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Fußballverband: Vereine sorgen sich um Einnahmen und Nachwuchs | BR24

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Leerer, gesperrter Fußballplatz

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    Fußballverband: Vereine sorgen sich um Einnahmen und Nachwuchs

    Die Angst vor dem Existenzende ist gering, dennoch sorgen sich Bayerns Fußballvereine in Coronazeiten um wegbrechende Einnahmen und fehlenden Nachwuchs. Dies geht aus einer jetzt veröffentlichten Umfrage des Bayerischen Fußball-Verbands hervor.

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    Von
    • Bernd R. Eberwein

    Vom 2. bis zum 15. Dezember 2020 hat der Bayerische Fußball-Verband (BFV) unter seinen Mitgliedsvereinen erneut eine Befragung durchgeführt. Schon im April hatte der BFV die Sorgen und Probleme der Klubs abgefragt, diesmal nahmen 1.664 Vereine teil.

    Vereine glauben, dass sie weiter existieren können

    Das Positive vorneweg: Anders als im April sehen sich nur noch zehn Prozent der Klubs "sehr stark" oder "stark" in ihrer Existenz gefährdet. Im Frühjahr waren es noch 21,3 Prozent. Allerdings schwindet nach und nach das Durchhaltevermögen und der Glaube an die Zukunft.

    Waren im April deutliche 59,7 Prozent der Befragten noch "sehr zuversichtlich" oder "zuversichtlich", dass ihr Verein die Coronakrise ohne nachhaltige Schäden übersteht, sank diese Zahl im Dezember auf 41,5 Prozent.

    Wann und wie darf wieder trainiert werden?

    Probleme sehen die befragten Klubs derzeit überall: im sportlichen, im wirtschaftlichen und im organisatorischen Bereich.

    Sorgen bereiten beispielsweise der Trainingsbetrieb und dessen - derzeit nicht mögliche - Wiederaufnahme. Für 83,8 Prozent der Befragten war dies das größte Problem (April: 72,3 Prozent). Im Frühjahr war noch die Fortführung des Spielbetriebs (80 Prozent, April: 84,3 Prozent) höher eingestuft worden.

    Keine Einnahmen durch Veranstaltungen und Tickets

    Auf wirtschaftlicher Seite beklagen die Vereine vor allem den Wegfall von Veranstaltungen wie Sommerfesten und Turnieren und die damit verbundenen Einnahmen. Hier stieg der Wert von 82,1 Prozent auf 87,4 Prozent.

    Einen deutlichen Sprung nach oben machten die Sorgen um fehlende Einnahmen aus Ticketverkäufen. Sahen dies im April nur 36,1 Prozent der Befragten als ein Problem, waren es diesmal 70,1 Prozent.

    Vier Fünftel sorgen sich um den Nachwuchs

    Bei den organisatorischen Problemen und Sorgen ist der Verlust von Kindern und Jugendlichen im Nachwuchsbereich die Hauptsorge: 79,4 Prozent nannten dies. Im April, zu einem frühen Zeitpunkt der Coronakrise, war dieser Wert noch nicht erfasst worden.

    Ein Weg, der kein leichter ist

    "Der Weg, den wir gemeinsam gehen müssen, ist noch ein weiter und die Herausforderungen sind ebenso vielfältig wie groß", wird Präsident Rainer Koch in einer BFV-Mitteilung zur Veröffentlichung der Umfrageergebnisse zitiert.

    Immerhin: Die Klubs unterstützen in der Umfrage auch deutlich die bisherigen Maßnahmen des Verbands. Der BFV fordert von der Politik unter anderem, den Trainingsbetrieb so schnell wie möglich wieder zu ermöglichen. 87,5 Prozent der befragten Vereine unterstützen diese Maßnahme.

    "Über allem steht eben die Botschaft dieser Umfrageergebnisse: Verband und Vereine stehen Seite an Seite, gehen gemeinsam durch diese Krise. Und deshalb werden wir diese Extremsituation auch bewältigen", so Koch.