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Gerd Müller - der "Bomber" der Nation | BR24

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Gerd Müller

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Gerd Müller - der "Bomber" der Nation

Ein Mann, eine Drehung, ein Tor: Gerd Müller war ein Phänomen. Der "Bomber der Nation" ist als Fußballer einmalig und unerreicht. Doch um den Stürmer ist es still geworden. Er ist an Alzheimer erkrankt. Jetzt feierte er seinen 74. Geburtstag.

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Die Karriere als Fußballstar beginnt im Jahr 1964, als Müller vom TSV Nördlingen zum FC Bayern München wechselt. Und das, obwohl Trainer Tschik Čajkovski eigentlich gar nichts mit dem kleinen und gut genährten Spieler anzufangen weiß. "Was soll ich mit einem Gewichtheber?", soll er gefragt haben. Doch wenig später revidiert der Coach seine Meinung und tituliert Müller liebevoll als "kleines dickes Müller." Kein Wunder, der Stürmer erzielt gleich in seiner ersten Saison in 26 Spielen 33 Tore.

"Von Anfang an, hatte ich beim Fußball spielen eine ganz besondere Leidenschaft: selber Tore zu schießen." Gerd Müller in seinem Buch "Tore entscheiden"

Müller immer noch Bundesliga-Rekordtorschütze

Bis zu seinem Karriereende sollten es für den siebenmaligen Torschützenkönig der Bundesliga 365 Treffer in 427 Bundesligaspielen werden. Sein wichtigster Torschuss ist und bleibt aber sein Treffer zum 2:1 gegen die Niederlande im WM-Finale 1974, mit dem er der Nationalmannschaft den zweiten Weltmeistertitel nach 1954 sichert. 

Müller wird aber nicht nur Weltmeister und im Jahr 1972 Europameister. Viermal hält er die Meisterschale in den Händen, viermal reckt er den DFB-Pokal in die Höhe. Von 1974 bis 1976 holt er mit dem FC Bayern zudem dreimal hintereinander den Europapokal der Landesmeister, 1976 wird er Weltpokalsieger. Im Februar 1979 spielt er zum letzten Mal für den FC Bayern. Der damalige Trainer Pal Csernai stuft den "Bomber der Nation" als nicht gut genug ein. Müller kehrt dem Rekordmeister den Rücken und wechselt in die USA zu den Fort Lauderdale Strikers.

Gerd Müller - Bilder seiner Karriere

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Gerd Müller beginnt seine Fußballkarriere beim TSV 1861 Nördlingen. In der Saison 1962/1963 erzielt er dort als 17-Jähriger 180 Tore.

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Sein Torinstinkt weckt schnell das Interesse der renommierten bayerischen Vereine. Müller entscheidet sich für den FC Bayern.

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Das erste Bundesligaspiel absolviert Müller am 14. August 1965.

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Auch privat läuft es rund: Am 21. August 1967 gibt Gerd seiner Uschi das Jawort.

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Drehung, Schuss, Tor: Müller schießt die Bayern zu vier Meisterschaften und gewinnt viermal den DFB-Pokal.

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Die Torjägerkanone wandert gleich siebenmal in seinen Besitz. Bis heute unerreicht sind seine 40 Treffer aus der Saison 1971/1972.

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Gleich zweimal wird er "Deutschlands Fußballer des Jahres".

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Die Erfolgsmannschaft der "glorreichen" 1970er Jahre. Zwischen 1974 und 1976 holen die Bayern den Europapokal der Landesmeister.

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Auch im DFB-Trikot stellt sich der Erfolg ein. Mit vier Toren schießt Müller Deutschland zum EM-Titel 1972 in Belgien und wird Torschützenkönig.

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Das nach eigener Aussage "wichtigste Tor": Im WM-Finale gegen die Niederlande trifft Müller zum 2:1-Siegtreffer. Deutschland ist Weltmeister.

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Für die DFB-Elf gelingen dem "Bomber der Nation" 68 Tore in 62 Spielen – eine sagenhafte Ausbeute.

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1977 verleiht Bundespräsident Walter Scheel Gerd Müller und seinem Teamkameraden Sepp Maier das Bundesverdienstkreuz.

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Müller steht bei Trainer Pál Csernai auf dem Abstellgleis. Er bittet um Auflösung des Vertrags.

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Abschied in die USA: Von den Münchnern geht es gemeinsam mit Ehefrau Uschi zu den Fort Lauderdale Strikers in die North American Soccer League.

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Nach seinem Karriereende verfällt Müller dem Alkohol. Sein Freund Uli Hoeneß überredet ihn, sich in therapeutische Behandlung zu begeben.

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Franz Beckenbauer vermittelt Müller anschließend eine Stelle als Trainer im Amateur- und Jugendbereich der Bayern.

Kämpfer auch abseits des Platzes

Nach dem Rücktritt vom Profi-Fußball 1981 gerät Müller – noch in den USA – in eine tiefe Lebenskrise. "Ich habe mein Leben durch Alkohol zerstört", sagt er damals, zwischenzeitlich steht auch seine Ehe vor dem Aus. Letztlich ist es aber gerade Ehefrau Uschi, die auch in dieser schwierigen Phase ihrer Partnerschaft zu ihm hält. Und seine Freunde vom FC Bayern. Uli Hoeneß und Franz Beckenbauer bringen ihn gemeinsam mit seiner Frau dazu, sich einer Entziehungskur zu unterziehen. Die meistert Müller erfolgreich, was er später als "meinen größten Triumph" tituliert.

Seine Frau, mit der Müller seit 1967 verheiratet ist, steht ihm auch bei der Herausforderung der Krankheit Alzheimer bei. Erst kurz vor seinem 70. Geburtstag wird die Diagnose bekannt – seitdem ist es endgültig still geworden um den "Bomber der Nation".

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Er hat die meisten, die unglaublichsten Tore aus den abwegigsten Positionen geschossen, wurde Weltstar, reich, Alkoholiker.