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Frauenfußball: Immer weniger Interesse am Vereinssport | BR24

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An Talenten mangelt es der Frauen-Nationalmannschaft noch nicht. Doch immer weniger junge Frauen interessieren sich für Fußball und Vereinssport. Der von einer erfolgreichen WM-Teilnahme erhoffte positive Schub könnte nun ebenfalls ausbleiben.

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Frauenfußball: Immer weniger Interesse am Vereinssport

An Talenten mangelt es der Frauen-Nationalmannschaft noch nicht. Doch immer weniger junge Frauen interessieren sich für Fußball und Vereinssport. Der von einer erfolgreichen WM-Teilnahme erhoffte positive Schub könnte nun ebenfalls ausbleiben.

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Obwohl die Titelträume vorzeitig geplatzt sind, hofft Hannelore Ratzeburg, Vizepräsidentin des Deutschen Fußball-Bunds (DFB), dass die Euphorie um die Mannschaft nicht einfach so verpufft. "Zuwachsraten sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen sind immer dann zu verzeichnen, wenn große Turniere gespielt werden mit einer großen Öffentlichkeitswirksamkeit. Dann haben wir wieder Zuwachs, weil die Kinder sagen, dann werde ich auch Fußball spielen." Aber ob auch die aus deutscher Sicht enttäuschend verlaufende Weltmeisterschaft für einen solchen Schub sorgen kann?

Rückgang bei jungen Fußballerinnen von 15 Prozent in zehn Jahren

Zuwachs bräuchten viele Frauenmannschaften. Nach einer DFB-internen Studie, durchgeführt vom Allensbach-Institut für Demoskopie, erlebt der Verband einen "dramatischen Einbruch bei den jungen Frauen." Spielten im Jahr 2008 noch 33 Prozent der 14- bis 19-jährigen Mädchen und jungen Frauen "häufig bzw. ab und zu Fußball", sind es heute nur noch 18 Prozent. Das sind sogar weniger als vor 20 Jahren 1998, als immerhin 20 Prozent in dieser Altersgruppe kickten.

Bei Komet Blankenese im Hamburger Westen hat man reagiert. Torsten Manhart ist der einzige hauptamtliche Trainer des Vereins und nur für den Frauenfußball zuständig. Eine Investition die sich auszahlen soll. "Ich fülle zu Hause meine Anwesenheitsliste und da habe ich mit den Probe-Spielerinnen im Moment 150 Mädchen auf dem Zettel", sagt Manhart.

Vereinssport zieht nicht mehr

Eine Ausnahme allerdings. Denn allgemein zeigt sich in Deutschland eine gewisse Vereins-Verdrossenheit. Gaben 19989 noch 69 Prozent aller Deutschen ab 16 Jahren an, "gelegentlich Sport" lieber im Verein zu treiben, waren es 2017 nur noch 49 Prozent. Zehn Prozent sind unentschlossen, 41 Prozent bevorzugen Sport allein.

DFB und Verbände in der Pflicht

"Ich glaube, dass medial der Frauenfußball noch weiter nach vorne gebracht werden kann. Übertragungen nicht nur bei WM oder EM, sondern auch in der Liga", sagt Jens Scheuer. Der neue Trainer der FC-Bayern-Frauen sieht Verbände und den DFB in der Pflicht, dass "noch einmal Programme gestartet werden für Mädchenfußball. Damit sich mehr jünger Mädchen dem Fußball auch anschließen." Im Leistungsbereich sieht Scheuer noch keine Probleme: "Ich sehe jetzt nicht, dass wir zu wenig Toptalente haben, sondern, dass wir im Gegenteil gute Talente haben, die wir jetzt noch weiter fördern und ausbilden müssen."

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Audio: "Ich glaube, das medial der Frauenfußball noch weiter nach vorne gebracht werden kann", sagt Jens Scheuer von den FC-Bayern-Frauen.