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Geheime Dopingmittel - deshalb flogen Schmidt & Co. nicht auf | BR24

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Bildrechte: picture-alliance/dpa

Vor dem Münchner Landgericht läuft der Doping-Prozess gegen Mark Schmidt. Bei zahlreichen Dopingtests konnten die Kontrolleure aber nichts finden, weil die Athleten neue, nicht nachweisbare Substanzen verwendet hatten - mit zum Teil schlimmen Folgen.

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Geheime Dopingmittel - deshalb flogen Schmidt & Co. nicht auf

Vor dem Münchner Landgericht läuft derzeit der Doping-Prozess gegen Arzt Mark Schmidt und seine Komplizen. Das Netzwerk war lange nicht aufgeflogen: Bei Dopingtests konnten Kontrolleure nichts finden - weil geheime Substanzen verwendet wurden.

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Von
  • Sebastian Krause

Humanalbumin, TB 500 und TB 1000, Repoxygen, Molidustat - für Laien völlig unverständliche Begriffe, für die Sportler im Doping-Netzwerk um den Arzt Mark Schmidt offensichtlich das Geheimrezept.

Bei Kontrollen nur schwer zu finden

Die Athleten sollen diese verbotenen Substanzen verwendet haben, die bei den Dopingkontrollen nur sehr schwer oder gar nicht zu finden sind.

Professor Mario Thevis vom renommierten Anti-Doping-Labor in Köln gibt sich beeindruckt: "Die genannten Präparate zielen alle auf die Steigerung der Ausdauerleistungsfähigkeit und Regenerationsfähigkeit ab. So dass wir es hier mit einem durchdachten System zu tun haben."

Mittel zur Korrektur der Blutparameter

Zum Beispiel Humanalbumin, das das Doping mit Eigenblut verschleiern soll. "Humanalbumin ist ein natürlicher Bestandteil des menschlichen Blutes, was bei Bluttransfusionen dann zum Einsatz kommt, wenn die Blutparameter korrigiert werden müssen", sagt Thevis: "Damit sie bei Kontrollen nicht auffällig werden."

Fitmacher für Pferde

Oder TB 500 und TB 1000, eigentlich ein Fitmacher für Pferde. "Studien im Humaneinsatz gibt es meiner Kenntnis nach hierzu nicht. Es wurde im Veterinärbereich wohl umfangreich getestet", erklärt Thevis.

Auch Gendoping im Einsatz

Ein Sportler soll sogar Repoxygen verwendet haben, also Gendoping. Dabei wird der menschliche Körper quasi umprogrammiert, damit er mehr rote Blutkörperchen produziert - für einen besseren Sauerstofftransport im Blut. Außergewöhnlich - bisher wurde Repoxygen noch nie bei einem Sportler nachgewiesen.

"Das sind die ersten detaillierten Hinweise darauf, dass mit Gendoping-Präparaten gearbeitet wurde", sagt Thevis. Immerhin konnte der Anti-Doping-Forscher mit seinem Kölner Labor bei der Substanz Molidustat den Dopern einen Strich durch die Rechnung machen.

EPO-Ersatz Molidustat - vom Labor entdeckt

Molidustat wirkt wie EPO. Thevis und sein Team entwickelten 2017 dafür einen Test. Doping-Arzt Mark Schmidt warnte daraufhin sein Netzwerk, das Mittel nicht mehr zu nehmen. Er wolle sich nach einer Alternative umsehen.