Komme ich auf befestigen Wander- oder Forstwegen mit einem Leichtwanderschuh bestens zurecht, wäre ich mit ihnen im schwierigen Gelände ziemlich schnell aufgeschmissen.

Für solche Touren eignen sich dann Trekkingschuhe mit festem, stabilem und hohem Schaft, der den Fuß im schwierigen Gelände stützt. Merke: Mehr Halt im Schuh bedeutet auch mehr Sicherheit und auch mehr Energie für die Tour.

Für die verschiedenen Einsatzgebiete hat sich seit den 1970er-Jahren eine Kategorisierung etabliert, die eine Orientierung beim Kauf der Wander- und Bergschuhe bietet.

© BR/Frauke Gerbig

Diese Schuhe aus der Kategorie A/B trägt die Autorin auf leichten Tagestouren in den Münchner Hausbergen.

Bergschuh-Kategorisierung

  • Kategorie A: leichte Wanderschuhe, meist Halbschuhe, für leichte Wald- und Wiesenwege
  • Kategorie A/B: halbhohe Wanderschuhe für ausgedehnte Tagestouren für weitgehend befestigte Wanderwege, die Sohle ist verwindbar, aber relativ steif
  • Kategorie B: klassische Trekkingstiefel mit verwindungssteifer Sohle für Touren im streckenweise schwierigen Gelände
  • Kategorie B/C: schwere Trekkingstiefel für Touren in steilen, unwegsamen Gelände, sehr hohe Schnürung und steifer Schaft
  • Kategorie D: Expeditionsstiefel für jenseits der Wege, Gletscher, Eistouren und Eisklettern, geeignet für Steigeisen
© BR/Frauke Gerbig

Es darf auch gerne leicht sein - wenn die Wege einfach sind und keine besonderen Anforderungen an Schutz und Stabilität gestellt werden.

Kauftipps

  • Schuhe am Nachmittag anprobieren, denn Füße schwellen während des Tages an.
  • Eigene Wandersocken mitbringen.
  • Sich im Vorfeld darüber klar werden, für welchen Einsatz man die Schuhe benötigt.
  • Was sollen die Schuhe können, sollen sie beispielsweise wasserfest sein, knöchelhoch oder extrem leicht?
  • Sich nicht an der eigenen Schuhgröße orientieren. Wanderschuhe müssen, damit sie auch beim Abwärtsgehen ausreichend Platz bieten, größer ausfallen.
  • Mehrere Modelle von verschiedenen Herstellern anziehen und vergleichen.
  • Ein passender Bergschuh fühlt sich sofort gut und bequem an.
  • Jeder Fuß ist anders! Selbst wenn ein Schuh beste Noten bekommen hat, ist er nichts für einen selbst, wenn er nicht perfekt passt.
  • Wander- und Bergschuhe nur beim Fachhändler kaufen – nicht nur die Beratung ist entscheidend, sondern auch die Qualität der Berg- und Wanderschuhe ist auf einem völlig anderem Niveau als Billigware.

Geht etwas am Schuh kaputt, schickt der Fachhandel den Schuh zurück an den Hersteller, wo er repariert wird, im Sinne der Nachhaltigkeit hat der Wanderschuh dann eine lange Lebenszeit.

© BR/Frauke Gerbig

Diese Schuhe aus der Kategorie C/D sind für steiles, gerölliges und unwegsames Gelände.

Pflegetipps

  • Bergschuhe werden mit Wachs gepflegt, Wachs ist durchlässig, lässt das Leder atmen, Fett verklebt die Poren.
  • Verschmutze Schuhe mit warmen Wasser abwaschen, trocknen lassen, dann mit Wachs einreiben, föhnen, dann zieht das Wachs besonders gut ein.
  • Bergschuhe, schön gebunden, an einem Ort aufbewahren, wo Luft zirkuliert.