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Die zerstörte Bob- und Rodelbahn am Königssee

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Zerstörte Bobbahn: Sportverbände hoffen auf staatliche Hilfen

Das deutsche Olympiateam ist Richtung Tokio gestartet, während der Sport in Deutschland unter dem Hochwasser leidet. Nicht nur die Bob- und Rodelbahn am Königssee hat es schlimm erwischt. DOSB-Präsident Alfons Hörmann hofft auf staatliche Hilfen.

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  • BR24 Sport

Nach dem Hochwasser in Deutschland sind die Sportverbände mit einer Bestandsaufnahme der Schäden an ihren Sportanlagen beschäftigt. Ohne finanzielle Hilfe des Staates werden die Schäden lange nicht repariert werden können.

Weiterer Rückschlag nach Corona-Krise für den Sport

Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), spricht angesichts der Schäden für Sportanlagen im Westen Deutschlands und in Bayern durch das Hochwasser von einem "herben Rückschlag". "Gerade jetzt, wo es dem Sport in der Corona-Krise wieder besser geht, ist das ein neuer Tiefschlag. Ein ganz herber Rückschlag", sagte Hörmann am Rande des Abflugs zu den Olympischen Sommerspielen in Tokio am Sonntagabend.

Hörmann rechnet mit dreistelligem Millionenschaden

"Wir reden bestimmt von einem Schaden, der über 100 Millionen liegt. Da braucht man kein Prophet sein, wenn man die Bilder sieht", sagte Hörmann weiter. In Mitleidenschaft gezogen wurden Fußballplätze, Sporthallen und weitere Anlagen: "Im Moment kann man den Betroffenen nur Mut zusprechen."

Der DOSB selbst hatte schon am Freitag eine Soforthilfe von 100.000 Euro für betroffene Vereine und das Sammeln von Spenden angekündigt. Die Bestandsaufnahme der Schäden an Sportstätten laufe parallel zu den Olympischen Spielen mit Hilfe der betroffenen Landessportverbände. Hörmann hofft, dass die Politik finanzielle Hilfen zum Wiederaufbau beschließt: "Ich bin davon überzeugt, dass die Politik es zu würdigen weiß, wie wichtig auch Hilfen für den Sport sind."

Bob- und Rodelbahn am Königsee zerstört

In Bayern wurde die Bob- und Rodelbahn am Königssee durch Überschwemmungen verwüstet. Thomas Schwab, Generalsekretär des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD), rechnet mit einem Millionenschaden, an Weltcups im kommenden Winter glaubt er nicht.

"An einen Bahnbetrieb in diesem Winter ist nicht zu denken. Wir hoffen, dass wir die Bahn bis Oktober 2022 wieder hinbekommen", sagte Schwab. Den deutschen Bob- und Rodelteams fehlt damit eine wichtige Trainingsstätte für die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking.

Rodler Loch: "Es gibt auch Gegenwind"

Rodler Felix Loch befürchtet sogar, dass die Bob- und Rodelbahn sogar dauerhaft wegbrechen könnte. "Man kann nur hoffen, dass die Bahn wieder aufgebaut wird. Die Bahn steht dort schon sehr lange, da gab es immer Konflikte, auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit. Die Bahn kostet eine Stange Geld und es gab immer schon Gegenwind gegen die Bahn und viele unterschiedliche Interessen."

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Die älteste Kunsteisbahn der Welt ist schwer beschädigt. Wasser- und Geröllmassen rissen in der Nacht Teile der Anlage mit sich. Die Reparatur wird wohl Millionen kosten und bis zum herbst 2022 dauern.