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Herbert Hainer neuer Bayern-Präsident: Der Umbruch hat begonnen | BR24

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Der gebürtige Niederbayer Herbert Hainer ist neuer Präsident des FC Bayern München. Die ersten Worte nach der Wahl in der Münchner Olympiahalle.

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Herbert Hainer neuer Bayern-Präsident: Der Umbruch hat begonnen

Der Niederbayer Herbert Hainer ist neuer Präsident des FC Bayern München und damit Nachfolger von Uli Hoeneß - der größte Sportverein der Welt startete auf seiner Jahreshauptversammlung in der Münchner Olympiahalle den Prozess des Umbruchs.

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FC-Bayern-Fans haben ein feines Gespür, wenn es um die Zukunft ihres Vereins geht. Nimmt man die Lautstärke der Beifallsbekundungen als Grundlage, haben die Vereinsverantwortlichen bei der Jahreshauptversammlung 2019 die Weichen für die Zukunft richtig gestellt.

Natürlich war es einerseits die große Uli-Hoeneß-Show. Fast egal, was der langjährige Ex-Präsident und Manager ins Mikrofon sprach: Jubelstürme waren ihm gewiss. Hoeneß war es aber auch, der als Erster an diesem Abend schon vorsichtige Blicke in die Zukunft wagte. Als er den früheren Torwart Oli Kahn begrüßte - Kahn steigt ab 2020 beim FC Bayern ein und soll 2022 Karl-Heinz Rummenigge als Vorstandschef beerben - wurde es richtig laut in der Olympiahalle.

Flick mindestens bis Weihnachten Cheftrainer

Ähnlich wohlwollend goutierten die Vereinsmitglieder später bei der Rede von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge die Vereinsentscheidung, Interimscoach Hansi Flick "mindestens bis Weihnachten und möglicherweise darüber hinaus" zum Cheftrainer zu machen. Flick, so scheint es, ist mit seiner menschlich-lockeren Art ein Trainer, den sich die Fans offenbar sogar lange bei ihrem Herzensverein vorstellen können.

Finanziell geht es dem FC Bayern so gut wie nie zuvor

Es "menschelte" bei der diesjährigen Hauptversammlung des Vereins. Natürlich sorgten auch die Finanzen- die Bayern erzielten im Geschäftsjahr 2018/19 einen neuen Rekordumsatz und Rekordgewinn - für Jubelstürme bei den Anwesenden. Aber im Mittelpunkt standen nun mal die Protagonisten auf dem Podium, vor allem der scheidende und der neue Präsident - und ein Umbruch, wie er beim größten Sportverein der Welt so noch nicht vorgekommen ist.

"Diese Jahreshauptversammlung bedeutet eine große Veränderung in der Geschichte unseres Vereins." Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge

Der neue Präsident: ein Metzgersohn aus Niederbayern

Drei Stunden verharrten die Mitglieder schon geduldig in der Olympiahalle, dann wurde endlich gewählt. Der frühere Adidas-Manager Herbert Hainer war der einzige Kandidat für die Nachfolge von Hoeneß. Auch der versuchte es auf die menschliche Art - und erzählte launig aus seiner Jugendzeit in Deggendorf.

Fußballer beim FC Dingolfing, Kneipenwirt - wer mit dem einstigen Topmanager bis dahin wenig anfangen konnte, wusste spätestens jetzt: Niederbayer Hainer, FC-Bayern-Fan seit der Jugend und wie Hoeneß Metzgersohn, kennt mehr als Managerschreibtische. Zwar wolle er den FC Bayern ähnlich führen wie Adidas. Aber:

"Es geht nicht um den maximalen Profit. Der FC Bayern ist kein Konzern, das darf er niemals werden. Der FC Bayern ist Sport, der FC Bayern ist bayerische Heimat, der FC Bayern ist 'Mia san mia'. Das ist unsere Seele und diese Seele müssen wir uns immer bewahren."

Verhaltener Applaus da noch und auch nach Ende der Rede. Vermutlich kam bei so manchem Anwesenden da langsam die Gewissheit hoch, dass die Präsidenten-Ära Uli Hoeneß tatsächlich in wenigen Minuten beendet sein würde.

Mitglieder wählen Hainer "mit überwältigender Mehrheit"

Die war es dann um Punkt 22.42 Uhr. Da verkündete Wahlleiter Gerhard Riedl das Ergebnis der Neuwahl: Der 65-jährige Herbert Hainer wurde mit 79 Nein-Stimmen bei 36 Enthaltungen "mit überwältigender Mehrheit" - anwesend waren 6.091 Mitglieder - zum neuen Präsidenten des FC Bayern München gewählt - Standing Ovations für den neuen starken Mann beim deutschen Fußball-Rekordmeister.

Hainer soll auch Hoeneß' Nachfolger als Aufsichtsratsvorsitzender werden, bisher war er dessen Stellvertreter. Hoeneß wird dem Gremium als einfaches Mitglied erhalten bleiben.

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Der FC Bayern München erlebte eine sehr emotionale Jahreshauptversammlung. Besonders der Abschied von Uli Hoeneß bewegte ihn wie auch die Mitglieder.