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Viele, die den Sport bislang nur in Hallen betrieben haben, starten jetzt in die Natur, ohne die nötigen Vorkenntnisse. Der Deutsche Alpenverein rät den Kletterern, sich über die jeweiligen Gegebenheiten nicht erst vor Ort zu informieren.

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Run auf die Kletterfelsen: Draußen gelten andere Regeln

Die Kletterhallen sind seit Monaten geschlossen. Die Menschen zieht es nach draußen in die Berge und an die Kletter-Felsen. Aber "Draußen ist anders“, sagt der Deutsche Alpenverein. Da gibt es bei Sicherheit und Naturschutz einiges zu beachten.

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Sobald es wärmer wird, sind auch die Klettergärten voll. Um Chaos oder gar Unfälle zu vermeiden, rät der Deutsche Alpenverein (DAV) den Kletterern, sich über die jeweiligen Gegebenheiten nicht erst vor Ort zu informieren. "Zunächst sollte man zu Hause schon mal planen – kann ich dort überhaupt klettern, gibt es naturschutzrechtliche Auflagen, die das Klettern verhindern, wie zum Beispiel die Vogelbrut,“ sagt Ulrich Berkmann vom DAV Ressort Naturschutz.

So ist derzeit im Ammertal etwa die höher gelegene Falkenwand gesperrt. Wo geklettert wird, beobachten Profis wie Sebastian Buchwieser, Felsbetreuer im Landkreis Garmisch-Partenkirchen, einen Trend. Viele, die den Sport bislang nur in Hallen betrieben haben, starten jetzt in die Natur, ohne die nötigen Vorkenntnisse. "Dass man mal lernt, wie ist was zu belasten, wie baut man oben um. In der Halle sind halt Umlenkketten, die entsprechen der Norm, die sind alle gleich.“

Sicherheit und Umwelt

In den Klettergärten gelten andere Standards und Regeln, auch in Sachen Ausrüstung. Viele Unfälle, das zeigt die Statistik, passieren, wenn man sich zu sehr auf andere verlässt. "Meistens hat ein Freund oder eine Freundin schon mal einen Kurs gemacht, das ist natürlich das Ganze mit Vorsicht zu genießen, weil man ja nicht weiß, ob der alles so verinnnerlicht hat...,“ sagt Berkmann.

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Die Kletterhallen sind zu, daher zieht es viele Neulinge an den Fels. Um ihnen zu helfen und um die Natur zu schützen, hat der DAV wieder seine Aktion "Natürlich Klettern" gestartet. Uli Berkmann erklärt im Fitnessmagazin worum es dabei geht.

Der Alpenverein und die Bergführer hoffen, dass sie in Corona-Zeiten möglichst bald wieder entsprechende Kletterkurse anbieten können. Nachdem sie häufig Fehler beobachten: "Meistens ein sicherungstechnisches Problem. Wo ich dann sag, oh der hat noch nicht oft gesichert und wenn der jetzt so weiter macht, dann passiert mal ein großer Unfall“, erklärt Buchwieser.

Dagegen seien andere Probleme gering, die der Ansturm mit sich bringt: Falschparker an den Zufahrtsstraßen, Lärm, Müll und Hinterlassenschaften nicht nur von Hunden. Damit sich die Situation an den Kletterfelsen nicht zuspitzt, informiert der Deutsche Alpenverein über alle Verhaltens- und Sicherheitsregeln auch im Internet.