Gefeiert in England: die Bayern-Spielerinnen Lina Magull, Lea Schüller und Klara Bühl (v.l.)

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Bayern-Power und ganz viel Spaß im Frauen-EM-Finale in Wembley

Bayern-Power und ganz viel Spaß im Frauen-EM-Finale in Wembley

Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft kämpft am Sonntag im Londoner Wembley-Stadion um ihren neunten EM-Titel. Auf dem Weg ins Finale gegen England haben auch einige Bayerinnen ihren Stempel aufgedrückt. Und auch für den Gegner spielt eine.

Die Stimmung ist gut im deutschen Team der Fußball-Frauen vor dem EM-Finale am Sonntagabend im Londoner Wembley-Stadion (18 Uhr, in der Radio-Livereportage bei BR24 Sport). So gut, dass sich die Torjägerin Alexandra Popp zwei Tage vor dem Endspiel einfach mal einen Schnauzbart aufklebte bei der Pressekonferenz.

Ein tiefes "Hallo", raunte die mit sechs Treffern beste deutschen Torjägerin mit verstellter Stimme, als sie dort erschien, die Kappe rückwärts auf dem Kopf. In Anspielung auf einen Satire-Tweet, sie solle als "Alexander Papp" nun auch zur Fußball-WM der Männer (die ja gerade so händeringend nach einem Torjäger suchen) nach Katar fahren, sorgte die DFB-Kapitänin mit ihrer Verkleidung für große Lacher.

Lina Magull Spaß- und Spielmacherin

Die Kapitänin Popp ist nicht die einzige Spaßmacherin im deutschen Team, das nach dem bereits neunten Europameister-Titel strebt. Neben ihr zeigten sich in dieser Rolle im Laufe der Fußball-Europameisterschaft in England auch die junge Laura Freigang und die Münchnerin Lina Magull. Magull beobachtete die Szenerie um Popp in der Pressekonferenz am Freitag übrigens aus dem Journalisten- und Zuschauerraum.

Auf dem Feld brilliert sie dagegen in der Hauptrolle, als Spielmacherin der deutschen Mannschaft. Die 27-jährige Münchnerin hat das erste Tor der DFB-Auswahl erzielt, dank starker Balleroberung am Strafraum und einen Abschluss mit feiner Schusstechnik. Und die Oberschenkelprobleme, die sie am Mitwirken beim letzten Gruppenspiel hinderten, schüttelte sie nach und nach wieder ab. Einst schaute sie sich Freistoßvideos von David Beckham bei Youtube an. "Sie ist unsere deutsche Beckham", titelte die Bunte einen Text über sie während der EM.

Klara Bühl fehlt beim EM-Finale auf dem Platz

Keine Frage, Magull ist bei dieser EM eine der stärksten Spielerinnen vom FC Bayern München. Aber beileibe nicht die Einzige, die aus bayerischer Sicht für Furore sorgt in der Stammelf der aktuell so starken deutschen Mannschaft. Da ist ja noch die nimmermüde Rechtsverteidigerin Giulia Gwinn, die erst 23 Jahre alt und irgendwie doch schon immer dabei ist.

Oder Klara Bühl, die sich bis zum Viertelfinale mit ihren flinken Sprints auf der linken Außenbahn und den folgenden Zuckervorlagen als Matchwinnerin hervortat. Aber nun, auch beim Finale, aufgrund einer Corona-Infektion fehlt. Die Abwehrchefin Marina Hegering geht zumindest noch als "halbe Bayerin" durch, sie verlässt die Münchner Frauen in diesem Sommer Richtung Wolfsburg.

Public Viewing in Däbritzs und Huths Heimatorten

Dazu kommen die gebürtigen Bayerinnen Sara Däbritz aus Ebermannsdorf und Svenja Huth aus Alzenau. Am Sonntag treffen sich ihre Anhänger in ihren Heimatorten zum Public Viewing. Die Oberpfälzerin Däbritz sortiert seit Jahren das deutsche Spiel im defensiven Mittelfeld, Huth sorgt für die kreativen Momente auf der rechten Außenbahn.

Wenn beide doch mal vom Feld marschieren, dann könnte es gut sein, dass sie von drei FCB-Spielerinnen ersetzt werden. Sie sind die Jokerinnen im DFB-Team: Linda Dallmann, Sydney Lohmann und Lea Schüller. Letztere vor allem deswegen, weil sie gleich zu Beginn des Turniers in England eine Corona-Infektion hatte. Popp übernahm ihren Platz als Mittelstürmer und traf seither in jedem Spiel.

Eine Bayerin für England: die Neu-Münchnerin Georgia Stanway

Bayerns Spielerinnen werden am Sonntagabend aber auch auf der anderen Spielfeldseite auf ein bekanntes Gesicht treffen. Denn auch eine Engländerin spielt mittlerweile im Freistaat: Seit 1. Juli ist Georgia Stanway Münchnerin, sie kam von Manchester City aus der englischen Women's Premier League. Die 23-Jährige ist der Dreh- und Angelpunkt der englischen Angriffe.

Zudem ist Vorsicht geboten, denn Stanway kann auch entscheidende Tore markieren, wenn es drauf ankommt: Im Viertelfinale war England mächtig gefordert, musste gegen Spanien nach einem 1:1 in die Verlängerung. Und Stanway traf in der 96. Minute mit einem satten Weitschuss mitten ins Tor zum 2:1-Endstand. Ihr Schuss gilt auch als eine ihrer größten Stärken.

Bald darf sie diesen auch in München zeigen. Am Sonntagabend würden ihre künftigen Mitspielerinnen wohl nur gerne auf weitere Kostproben der erfolgreichen Stanway-Schüsse verzichten - sondern diese auf dem Weg zum Europameister-Titel lieber selbst vollführen.

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