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Frauenfußball-WM: Nigeria nicht unterschätzen | BR24

© picture-alliance/dpa

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg

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Frauenfußball-WM: Nigeria nicht unterschätzen

Nachdem ihnen Marta und Co. erspart blieben, stellen sich die DFB-Frauen im Eiltempo auf ihren Achtelfinalgegner Nigeria ein. Viel Zeit bleibt nicht. Auch nicht für die verletzte Dzsenifer Marozsan.

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Super-Falken statt Brasilien-Hammer: Auch wenn ihnen ein frühes Duell mit Superstar Marta erspart bleibt, gehen die deutschen Fußballerinnen gewarnt und womöglich mit Superjoker Dzsenifer Marozsan in ihr WM-Achtelfinale gegen Nigeria. "Sie geht mit ins Training, dann schauen wir, wie der Fuß reagiert", sagte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg vor dem ersten K.o.-Spiel heute um 17.30 Uhr in Grenoble.

Nur einen Startelfeinsatz der Spielmacherin, die seit einer Fraktur des linken Mittelzehs im Auftaktspiel gegen China (1:0) außer Gefecht war, schloss sie aus.

Voss-Tecklenburg: "Ein Brocken"

Nach drei Tagen Ungewissheit steht seit Donnerstagabend der Gegner Nigeria endlich fest. "Wir wissen, dass da ein Brocken auf uns zukommt", sagte die Bundestrainerin. Im Grand Hotel von Uriage-les-Bains hatten der Trainerstab und Teile der Mannschaft gemeinsam die spannende Entscheidung beim Vorrundenabschluss verfolgt. Die Gegnerbesprechung einen Tag später als üblich könne vielleicht ein Vorteil sein, "weil so die Eindrücke für die Spielerinnen noch sehr präsent sind", sagte die 51-Jährige.

Der Rekord-Afrikameister sei aber ein "starkes Team, das haben sie in der Gruppenphase bewiesen", betonte Voss-Tecklenburg: "Speziell im letzten Spiel gegen Frankreich haben sie gezeigt, wozu sie in der Lage sind." Gegen den Gastgeber hatte die Auswahl des schwedischen Trainers Thomas Dennerby nur aufgrund eines wiederholten Foulelfmeters in der Schlussphase mit 0:1 verloren.

Seither hatte Nigeria mit drei Punkten auf dem Konto als Dritter der Gruppe A in Rennes zwischen Hoffen und Bangen auf die Ergebnisse der restlichen Spiele gewartet. Am Ende fehlte Chile (2:0 gegen Thailand) nur ein Tor, um die Afrikanerinnen noch aus der K.o.-Runde zu verdrängen.

Frühe Anreise nach Grenoble ein Vorteil

Der umständliche WM-Modus führte dazu, dass die Super-Falken erst am Freitagvormittag per Flugzeug nach Grenoble reisen konnten, wo die Deutschen bereits drei tage zuvor ihr viertes WM-Quartier bezogen hatten. Ein klarer Vorteil für den zweimaligen Weltmeister, der nach dem 4:0 gegen Südafrika nun die nächste afrikanische Hürde nehmen muss.

Neun Punkte aus drei Spielen ohne Gegentor haben Selbstvertrauen verliehen, zudem hat der Olympiasieger alle sieben bisherigen Duelle mit Nigeria gewonnen. "MVT" warnte dennoch vor der Physis und dem starken Umschaltspiel der Gegnerinnen. Vor allem Asisat Oshoala könnte der bisher nicht immer sattelfesten deutschen Defensive bei schnellen Kontern Probleme bereiten. Die athletische Angreiferin vom Champions-League-Finalisten FC Barcelona ist ohne Zweifel das Aushängeschild des nigerianischen Teams.

DFB-Auswahl geht Favoriten aus dem Weg

Die zweite gute Nachricht des Abends kam aus Le Havre: Da die USA mit einem 2:0 (1:0) gegen Schweden wie erwartet die Gruppe F gewannen, kann Deutschland frühestens im Endspiel (7. Juli/Lyon) auf den Titelverteidiger und Angstgegner treffen.

Auch Gastgeber Frankreich sowie die Mitfavoriten England, Australien und Brasilien befinden sich nun in der anderen Hälfte des Turnierbaumes. Im Viertelfinale käme es zum Duell mit Kanada oder Schweden.

Das Achtelfinale soll auf dem Weg zur erhofften Olympia-Qualifikation ja nur eine Zwischenstation für die junge DFB-Auswahl um Kapitänin Alexandra Popp sein, die vor ihrem 100. Länderspiel steht. Denn nur die drei besten Teams aus Europa dürfen 2020 nach Tokio, noch sind acht im Rennen.