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Formel 1 versinkt im Corona-Chaos | BR24

© picture-alliance/dpa

Die Formel-1-Bosse Chase Carey (l.) und Ross Brawn

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    Formel 1 versinkt im Corona-Chaos

    Die Formel 1 bekommt die volle Wucht der Wirklichkeit zu spüren. Infolge eines Coronavirus-Falls beim McLaren-Team wurde zunächst der Saisonauftakt in Melbourne abgesagt - inzwischen wurden alle Rennen bis Ende Mai gecancelt.

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    Die Formel 1 steht vor einer Chaos-Saison. Nach den Rennen in Melbourne/Australien, China, Bahrain und Vietnam wurden am Donnerstag auch die Etappen in den Niederlanden (3. Mai), in Spanien (10. Mai) und Monaco (24. Mai) wegen der Coronavirus-Krise abgesagt bzw. verschoben. Wie die Formel 1 weiter mitteilte, werden Optionen geprüft, die Rennen soweit möglich später im Jahr nachzuholen. Der Monaco-GP gehört aber nicht dazu, dieser wurde ersatzlos gestrichen und findet damit erstmals seit 1954 nicht statt. Der Saisonauftakt wird damit frühestens am 7. Juni in Aserbaidschan erfolgen. Noch nie in der Geschichte begann eine Saison später. Die Formel-1-Führung, die sich lange bedeckt hielt und wenig zur Klarheit der Situation beitrug, gibt ein amateurhaftes Bild ab. Das Krisenmanagement steht in der Kritik, der Rennkalender sieht aus wie ein löchriger Schweizer Käse und es ist keine Lösung in Sicht.

    F1-Sportchef Brawn: "Das Ausmaß ist immens"

    "Ich habe Finanzkrisen und Dramen erlebt", sagte Formel-1-Sportchef Ross Brawn am Freitag, "dieses Ausmaß im Moment ist aber immens." Nicht zuletzt die Beschränkung für Massenveranstaltungen auch in Europa schürt Zweifel an den Grand Prix in den Niederlanden, Spanien und Monaco (24. Mai). Daher könnte sogar der Grand Prix von Aserbaidschan am 7. Juni in Baku als möglicher Saisonstart ins Spiel kommen. "Wir haben Pläne, die Saison wieder aufzubauen, und wir versuchen, so viele der verlorenen Rennen wie wir nur können unterzubringen", erklärte Brawn, der frühere Technikchef bei Michael Schumachers Ferrari-Team.

    Angesichts von Sperrzonen in Europa war der Aufbruch der Formel 1 ans andere Ende der Welt auch von Skepsis begleitet. Der Expansionsdrang kollidierte spätestens mit dem ersten Coronavirus-Fall in der Serie. Ein Angestellter im McLaren-Rennstall des deutschen Teamchefs Andreas Seidl hatte sich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, das die Lungenkrankheit Covid-19 verursachen kann. Das Team aus Woking, das später 14 neue Verdachtsfälle meldete, trat auf die Notbremse und zog sich als Vorsichtsmaßnahme vom Grand Prix zurück.