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Gericht vertagt Entscheidung im bayerischen Pokalstreit | BR24

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Der Zwist zwischen Bayerischem Fußball-Verband (BFV), Türkgücü München und dem 1. FC Schweinfurt 05 um das Startrecht im DFB-Pokal geht in die Verlängerung. Das Landgericht München vertagte die Entscheidung auf Mittwoch.

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Gericht vertagt Entscheidung im bayerischen Pokalstreit

Der Zwist zwischen Bayerischem Fußball-Verband (BFV), Türkgücü München und dem 1. FC Schweinfurt 05 um das Startrecht im DFB-Pokal geht in die Verlängerung. Das Landgericht München vertagte die Entscheidung auf Mittwoch.

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In der Verhandlung um den bayerischen Teilnehmer in der ersten Runde des DFB-Pokals soll das Urteil erst am Mittwoch fallen. "Die eineinhalb Tage nehmen wir uns noch. Wir werden das alles noch einmal gründlich überdenken", erklärte die Vorsitzende Richterin Gesa Lutz nach der Sitzung vor der 37. Zivilkammer des Landgerichts München I im Münchner Justizpalast.

Richterin widerspricht BFV und DFB

Neben formaljuristischen Fragestellungen will das Gericht bis zum Urteilsspruch klären, ob die Nominierung des 1. FC Schweinfurt 05 rechtswidrig sei und deshalb dem Münchner Fußballverein die Teilnahme am DFB-Pokalspiel ermöglicht werden sollte. Vorab wiedersprach die Richterin der Auffassung von BFV und DFB, wonach die Nominierungsentscheidung von staatlichen Gerichten wegen der Verbandsautonomie nicht überprüft werden dürfe. "Es ist zwar zweifellos richtig, dass es diese Verbandsautonomie gibt, die im Grundgesetz verankert ist. Sie ist allerdings nicht schrankenlos", sagte Lutz. Vor allem müssten "sich die Verbände an ihre eigenen Regeln halten. Ob dies der Fall ist, dürfen die staatlichen Gerichte selbstverständlich überprüfen", erklärte die Richterin. Deshalb will sich das Gericht nun genauer anschauen, ob die Satzung der Verbände wirksam ist und ob sie im Fall der Pokalentscheidung richtig angewendet wurde.

Verband und Türkgücu weiter optimistisch

Der Verband versuchte klar zu stellen, "dass hier eine Ermessensausübung stattgefunden hat, die so gründlich und so umfassend war, um alle Interessen bestmöglich zu befrieden". Jetzt hofft der BFV, "dass die Kammer zu einem Ergebnis kommt, das auf unserer Seite ist", sagte der durch Anwalt Martin Stopper vertretene BFV-Präsident Rainer Koch. Aber auch Türkgücüs Geschäftsführer Max Kothny geht davon aus, "dass wir diese ganze Geschichte gewinnen".

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Der Zwist zwischen Bayerischem Fußball-Verband (BFV), Türkgücü München und dem 1. FC Schweinfurt um das Startrecht im DFB-Pokal geht in die Verlängerung. Das Landgericht München vertagte die Entscheidung auf Mittwoch.

BFV-Entscheidung nach Corona-Abbruch der Regionalliga

Seit Anfang September sorgt der Streit um die Teilnahme am DFB-Pokal für gehörigen Wirbel. Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) hatte entschieden, Türkgücü München als Führenden der Regionalliga nach dem Abbruch des Spielbetriebs wegen der Coronakrise für den Aufstieg in die 3. Liga zu melden.

Als Kompromiss sollten die zweitplatzierten Schweinfurter im DFB-Pokal antreten dürfen - auf jenem Startplatz, der normalerweise für den bayerischen Amateurmeister, den Regionalliga-Sieger, reserviert ist. Für diese Lösung hatte der Bayerische Fußball-Verband (BFV) sogar seine Statuten verändert.

Gang vors Gericht verhindert Pokal-Anpfiff

In der komplizierten Causa will Fußball-Drittligist Türkgücü München sein Startrecht in der ersten Runde des DFB-Pokals einklagen. Der BFV hatte den 1. FC Schweinfurt bereits für die Partie bei Bundesligist FC Schalke 04 gemeldet. Dagegen erwirkte Türkgücü eine Einstweilige Verfügung.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) war gezwungen, die Partie der Schweinfurter gegen Schalke 04 bis zur endgültigen Klärung aufzuschieben.

Streit um Antrittsgeld und Präsenz per Livespiel

Auch wenn die Chance auf ein Weiterkommen gegen den hochklassigen Gegner sehr unwahrscheinlich ist, ist allein die Teilnahme am Pokal-Wettbewerb finanziell viel wert. Zunächst geht es um 110.000 Euro Antrittsgeld.

Darüber hinaus ist wäre ein live übertragenes Spiel als Werbung für den Drittliga-Neuling Türkgücü höchst interessant. Bis zum Mittwoch müssen sich nun Türkgücü, Schweinfurt und der BFV noch gedulden, bis eine Entscheidung gefallen ist.