Martin Nörl aus Deutschland (l), Leoni Tommaso (r) aus Italien und Loan Bozzolo (vorne) aus Frankreich in Aktion. Nörl holte bei der WM in Georgien am Mittwoch Silber.
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Martin Nörl

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Snowboard-WM: Martin Nörl nach Foto-Finish Vizeweltmeister

In einem engen Rennen konnte Martin Nörl die Silbermedaille im Snowboardcross gewinnen. Den Weltmeister-Titel sicherte sich der Österreicher Jakob Dusek erst auf der Ziellinie.

Martin Nörl ist Snowboard-Vizeweltmeister. Der Adlkofener konnte im Finale der Snowboard-WM im georgischen Barkuriani die erste Snowboardcross-Medaille für Deutschland bei einer WM gewinnen. Den Titel sicherte sich der Österreicher Jakob Dusek. Bronze ging an den Italiener Omar Visintin.

Erst Kollision, dann Foto-Finish

Zweimal waren es Zentimeter, die über den Triumph entschieden: Zunächst auf halber Strecke. Olympiasieger Alessandro Hämmerle und Nörl hatten sich dort um den ersten Platz gestritten. Der Österreicher als Führender, Nörl im Windschatten. Als der Niederbayer zum Überholen ansetzte, innen vorbeiging und beim folgenden Sprung vor Hämmerle abhob, berührten sich die beiden Führenden. Der Österreicher ging zu Boden, Nörl führte das Rennen in der Folge an.

Kurz vor dem Ziel schien Nörl wie der sichere Sieger. Und vielleicht war sich der Niederbayer selbst zu sicher, in dessen Windschatten Dusek heranraste. Der Österreicher drückte sein Board noch einmal nach vorne, gab noch einmal alles, um jeden Vorteil auf den WM-Sieg zu nutzen. Nörl tat es ihm nicht gleich, jubelte schon im Ziel - und wurde von Dusek überrascht.

Langes Warten: Jury überprüft das Rennen

Doch auch Silber ist für Nörl ein großer Erfolg - auf den er dennoch lange im Ziel warten musste. Die Jury überprüfte die Kollision zwischen Hämmerle und Nörl minutenlang. Und auch das offizielle Bild für das Foto-Finish ließ einige Zeit auf sich warten. Doch am Ende hieß es: Gold für Dusek, Silber für Nörl.

Eine "kleinen Zitterpartie", wie der Niederbayer das bange Warten nannte, und die die Enttäuschung über das verpasste Gold vielleicht ein wenig in Vergessenheit geraten ließ. Er finde es "saustark", dass er sich jetzt Vize-Weltmeister nennen darf. "Ich bin froh, dass es so lief, meine Bretter waren unglaublich stark", sagte Nörl erleichtert.

Nörls später Vorstoß in die Weltspitze

Der 29-jährige Martin Nörl bestätigt damit seine starken Leistungen dieses Winters. Dabei stieß er erst spät in die Weltspitze im Snowboardcross vor. Erst bremsten den Niederbayer viele Verletzungen, dann konzentrierte sich der Familienvater vor allen Dingen auf seine Kinder, konnte den Leistungssport nicht mit letzter Konsequenz verfolgen - und dachte sogar daran, seine Karriere zu beenden.

Doch im vergangenen Jahr gelang ihm der Durchbruch: Nörl dominierte den Gesamtweltcup, fuhr von Sieg zu Sieg und konnte am Ende der Saison die große Kristallkugel in die Höhe stemmen. Die ganz große Krönung gelang ihm allerdings nicht. Als Favorit reiste er zu den Olympischen Spielen in Peking. Doch auf der größtmöglichen Bühne bedeutete ein kleiner Kontakt das Ende der Medaillen-Träume: Ein Sturz im Viertelfinale machte alles zunichte.

Nörl vor zweitem Gesamtweltcup-Sieg

Nun klappte es bei der WM zwar um Zentimeter wieder nicht mit dem ganz großen Erfolg. Doch der Vizeweltmeistertitel ist mit Abstand das beste Ergebnis, das jemals ein deutscher Snowboardcrosser erzielt hat. Und im Gesamtweltcup sieht es derzeit auch gut aus, dass sich der Niederbayer erneut den Titel holt.

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