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Präsident Herbert Hainer: "Der FC Bayern ist ein Vorbild" | BR24

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Präsident Herbert Hainer sprach in Blickpunkt Sport über die wirtschaftliche Lage des FC Bayern nach der Corona-Pause. Dabei erklärte er, wo der Verein noch Verbesserungspotential besitzt und warum in der Krise auch eine Chance besteht.

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Präsident Herbert Hainer: "Der FC Bayern ist ein Vorbild"

Präsident Herbert Hainer sprach in Blickpunkt Sport über die wirtschaftliche Lage des FC Bayern nach der Corona-Pause. Dabei erklärte er, worin der Verein noch Verbesserungspotenzial besitzt und warum in der Krise auch eine Chance besteht.

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Herbert Hainer möchte sich nicht zu früh über eine möglicherweise achte Meisterschaft des FC Bayern in Folge freuen. "Es sind immer noch fünf Spiele zu spielen", gab der Präsident zu Bedenken. Mit Leverkusen und Gladbach stünden "noch zwei schwere Spiele" bevor, dennoch zeigte er sich in Anbetracht des komfortablen Vorsprungs von sieben Punkten vorsichtig optimistisch.

Die derzeit vorhandene Kombination aus Fußballsachverstand und Organisationstalent hält Hainer für das Erfolgsgeheimnis des FC Bayern. Mit Vorgänger Uli Hoeneß verbindet ihn eine über 20 Jahre lange Freundschaft - und nicht nur das. In der Art, "Dinge offensiv anzupacken", seien sie sich sehr ähnlich, so Hainer. "Selbstverständlich" war für den ehemaligen Adidas-Chef auch der Besuch des Ex-Präsidenten im Gefängnis, "um ihm in dieser schweren Zeit Beistand zu leisten". Im Gegenzug war Uli Hoeneß der erste Anrufer, als Hainers älteste Tochter überraschend verstarb.

Vertragsverhandlungen noch nicht beendet

Wegen der Corona-Krise sind Kaderplanungen und diverse Vertragsangelegenheiten beim Rekordmeister noch nicht endgültig geklärt. Die sportliche Leitung arbeite derzeit alles "Stück für Stück" ab, über die Verlängerung von unter anderem David Alaba müsse in den nächsten Wochen entschieden werden, schilderte Hainer im Interview. Auch die Verhandlungen mit Manchester City über Leroy Sané stünden noch aus. Dort steht der 24-Jährige eigentlich noch bis 2021 unter Vertrag, allerdings ist Sané schon länger Transferziel der Bayern.

FC Bayern trotz Corona-Krise schuldenfrei

Dabei befindet sich der Rekordmeister in einer wirtschaftlich komfortablen Situation. "Wir haben keinen Pfennig Schulden", erklärte Hainer. Das vereinseigene Stadion, ein Festgeldkonto und ein abbezahltes Nachwuchsleistungszentrum seien nur ein Teil der herausragenden finanziellen Voraussetzungen, die der FC Bayern im Vergleich zu anderen europäischen Vereinen besitzt.

Derzeit versucht der FC Bayern, die eigene Marke im Ausland voranzutreiben, da hier noch ein deutliches Defizit der Bundesliga und des Vereins besteht. Ein erster Schritt sei die Eröffnung von zwei Büros in New York und Shanghai gewesen, dennoch sieht Hainer noch einiges an Nachholbedarf.

Ferner möchte der FC Bayern die Infrastruktur im Frauen-Fußball ausbauen, "um auch hier deutschlandweit und europäisch an der Spitze zu sein". Ebenfalls viel Potential steckt für den FC Bayern in der Wiederaufnahme der Basketball-Bundesliga. Da in den nächsten Wochen nichts anderes als Fußball und Basketball zu sehen sein wird, ist das laut Hainer "die Gelegenheit, dass Basketball endlich die Aufmerksamkeit bekommt, die dieser tolle Sport verdient."

Krise als Chance für den Transfermarkt

Hainer glaubt, dass sich die Corona-Pandemie vor allem auf dem Transfermarkt bemerkbar machen wird. "Wenn durch Geisterspiele Einnahmen fehlen, kann auch nicht mehr so viel ausgegeben werden", erläuterte Hainer. Weiter vermutet er in Zukunft mehr Leihgeschäfte zwischen den Vereinen. In der Krise sieht er "die Chance, wieder zu vernünftigeren Relationen zu gelangen", aber auch die Notwendigkeit, die Finanzbasis der Vereine zu stärken.

In der Finanzierung des Profi-Fußballs müsse ein Umdenken auch in Richtung größerer Solidarität stattfinden. Diesbezüglich sei der FC Bayern mit gutem Beispiel vorangegangen. Beispielsweise kamen Teile des neu gegründeten Solidaritätsfonds den bayerischen Amateurvereinen zu Gute und Spieler des FC Bayern engagierten sich in der Corona-Krise in Pflegeheimen oder bei der Tafel. "Der FC Bayern ist in Sachen Solidarität ein Vorbild, nicht nur für Deutschland sondern für ganz Europa", so Hainer.