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Franz "Bulle" Roth

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Franz "Bulle" Roth feiert 75. Geburtstag

Franz Roth, den alle nur "Bulle" nennen, hat den FC Bayern 1967 zum ersten Europacup-Sieg geschossen - und sogar Messi und Ronaldo etwas voraus. Am Dienstag (27.04.) feierte er seinen 75. Geburtstag.

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  • BR24 Sport

Franz "Bulle" Roth war nicht nur kräftig, sprintstark und durchschlagend auf dem Feld, sondern auch der Mann für die wichtigen Tore beim FC Bayern München. "In vier Endspielen dreimal das 1:0 geschossen, das gibt's nicht", sagt er selbst, "Ronaldo nicht, Messi nicht", das ist im Europacup "keinem gelungen", auch nicht Gerd Müller. Stimmt! Nur ihm, dem schussstarken "Bullen".

Von der C- in die Königsklasse

1965 kickte Roth noch in der C-Klasse beim TSV Bertoldshofen, zwei Jahre später schoss er die Bayern in Nürnberg gegen die Glasgow Rangers (1:0 n.V.) im Pokal der Pokalsieger zum ersten internationalen Titel. "Nicht mit Kraft, sondern mit viel Gefühl", erinnert er sich, also ganz untypisch für ihn. Denn eigentlich war der Bauerssohn aus Memmingen, der vor jedem Spiel zwei Stück Kuchen aß, für seine Urgewalt bekannt. Sein Führungstreffer im Landesmeister-Finale 1975 gegen Leeds United (2:0) war "ein Kraftakt", wie Roth sagt. 1976 hämmerte der "Bulle" gegen St. Etienne einen Freistoß zum goldenen 1:0 ins Tor. Bei Rapid Wien zerschoss er sogar mal das Tornetz.

Mit Maier an der Isar

Als er 1966 zu den Bayern kam, sagte Coach Tschik Cajkovski über den Neuen aus dem Allgäu, dieser habe "Kraft wie Muh". Torwart Sepp Maier korrigierte: "Aber Trainer, das heißt bei uns Bulle!" Roth hatte seinen Spitznamen weg. "Ich bin der Bulle", sagt er noch heute, wenn er sich jemandem vorstellt. Dann plaudert Roth los, stets charmant und farbenfroh. Zum Beispiel über das Trainingslager 1968, als er sich mit Sepp Maier zum Baden in der Isar davon schlich. Roth zog sich dabei eine tiefe Schnittwunde am Fuß zu ("die Isar wurde rot"), simulierte bei der Rückkehr aber erfolgreich einen Unfall mit einer imaginären Glasscherbe. Trainer Branko Zebec kaufte ihm die Komödie ab, "das war einmalig", sagt Roth und lacht.

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Franz Roth ist ist eine Fußballlegende. Wegen seiner kraftvollen spielweise wurde er "Bulle" genannt. Der Landwirt war vierfacher Nationalspieler spielte ganze zwölf Jahre von 1966 bis 1978 beim FC Bayern München. Heute wird Bulle Roth 75 Jahre alt.

Overath und Netzer hatten Angst

Seinen Gegenspielern dagegen verging das Lachen schnell. "Wenn du ihm vor dem Spiel gesagt hast: Kümmer‘ dich heute um den Spieler da, dann hast du von dem anderen nix mehr gesehen. Overath, Netzer, alle hatten sie Angst vor ihm", berichtet Sepp Maier. Und Uli Hoeneß ergänzt: "Ich habe mir früher im Training Schienbeinschützer angezogen, weil ich wusste: Wenn der Franz sauer auf mich ist, dann fegt der mich auf die Aschenbahn".

Zwölf Jahre beim FCB

Zwölf Jahre blieb Roth dem FC Bayern treu, von 1966 bis 1978, sogar Angebote aus dem Ausland vom AC Mailand oder den Grasshoppers Zürich schlug er aus. In 322 Bundesligaspielen rannte, kämpfte und grätschte er aber nicht nur, sondern erzielte auch beachtliche 72 Tore. Dazu lief er vier Mal für die Nationalmannschaft auf.

Sportgeschäft nach der Karriere

Nach der Karriere widmete er sich mit derselben Leidenschaft seinen beiden Sportgeschäften. Das in seinem Wohnort Markt Oberdorf führt sein Sohn Claus fort, das andere in seinem Wohnort Bad Wörishofen gab Roth vor drei Jahren auf. Einen großen Schicksalsschlag erlitt er 2007, als seine Frau Inka an Krebs verstarb. "Der Schmerz ist immer da", sagt er, auch wenn Roth "dankbar" ist, dass er "im hohen Alter" eine neue Partnerin kennenlernen durfte. Seinen Geburtstag feiert er mit der Familie um die Enkel Rufus und Fina. "Das ist mein Leben", sagt er.

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