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Starke Skispringer, solide Kombinierer, unglückliche Skilangläufer: Die deutsche Halbzeit-Bilanz bei der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf kann sich insgesamt sehen lassen - aber da geht noch was.

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Halbzeit-Bilanz bei der Nordischen Ski-WM mit Luft nach oben

Starke Skispringer, solide Kombinierer, unglückliche Skilangläufer: Die deutsche Halbzeit-Bilanz bei der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf kann sich insgesamt sehen lassen - aber da geht noch was.

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Die Skispringer feiern schon wieder Festspiele, die Nordischen Kombinierer beißen sich noch am Erzrivalen Norwegen die Zähne aus und die Langläufer suchen bislang verzweifelt nach Glück: Die Halbzeit-Bilanz des deutschen Teams bei der Nordischen Heim-WM im sonnenverwöhnten Oberstdorf fällt wechselhaft, insgesamt aber durchaus ansehnlich aus.

Noch Luft nach oben

DSV-Präsident Franz Steinle sieht für das Finale noch Luft nach oben. "In der Summe können wir zufrieden sein. Beim ein oder anderen Wettbewerb haben wir zwar auf eine Medaille gehofft, die es dann nicht gegeben hat", so der 71-Jährige am Ruhetag, "aber im Mixed-Skispringen haben wir am Sonntag auch erlebt, dass es umgekehrt laufen kann. Unerwartete Medaillen sind die schönsten."

Drei Medaillen nach 13 Entscheidungen

Das Gold für das Mixed-Team, angeführt von Einzel-Vizeweltmeister und Oberstdorfs Lokalheld Karl Geiger, war der bisherige Höhepunkt, hinzu kam Silber für die Kombinierer-Staffel um Rekordweltmeister Eric Frenzel. Nach 13 Entscheidungen sind drei Medaillen jedoch die magerste Ausbeute seit Val di Fiemme 2013, als insgesamt nur 21 Wettbewerbe ausgetragen wurde. Vor zwei Jahren in Seefeld (22 Entscheidungen) gewannen die Deutschen fünf der ersten 13 Wettkämpfe und hatten sechs Medaillen auf dem Konto, vor vier Jahren in Lahti (21 Entscheidungen) waren es in der Zwischenabrechnung vier Titel und acht Medaillen.

Paradedisziplinen kommen noch

"Nach den Vorleistungen haben wir damit gerechnet, dass wir diese hohe Messlatte nicht erreichen werden", sagt Steinle: "Aber wir haben noch gute Chancen in der Kombination und sehr gute im Skisprung-Bereich." Die Springer kommen anders als 2019 erst jetzt zu ihren Parade-Wettkämpfen auf der Großschanze - vor zwei Jahren hatten die DSV-Adler dort Gold (Markus Eisenbichler) und Silber (Geiger) sowie Team-Gold eingeflogen. "Die Medaillen auf der kleinen Schanze erleichtern vieles, wir können lockerer an die Sache rangehen", betonte Bundestrainer Stefan Horngacher. Am Schattenberg feiern auch die Frauen am Mittwoch ihre WM-Großschanzen-Premiere, die im Normalschanzen-Einzel und -Team unter Wert geschlagene, im Mixed aber bärenstarke Katharina Althaus muss man auf der Rechnung haben. "Die Großschanze hier liegt mir sehr gut", berichtete die Oberstdorferin.

Kombinierer greifen nochmal an

Auf dem großen Bakken wollen auch die Kombinierer im Duell mit Norwegen zurückschlagen. Frenzel, im Normalschanzen-Einzel als bester Deutscher Vierter, ist im Einzel am Donnerstag und Teamsprint am Samstag Titelverteidiger, will den mit zweimal Oberstdorf-Gold dekorierten Jarl Magnus Riiber knacken. "Die Norweger wissen, dass sie mit uns rechnen müssen", gibt sich der Rekordweltmeister kämpferisch.

Langläufer sausen hinterher

Für die Langlauf-Sparte geht es nach Pleiten (Lucas Bögl als bester Mann im Skiathlon 29.), Pech (Skiverlust von Janosch Brugger im Teamsprint) und Pannen (verwachste Skier bei Skiathlon-Hoffnung Katharina Hennig) um Achtungserfolge. "Denn wenn wir ehrlich sind: Bei unserem Leistungslevel kämpfen wir hier einfach nicht um Medaillen", stellt Bundestrainer Peter Schlickenrieder fest. Auch in den beiden Staffeln am Donnerstag und Freitag bräuchte es ein Wunder für das erste Loipen-Edelmetall seit 2011.

Organisatorisch läuft es hervorragend

Sportlich läuft es befriedigend, organisatorisch stellt Steinle der WM unter Corona-Bedingungen ein sehr gutes Zeugnis aus. "Mit dem bisherigen Ablauf sind wir sehr, sehr zufrieden. Wir haben viel Lob erhalten und unser Versprechen gehalten, viele schöne Bilder in die Wohnzimmer zu liefern", resümiert der DSV-Chef. Das Wichtigste: Von 13.500 Covid-Tests waren nur ganze fünf positiv.