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Bayern-Spieler Franck Ribéry
© pa/dpa/Frank Hoermann/Sven Simon
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Bayern-Spieler Franck Ribéry

Das vergoldete Steak, das Franck Ribéry kürzlich im Urlaub verspeist hat, entpuppt sich als schwere Kost. Der Flügelflitzer des FC Bayern bekam ob des 1.200 Euro teuren Stück Rindfleisches den erwartbaren Shitstorm ab. Seine wütende Reaktion darauf macht die "Golden Ribeye"-Angelegenheit nicht bekömmlicher. Er beleidigte Kritiker und Journalisten aufs Übelste. Sein Verein, der FC Bayern München, verhängte deshalb nun eine "sehr hohe" Geldstrafe.

"Golden Ribeye" für Ribéry

Alles begann mit diesem Video, das der Fußballer selbst auf Twitter und Instagram in die Welt setzte. Ribéry wird darin ein mit Blattgold überzogenes Steak vorgesetzt. Es sollte ihm noch tagelang im Magen liegen.

Einladung vom Starkoch

Es gebe keinen besseren Start in das Jahr als eine Prise Salz und einen Besuch bei seinem türkischen Bruder, schrieb der Franzose am Freitag dazu. Der "türkische Bruder" ist der Starkoch Nusret Gökce. Er soll den Fußballer zu dem edlen Stück Fleisch in seinen Gourmettempel Nusr-Et in Dubai eingeladen haben. Ribéry machte in der Stadt mit seiner Familie Urlaub, bevor es mit dem FC Bayern ins Trainingslager nach Katar ging.

Shitstorm gegen Ribéry bricht los

Die Resonanz auf das Video war gewaltig. Während ihm viele Fans einen "Guten Appetit" wünschten, bezeichneten Kritiker die Aktion als "dekadent", "unsensibel" und "großspurig". Vor allem in Frankreich stieß das Luxusessen vielen sauer auf. Viele Kommentare waren dabei eindeutig unter der Gürtellinie.

Ribéry schlägt verbal zurück

Ribérys Reaktion auf den Shitstorm fiel ebenso drastisch aus: er setzte zu einer langen Wutrede an - obszöne Beleidigungen inklusive. Auf seinem offiziellen Twitter-Account hieß es in französischer Sprache: "Lass uns beginnen mit den Neidern, den Hassern, die sicher durch ein löchriges Kondom entstanden sind. F*** Eure Mütter, eure Großmütter und sogar euren Stammbaum."

Der 35-Jährige ging auch auf die Medien los. Wenn er Geld spende, werde darüber nicht berichtet. Wo und wie er seinen Urlaub verbringe, sei dagegen schon Thema. Dass er die Berichterstattung selbst auslöste, indem er das Video postete, erwähnte er nicht.

FC Bayern greift durch

Sein Verein, der FC Bayern München, reagierte nun auf die neuerlichen Verbalattacken des als Hitzkopf bekannten Franzosen. Sportdirektor Hasan Salihamidzic sagte im Trainingslager in Doha: "Franck wurde aufs Übelste beschimpft und beleidigt. Er hat sich verteidigt, dazu hat er alle Rechte."

"Sehr hohe" Geldstrafe gegen Ribéry

Aber: "Er hat Worte benutzt, die wir als FC Bayern München nicht akzeptieren können und die Franck als Vorbild und als Spieler des FC Bayern nie benutzen darf." Ribéry, dessen Vertrag am Saisonende beim FC Bayern ausläuft, werde eine "sehr hohe" Geldstrafe bekommen. Über die Summe sagte Salihamidzic nichts. Gestern noch hatte ein Sprecher der Bayern die Angelegenheit als "Privatangelegenheit" bezeichnet.

Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic

Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic

Hitzkopf Ribéry trainiert

Ribéry selbst steht unterdessen wieder im Training. Nach Shitstorm, Standpauke und Geldstrafe ist der Franzose beim Warmlaufen in der Sonne Katars in vorderer Reihe dabei. Zuletzt hatte Ribéry den französischen TV-Reporter Patrick Guillou nach der 2:3 Niederlage gegen Borussia Dortmund attackiert, weil er sich durch diesen zu Unrecht kritisiert gefühlt hatte. Damals waren Bayern-Präsident Uli Hoeneß und Sportdirektor Salihamidzic als Friedensstifter im Einsatz.