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Heitec Volleys Eltmann gelingt Sensationssieg | BR24

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Noch nie ist dem Männer-Volleyball Verein Eltmann das gelungen: Die Heitec Volleys haben gegen den deutschen Rekordmeister VfB Friedrichshafen gewonnen und sind optimistisch. Allerdings bleibt die Zukunft des Vereins in der Bundesliga unklar.

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Heitec Volleys Eltmann gelingt Sensationssieg

Noch nie ist dem Männer-Volleyball Verein Eltmann das gelungen: Die Heitec Volleys haben gegen den deutschen Rekordmeister VfB Friedrichshafen gewonnen und sind optimistisch. Allerdings bleibt die Zukunft des Vereins in der Bundesliga unklar.

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Das war mehr als ein deutliches Lebenszeichen: Zumindest sportlich haben die Hightec Volleys am Mittwochabend Eltmanner Volleyballgeschichte geschrieben. Eltmann besiegte den deutschen Rekordmeister VfB Friedrichshafen vor knapp 400 begeisterten Zuschauern in der heimischen Georg-Schäfer-Sporthalle völlig überraschend mit 3:2 (16:25, 25:19, 21:25, 25:23, 15:11).

Das gab's noch nie

Zuvor hatte der Tabellenletzte in seiner jahrelangen Bundesligageschichte noch nie auch nur einen Satz gegen Friedrichshafen gewinnen können. "Heute hat man gesehen, was diese Mannschaft kann und welchen Anspruch wir auch haben", sagte Zuspieler Merten Krüger, der Ende des ersten Satzes eingewechselt worden war und sein Team zum Sieg geführt hatte. Zweiter wichtiger Faktor für den Sieg war eine stabile Annahme, in der vor allem Tomas Halanda glänzte.

Insolvenz bei Heitec Volleys Eltmann

Für die insolventen Eltmann Volleys war es bereits der zweite Sieg in der Georg-Schäfer-Halle nach der finanziell erzwungenen Rückkehr aus Bamberg. Die bisherige Austragung der Heimspiele in der dortigen Brose Arena dürfte ausschlaggebend für die überraschende Insolvenz der Volleyball-GmbH an Weihnachten gewesen sein. "In dieser Halle hier in Eltmann trainieren wir auch, da kennen wir uns aus, die Stimmung mit den Fans ist großartig und trägt uns so wie heute, man hat gesehen, was in dieser Halle möglich ist", kommentierte Krüger den sportlichen Aufschwung.

Vorerst letztes Spiel in der Bundesliga?

Trotzdem könnte der Triumph das vorerst letzte Bundesliga-Spiel der Eltmanner gewesen sein. Dann nämlich, wenn die Volleyball-Bundesliga den insolventen Volleys das Spielrecht entzieht. Dem voraus gehen Gespräche zwischen den Eltmanner Verantwortlichen und der Liga. "Nach dem Sieg heute gehen wir mit breiter Brust in die Verhandlungen", sagte Manohar Faupel, von der Volleyball Eltmann GmbH. "Der Rückenwind, den uns die Mannschaft und die Fans mit diesem Sieg gegen Friedrichshafen gegeben haben, ist gar nicht hoch genug einzuschätzen." Worauf es in den Verhandlungen weniger ankommen dürfte, ist, ob Eltmann die Saison mit einer konkurrenzfähigen Mannschaft zu Ende spielen kann.

Optimismus für die Zukunft der Volleys

Die Saison samt der Spielergehälter gilt als finanziert. "Es geht der Liga eher darum, welche Perspektive Eltmann für die Zukunft bieten kann", so Faupel. Sprich, gibt es eine Zukunft über die Saison hinaus. "Ja", sagt Faupel und glaubt gute Argumente zu haben. "Wir haben nicht zuletzt heute gesehen, dass Eltmann ein attraktiver Standort für die Liga ist. Natürlich haben wir hier keine große Arena, aber Herrsching und Lüneburg spielen in Hallen, die kleiner und schlechter als unsere sind, und das geht auch.", so Manohar Faupel weiter. Sollten die Heitec Volleys Eltmann tatsächlich mal in die Play-Offs kommen, dann könne man diese laut Faupel immer noch in Bamberg austragen.

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Tabellenletzter und insolvent - das ist die aktuelle Situation bei Frankens einzigem Volleyball-Bundesligisten. Die Zukunft der Heitec Volleys aus Eltmann ist ungewiss. Was bedeutet das für die laufende und kommende Spielzeit?

Heitec Volleys nicht automatisch Bundesliga-Absteiger

Hilfreich für Eltmann ist, dass in der Volleyball-Bundesliga insolvente Mannschaften nicht automatisch am Ende der Saison als Absteiger feststehen. Wichtig ist es, in einer Wirtschaftlichkeitsprüfung sozusagen den finanziellen Klassenerhalt zu schaffen. Momentan fehlen der Mannschaft zwei Punkte auf einen Nicht-Abstiegsplatz. Jedoch steht bereits jetzt fest, dass kein Zweitliga-Verein in dieser Saison ein mögliches Aufstiegsrecht in die Bundesliga wahrnehmen wird. Da die Bundesliga lieber expandieren, als schrumpfen will, dürften auch die sportlichen Absteiger am Grünen Tisch den Klassenerhalt zugesprochen bekommen - Wirtschaftlichkeit vorausgesetzt.

Zukunftskonzept für die Volleyball-Bundesliga

Eltmanns CEO Faupel jedenfalls glaubt, der Liga ein tragfähiges Zukunftskonzept mit dem Spielort Eltmann vorlegen zu können - auch dank der guten Zusammenarbeit mit dem Insolvenzverwalter. "Ich bin sehr optimistisch, dass wir auch in der Zukunft Bundesliga spielen dürfen", so Faupel. Um eine Strafe wird Eltmann aber auch dann nicht herum kommen. Ob das dann eine Geldstrafe oder ein Punktabzug sein könnte, ist noch offen.

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