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Sven Hannawald zu Gast bei Blickpunkt Sport

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Hannawald kritisiert IOC und hofft auf Trendwende

Hannawald kritisiert IOC und hofft auf Trendwende

Sven Hannawald hat in Blickpunkt Sport wenig Verständnis für die Vergabe der Olympischen Winterspiele 2022 nach Peking gezeigt. Er hofft, dass sich die Situation rund um Olympia bald verbessert und gibt den DSV-Adlern Tipps für die Medaillenjagd.

Sven Hannawald hat in seiner Karriere schon viele Höhen und Tiefen erlebt. Der Skispringer hat nicht nur die Vierschanzentournee als Erster mit einem Grand Slam gewonnen. Er konnte auch bei den Olympischen Spielen Erfolge feiern. Silber (Normalschanze) und Gold (Team) in Salt Lake City, Silber (Team) in Nagano.

Hannawald: "Wollen die, dass nur Chinesen springen?"

Angesichts der Olympischen Winterspiele in Peking kann er sich also gut nachempfinden, wie sich die Athleten vor den Spielen in Peking, die stark in der Kritik stehen, fühlen. "Es gibt natürlich schönere Orte. Und es gibt Corona. Ich habe gelesen, dass die Chinesen den CT-Wert der PCR-Tests auf 40 hochbringen. Wollen die, dass nur Chinesen springen? Wollen die, dass die Gold gewinnen? Ich habe keine Ahnung warum die das machen. Das sind alles Sachen, die würden mich als Aktiven total wurmen", sagte Hannawald in Blickpunkt Sport

Hannwald ergänzte: "Da kann ich Wolfi Maier verstehen, dass man gar kein Vertrauen mehr hat, wo die Tests überhaupt hingehen." Der DSV-Alpin-Direktor Wolfgang Maier hatte sich kürzlich sehr kritisch über die Vergabe der Olympischen Spiele nach Peking geäußert und befürchtet, dass Wettkämpfe durch Corona-Tests manipuliert werden könnten.

Hannawald kritisiert das IOC

Hannawald findet, dass die Vergabe der Olympischen Spiele nach Peking auf eine Schieflage hindeutet: "Wenn man Olympische Spiele ausschreibt und sich dann Länder per Volksentscheide dagegen entscheiden, dann ist das ein klares Zeichen, dass etwas schief läuft", sagte der ehemalige Weltklasse-Skispringer und richtete auch wegen der mangelnden Wintersport-Erfahrung in Peking und auch in Pyeongchang 2018 deutliche Worte in Richtung Internationalem Olympischen Komitee (IOC):

"Man sollte sich IOC-intern schon mal Gedanken machen. Man ist an einem Punkt, an dem sich auch die Athleten aufregen. Das gab es davor nicht. Es gab zwar die eine oder andere Diskussion, aber wir sind immer hingefahren und haben uns gefreut. Jetzt kommt so viel Zeug von Fernost, da schütteln wir den Kopf und denken: haben die schon irgendwann mal Wintersport gesehen und verstehen, wie das funktioniert?"

Hannawald: "Es geht langsam wieder in die Richtung, die wir gewohnt sind.

Doch Hannawald hofft, dass nun eine Kehrtwende bevorsteht: "Es werden gerade sehr viele Diskussionen geführt. Ich glaube, dass das durch Peking zur Spitze kommt. Ich bin froh, dass danach die Sommerspiele in Paris und dann die Winterspiele in Mailand sind. Es geht langsam wieder in die Richtung, die wir gewohnt sind."

Für die deutschen Skispringer hat er den Tipp, die Störgeräusche bestmöglich auszublenden: "Es fühlt sich natürlich komisch an. Aber am Ende des Tages würde ich da reingehen, das olympische Feuer sehen und die Schanze, die unheimlich toll ist. Als ich die das erste Mal gesehen habe, habe ich Gänsehaut bekommen. Am Ende geht es um Medaillen. Für Sportler gilt es nur die drei Dinge im Kopf zu haben: Die Flamme, die Stätten und die Medaillen. Sie haben sich vier Jahre auf den Olympischen Moment vorbereitet. Man muss alles ausblenden und bei sich bleiben", so Hannawald.