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In diesem Jahr gab es keine große Gala anlässlich der Vergabe des Deutschen Fußball-Kulturpreises

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    Fußball-Kulturpreise aus dem Krankenhaus verliehen

    In ungewohnter Form sind die diesjährigen Deutschen Fußball-Kulturpreise verliehen worden: Nicht nur, dass die Gala wegen der Corona-Pandemie virtuell stattfinden musste - auch die Moderatorin grüßte aus dem Krankenhaus.

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    Von
    • Oliver Tubenauer

    Schon frühzeitig hatte die Deutsche Akademie für Fußballkultur entschieden, dass die diesjährige Preisverleihung nicht wie gewohnt mit 500 Gästen in der Nürnberger Tafelhalle stattfinden sollte. Im Nachhinein beinahe ein Glück: Denn Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein musste sich vor der Veranstaltung ins Krankenhaus begeben. "KMH" konnte deswegen nur per Videobotschaft live aus der Klinik grüßen.

    Die Live-Moderation übernahm kurzfristig die Leiterin der Akademie, Birgitt Glöckl. Da die eigentlichen Preisverleihungen aber zuvor aufgezeichnet worden waren, führte Katrin Müller-Hohenstein dann doch irgendwie durch das Programm.

    Zwei Hauptpreise zum Kicker-Jubiläum

    Den Walther-Bensemann-Preis, der an den Gründer der Sportzeitschrift "Kicker" erinnert, vergab die Akademie zum 100-jährigen Jubiläum des Sportmagazins in diesem Jahr gleich zweimal. Als letzter noch lebender Weltmeister von 1954 durfte Horst Eckel den Preis entgegennehmen. DFB-Präsident Fritz Keller würdigte die "Helden von Bern" als bescheidene und ehrliche Sportler, die bereits gesellschaftliche Verantwortung übernommen hatten, als der Begriff noch gar nicht geprägt war.

    Für ihre Pionierleistung im Frauen-Fußball wurde die ehemalige Nationalspielerin und Bundestrainerin Silvia Neid ebenfalls mit dem Walther-Bensemann-Preis ausgezeichnet.

    Daniel Thioune prägt den Fußballspruch des Jahres

    "Wer es nicht schafft, gegen des HSV zu punkten, sollte nicht auf dem Rücken eines Flüchtlings, der niemandem etwas getan hat, versuchen, einen Vorteil herauszuholen, sondern besser auf die eigenen sportlichen Fehler schauen." Daniel Thioune, damaliger Trainer des VfL Osnabrück

    So lautet der Fußballspruch des Jahres. Hintergrund des Zitats von Trainer Daniel Thioune war die ungeklärte Identität des HSV-Profis Bakery Jatta, die dazu geführt hatte, dass mehrere Vereine Proteste gegen die Spielwertungen eingelegt hatten.

    Wohlgemerkt: Zum Zeitpunkt des Spruchs war Thioune noch Trainer beim VfL Osnabrück. Mittlerweile ist er Jattas Trainer in Hamburg. " Dort ziehen wir jetzt auch am gleichen Strang", sagte Thioune bei der Preisverleihung.

    Gerd Müller-Biografie ist Fußball-Buch des Jahres

    Der Münchner Autor und Historiker Hans Woller hat mit seiner Gerd Müller-Biografie das Fußballbuch des Jahres verfasst. Woller ist zwar bekennender Bayern-Fan, doch er hat den Eindruck, dass sein Buch bei der heutigen Vereinsführung nicht so gut ankommt. Denn es thematisiert auch Steuerhinterziehungen, die beim FCB in den 1970er-Jahren begangen worden sein sollen.

    Fan-Preis für Utopien

    Der diesjährige Fan-Preis befasst sich mit "Fußball-Utopien". Auch hier gibt es mehrere Preisträger – der Großteil des Preisgeldes geht aber an den Verein Gesellschaftsspiele e.V.. Er hat die Vision eines Fußballverbandes entworfen, der nach dem Genossenschaftsmodell organisiert ist.

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