BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Geteilte Reaktionen auf DFL-Beschluss | BR24

© BR Sport

Die von der Deutschen Fußball Liga (DFL) beschlossenen Maßnahmen zur Rückkehr von Fans in die Stadien sind auf ein geteiltes Echo gestoßen. Faninitiativen sind skeptisch, die Politik scheint aufgeschlossen.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Geteilte Reaktionen auf DFL-Beschluss

Die von der Deutschen Fußball Liga (DFL) beschlossenen Maßnahmen zur Rückkehr von Fans in die Stadien sind auf ein geteiltes Echo gestoßen. Faninitiativen sind skeptisch, die Politik scheint aufgeschlossen.

Per Mail sharen
Von
  • BR24 Sport

Der rheinland-pfälzische Sportminister Roger Lewentz hält die beschlossenen Maßnahmen für eine gute Vorlage für den Spielbetrieb in der 1. und 2. Fußball-Bundesliga in der Saison 2020/21: "Es ist anerkennenswert, dass sich die DFL um ein möglichst wirksames Hygienekonzept bemüht. Notwendig ist aber auf jeden Fall eine bundeseinheitliche Regelung", sagte der SPD-Politiker. "Das muss in der Sportministerkonferenz besprochen werden." Ähnlich äußerte sich Britta Dassler, die sportpolitische Sprecherin der FDP im Bundestag. Sie sieht nun die Politik am Zug, Verantwortung zu übernehmen und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Die 36 Klubs der 1. und 2. Bundesliga stehen mehrheitlich hinter den Beschlüssen. Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel. So kritisierte Eintracht Frankfurts Vorstandsmitglied Axel Hellmann das vorübergehende Alkoholverbot in den Stadien: "Wir haben gegen das Alkoholverbot votiert, weil wir keinen Sinn darin sehen, dass die Fans bis zu den Stadiontoren Vollgas geben, in dem Wissen, dass sie für die nächsten Stunden während des Spiels nicht mal ihr Stadionbier bekommen. Das schafft an den Eingängen möglicherweise mehr Probleme als es löst", sagte Hellmann der "Bild".

Der 1. FC Union Berlin lehnt die Pläne sogar gänzlich ab. Der Verein "mit dem Vorgehen grundsätzlich nicht einverstanden", schrieb Klubpräsident Dirk Zingler und halte zudem "die Anträge zu Gästefans, Stehplätzen und Alkoholausschank für unausgewogen im Hinblick auf unsere allgemeine gesellschaftliche Verantwortung, aber auch auf unsere spezielle Verantwortung für Fußballanhänger." Bei diesen drei Anträgen habe der Verein daher mit Nein gestimmt. Aber: "Es gehört zu unserem demokratischen Verständnis, dass wir die mehrheitliche Entscheidung der Vereine akzeptieren", schrieb Zingler an die Vereinsmitglieder.

Union hatte im Juli mit Plänen für ein volles Stadion zum Saisonstart überrascht, zu diesem Zweck wollte der Klub alle 22.000 Zuschauer auf eine Corona-Infektion testen lassen.

Am Dienstag einigten sich nun die Vertreter der 36 Klubs der 1. und 2. Bundesliga auf vier Maßnahmen: keine Stehplätze und kein Alkohol bis Ende Oktober, der Verzicht auf Gästefans bis Jahresende und die Registrierung aller Besucher zur Nachverfolgung möglicher Infektionsketten.