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Geisterspiele: Sportpsychologen werden jetzt wichtig | BR24

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Spieler, Vereine und Fans fiebern dem Start der Liga nach der Corona-Pause entgegen. Ohne Zuschauer wird die Saison fortgesetzt. Und die spannende Frage ist jetzt: Wie wird sich die leere Kulisse auf die Leistungen der Spieler auswirken?

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Geisterspiele: Sportpsychologen werden jetzt wichtig

Ohne Zuschauer wird am Wochenende die Fußball-Bundesliga fortgesetzt. Die spannende Frage ist: Wie wird sich die leere Kulisse auf die Leistungen der Spieler auswirken? Die ungewohnte "Geisterspiel"-Situation könnte so manchen Profi verunsichern.

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Auflaufen in der leeren Arena. Das wird die Leistung einiger Profis beeinflussen, da sind sich die Experten einig. Je nach Spielertyp wird der eine besser spielen als sonst, der andere schlechter.

Probleme bekommen könnten die Spieler, die den Jubel der Fans brauchen. "Wenn wir Personen haben, für die Leistung dann zählt, wenn sie von außen Anerkennung bekommen, und die Zuschauer fallen weg, dann müssen wir damit rechnen, dass diese Spieler eine entsprechende Leistungseinbuße haben", sagt Sabine Würth, Sportpsychologin an der Universität Salzburg.

Eine Chance für "Trainings-Weltmeister"

Profitieren könnten die sogenannten "Trainings-Weltmeister", die sonst im vollen Stadion dem Erwartungsdruck nicht standhalten und versagen. Jetzt können sie befreit aufspielen. "Da gibt’s Personen, die sind froh, wenn keine Zuschauer dabei sind", sagt Würth.

Für die Vereine heißt es jetzt: Die Spieler so gut wie möglich mental zu unterstützen und auf die Geisterspiele vorzubereiten. Am besten mit Hilfe von Sportpsychologen.

Experte empfiehlt Sportpsychologen

"In so einer Situation wie jetzt kann es sich zum Beispiel bewähren, wenn ein Sportpsychologe nicht neu hinzukommt, sondern vielleicht schon vertraut ist mit den Spielern", sagt Fabian Pels vom Psychologischen Institut der Deutschen Sporthochschule Köln: "Weil er vielleicht weiß, wie die ticken. Weil sie schon ein gewisses Vertrauensverhältnis zu ihm haben, und sich jetzt ihm gegenüber dann öffnen."

Eine Untersuchung zur aktuellen Saison durch die Spielergewerkschaft VDV hat allerdings ergeben: Nur drei Klubs in der ersten Bundesliga bieten ihren Spieler eine professionelle Betreuung an.

Auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks antwortete etwa die Hälfte der Vereine und gab an: Ihnen sei die psychologische Unterstützung der Profis wichtig. Jetzt, in der neuen Situation, mit Sicherheit umso mehr.