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Gesucht: Wer sind die besten Skiflieger der Welt? | BR24

© picture-alliance/dpa

Markus Eisenbichler in Planica im März 2019

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Gesucht: Wer sind die besten Skiflieger der Welt?

Im Planica-Tal im Nordwesten Sloweniens ermitteln die Skispringer ab heute ihre neuen Skiflug-Weltmeister: Es geht um Titel im Einzel und im Team. Doch statt 30.000 Fans erwartet die Flieger diesmal coronabedingt nur ein leeres Stadion.

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Von
  • Bernd R. Eberwein

Für die größte Lautstärke im Stadion unter der "Letalnica", der Skiflugschanze von Planica, dürfte ab Donnerstag die Musik aus den Lautsprechern sorgen. Immer, wenn ein Skiflieger auf der Schanze in den Julischen Alpen eine bestimmte Reichweite übertrifft, spielen die Organisatoren traditionell das Lied "Planica" vom Lokalhelden Slavko Avsenik und seinen Original Oberkrainern ein.

230 Meter waren es zuletzt 2019, die übertroffen werden mussten. 230 Meter für einmal "Planica" und 30.000 mitsingende Fans an der Schanze. Doch die fehlen diesmal. Dabei hatten die Organisatoren vieles versucht, um der Corona-Pandemie zu trotzen. Eine Art Autokino im Zielstadion sollte zumindest einige Skiflug-Anhänger zur Schanze bringen.

Doch Anfang Dezember musste auch diese Idee verworfen werden. "Momentan ist der Plan ohne Zuschauer im Stadion. Das ist schade, weil ich die Idee der Slowenen sehr schön fand", sagte der italienische Renndirektor Sandro Pertile vom Weltskiverband FIS. Die Situation in Slowenien sei noch "schwierig".

Noch nie ein deutscher Weltmeister in Planica

Schon in den 30er-Jahren wurde im Tal von Planica die erste Großschanze gebaut, die aktuelle "Letalnica" wurde 1969 eröffnet. Seit der ersten Skiflug-WM 1972 ist die Schanze in Planica eine von fünf - neben Oberstdorf, dem Kulm, Harrachov und Vikersund -, auf der Weltmeisterschaften ausgetragen werden.

Wettkämpfe ohne Zuschauer gab es bei der "Schneekönigin", wie sie in Avseniks Lied genannt wird, aber noch nie. Genauso wenig wie einen deutschen Skiflug-Weltmeister. Die bisherigen Titelträger Hans-Georg Aschenbach, Klaus Ostwald, Dieter Thoma, Sven Hannawald und Severin Freund feierten ihre WM-Titel in Oberstdorf, Harrachov oder Vikersund.

Noch schlechter schaut's im Team aus: Im seit 2004 ausgetragenen Mannschaftswettbewerb glückte deutschen Skispringern, egal wo, noch nie der Titelgewinn.

Die schwierige Suche nach einem Titelkandidaten

Eine Prognose, wer sich 2020 - ursprünglich hätte die WM im März stattfinden sollen - zum Skiflug-Weltmeister im Einzel und im Team krönt, ist schwierig. Titelverteidiger Daniel-André Tande sucht in dieser Saison noch seine Bestform, auch 2014-Weltmeister Severin Freund, der letzte deutsche Titelträger, ist nach zwei Kreuzbandrissen weit weg vom Favoritenkreis.

Auch andere ehemalige Topspringer - und vor allem starke Skiflieger - wie der Pole Kamil Stoch, der Japaner Ryoyu Kobayashi oder der Slowene Domen Prevc scheinen derzeit nicht in der Lage, auf die Podestplätze zu fliegen.

Und Richard Freitag, vor zwei Jahren in Oberstdorf mit WM-Bronze bester deutscher Flieger? Sucht schon länger seine Form und war bisher im Weltcup noch nicht einmal im Einsatz.

Markus Eisenbichler - der Weltmeisterkandidat Nummer eins?

Ob er will oder nicht: Der Siegsdorfer Markus Eisenbichler könnte die Gunst der Stunde und die Schwächen der Konkurrenz nutzen. Im Weltcup präsentierte sich "Eisei" bisher in bestechender Form, da ändert auch die Windpanne von Nischni Tagil nichts.

Und anders als sein aktueller Weltcup-Widersacher Halvor Egner Granerud, der bei Skifliegen noch keine außergewöhnlichen Resultate abgeliefert hat, ist Eisenbichler ein "Flieger".

Beim Saisonfinale 2018/19 auf der "Letalnica", dem bislang letzten Wettkampf in Planica, lieferte sich Eisenbichler ein intensives Duell mit dem - derzeit formschwachen - Kobayashi, dem aktuellen Schanzenrekordhalter (252 Meter). Eisenbichler landete zahlreiche 230-Meter-Sprünge, in der Qualifikation segelte er bis auf 248 Meter - die Oberkrainer-Hymne "Planica" war im Dauereinsatz.

© BR

Im slowenischen Planica beginnt die coronabedingt verschobene Skiflug-WM 2020. Markus Eisenbichler geht nach seiner bisher starken Saison als einer der Mitfavoriten in den Wettbewerb, er fühlt sich "wie Aladin auf seinem fliegenden Teppich".

Das Programm der Skiflug-WM 2020

Donnerstag, 10. Dezember

  • 13.30 Uhr: Training
  • 16.00 Uhr: Qualifikation

Freitag, 11. Dezember

  • 15.00 Uhr: Probedurchgang
  • 16.00 Uhr: 1. und 2. Sprung Einzel

Samstag, 12. Dezember

  • 15.00 Uhr: Probedurchgang
  • 16.00 Uhr: 3. und 4. Sprung Einzel

Sonntag, 13. Dezember

  • 15.00 Uhr: Probedurchgang
  • 16.00 Uhr: 1. und 2. Sprung Team