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Fußball-Europokal 1981: Nervöse Bayern scheitern an Liverpool | BR24

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Fußball-Klassiker bei BR Sport: Im Europokal der Landesmeister schied der FC Bayern 1981 nach einem 1:1 zu Hause gegen den FC Liverpool aus. Der BR-Bericht nach dem Rückspiel von Fritz von Thurn und Taxis.

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Fußball-Europokal 1981: Nervöse Bayern scheitern an Liverpool

1981 schied der FC Bayern München im Europokal der Landesmeister nach einem 0:0 in Liverpool aus. Im Rückspiel in München kamen die Bayern nicht über ein 1:1 gegen die "Reds" und ihren legendären Trainer "Bob" Shankly hinaus. BR Sport blickt zurück.

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FC-Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte schon beim MItternachtsbankett nach dem 0:0 im Hinspiel den mahnenden Finger gehoben. "Wir dürfen nicht den Fehler machen, den meine Mannschaft 1981 gemacht hat. Wir haben hier 0:0 gespielt und waren leider nach dem Spiel der Meinung, dass das Schlimmste hinter uns läge. Und dann haben wir in München 1:1 gespielt", sagte Rummenigge.

Das 0:0 rief beim früheren Weltklasse-Stürmer schmerzhafte Erinnerungen hervor an die Saison 1980/81. Im damaligen Champions-League-Vorläufer, dem Europapokal der Landesmeister, hatte sich der FC Bayern im Hallbfinale an der Anfield Road ebenfalls ein 0:0 im Hinspiel erkämpft. Das Rückspiel im Münchner Olympiastadion endete 1:1. Liverpool zog ins Finale ein und gewann dort 1:0 gegen Real Madrid.

Nervöse Bayern und die Angst vor dem Gegentor

Ray Kennedy traf in der 82. Minute zur 1:0-Führung für Liverpool im Münchner Olympiastadion. Der FC Bayern konnte durch Karl-Heinz Rummenigge in der 87. Minute nur noch ausgleichen. Die Auswärtstorregel bescherte dem Klub von der Mersey den Finaleinzug und den späteren Titelgewinn. Die Bayern damals ungewöhnlich nervös: Walter Junghans im Tor musste einige Male nachfassen, "Klaus Augenthaler spielte so schlecht, wie ich ihn noch nie gesehen habe", kommentierte der damalige BR-Reporter Fritz von Thurn und Taxis.

"Bob" Shankly - legendärer Liverpool-Trainer

Der Finalsieg gegen Madrid war der dritte Europapokal-Triumph des FC Liverpool in den 70er- und 80er-Jahren. Zuvor hatte der Klub den Cup noch keinmal gewonnen. Verantwortlich an der Seitenlinie: Liverpool-Trainerlegende Robert "Bob" Paisley. Paisley war bereits seit 1959 Co-Trainer der "Reds" unter dem nicht minder legendären Bill Shankly. Von ihm ist das Zitat überliefert: "Es gibt Leute, die denken, Fußball sei eine Frage von Leben und Tod. Ich mag diese Einstellung nicht. Ich kann Ihnen versichern, dass es noch sehr viel ernster ist." Eine Shankly-Statue steht vor der Stehplatztribüne "The Kop" an der Anfield Road.

MIt Shankly und Paisley war Liverpool von der zweiten englischen Liga bis in die Weltspitze marschiert. Unter Paisley, der 1974 den Cheftrainerposten übernommen hatten, etablierte sich Liverpool dort. Sechs Meistertitel, drei Europapokalsiege, je einmal UEFA-Pokal- und Supercupsieger, dazu drei Mal der englische Ligapokal - so erfolgreich wie unter Paisley war Liverpool nie wieder.

Bis 2014 war Paisley der einzige Trainer, der drei Mal den Europapokal gewinnen konnte. Erst dann zog der Italiener Carlo Ancelotti gleich. 1996 verstarb Shankley. Am 23. Januar dieses Jahres wäre er 100 geworden.