BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: picture-alliance/dpa

Unterhaching und Friedrichshafen haben sich in den 00er- und 10-er Jahren intensive Duelle in der Volleyball-Bundesliga und im Pokal geliefert. In der Saison 2020/21 steht Unterhaching vor einem Neuanfang und geht als Außenseiter ins Bundesligamatch.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Früher war alles besser? Volleyball-"Zwerg" Unterhaching

Unterhaching galt einst als Volleyball-Hochburg. Doch nach dem "Aus" der Alpenvolleys fängt der TSV wieder klein an. Das frühere Spitzenspiel gegen Friedrichshafen ist diesmal ein Duell zwischen Außenseiter und Meisterschaftsanwärter.

Per Mail sharen
Von
  • Kilian Medele

Mihai Paduretu ist der Macher im Hachinger Volleyball in Unterhaching, 17 Jahre war er Trainer, konnte vier Mal den Pokal gewinnen. Gegen die große Mannschaft des VfB Friedrichshafen gab es Spiele auf Augenhöhe. Aktuell sind die Hachinger allerdings eher der Zwerg der Liga. Mit ihrer blutjungen Mannschaft sind sie an diesem Sonntag (16.00 Uhr) krasser Außenseiter gegen Friedrichshafen.

Legendäre Bundesliga-Duelle

Was waren das für legendäre Duelle gegen Rekordmeister VfB Friedrichshafen. In der Meisterschaft hatte Mihai Paduretu fast keine Chance gegen Trainerlegende Stelian Moculescu.

"Das war alles schön. Jede Meisterschaft ist schön, jede Meisterschaft hat ihren eigenen Charakter, ihren eigenen Reiz und deswegen feiert man sie so, wie so kommen. Ich bin froh, dass ich schon so viele feiern konnte", sagt Moculescu vor dem Bundesligaduell in Haching.

Hachinger Pokaltriumph 2011

Aber im Pokal konnte Paduretu seinen rumänischen Landsmann und Lehrmeister immer wieder besiegen - wie 2011 im Finale: "Wir freuen uns riesig, wir möchten das einfach nur genießen. Es war ein Riesenspiel zwischen zwei Mannschaften auf Champions-League-Niveau."

Heute ist Paduretu Geschäftsführer, sitzt in seinem Büro in der Hachinger Turnhalle. Poster aus alten Zeiten sucht man dort vergeblich, aber er hat die Bilder im Kopf: "Die Spiele gegen Friedrichshafen waren - 2008 bis 2014 - immer sehr ausgeglichen, immer vor vollen Hallen - es war schon immer Derbystimmung."

Davon kann in Coronazeiten natürlich keine Rede sein. Statt 1.500 Zuschauern darf keiner kommen. Heißt: Keine Kohle für die klamme Kasse. Die Mannschaft spielt quasi umsonst, der Vergleich zu früher hinkt aber nicht nur weil ein Großsponsor fehlt.

Null Sätze, null Punkte, null Siege

"Damals - auch wenn die Mannschaft sehr jung war - hatte die Mannschaft mehr Erfahrung in der zweiten Liga, einige hatten auch erste Liga gespielt. Und jetzt haben wir eine Mannschaft, die wirklich null Erfahrung in der ersten Liga hat", sagt Paduretu.

Kein Absteiger in der Coronasaison

Und bisher auch null Sätze in vier Partien gewonnen hat. Sie sind Tabellenletzter. Gut, dass wegen Corona der Abstieg in dieser Saison ausgesetzt wird. Dass darf aus Hachinger Sicht gerne erstmal so bleiben. Paduretu rechnet sogar damit, dass es noch ein weiteres Jahr so bleiben wird, weil die Liga auf 14 Teams aufgestockt werden soll.

Aber wer Mihai Paduretu kennt, weiß: Nach ein paar Jahren soll es nach oben gehen. "Ja, natürlich. Wir wollen dann erstmal Sechster, Siebter, Achter werden - und dann Richtung Halbfinale schauen, so wie es früher der Fall war", sagt Paduretu. In den großen Duellen gegen den Rekordmeister.