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Felix Magath: "Der FC Bayern hat sich müde gesiegt" | BR24

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Felix Magath sieht die Formschwäche des FC Bayern nicht in der fehlenden Kondition, sondern in der schwindenden Konzentration begründet.

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Felix Magath: "Der FC Bayern hat sich müde gesiegt"

Felix Magath sieht die Formschwäche des FC Bayern nicht in der fehlenden Kondition, sondern in der schwindenden Konzentration begründet. Der ehemalige FCB-Coach sprach in Blickpunkt Sport außerdem über seine neue Funktion bei den Würzburger Kickers.

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Von
  • Cristina Krüger

Nach der Niederlage des FC Bayern gegen Gladbach attestierte Felix Magath dem deutschen Rekordmeister im Interview mit Julia Scharf eine "Schwächephase". Der 67-Jährige wurde selbst als Trainer der Bayern sowohl in der Saison 2004/05 als auch 2005/06 Deutscher Meister. "Theoretisch können sie alles gewinnen - Champions League, DFB-Pokal, Deutsche Meisterschaft. Aber in der derzeitigen Verfassung wird es schwer", so Magath.

Rekordmeister "müde gesiegt"

Dennoch glaubt er an Trainer Hansi Flick und rechnet weiterhin fest mit dem FCB als Meister: "Er wird das schon schaffen. Er hat in diesem besonderen Jahr viel richtig gemacht". Angesichts der vielen eng getakteten Spiele und damit verbundenen Reisen sei es schwierig, die Konzentration aufrecht zu erhalten. "Die Bayern haben keine müden Beine, sondern einen müden Kopf", glaubt Magath. Der Rekordmeister habe sich - auch durch die Teilnahme an diversen Wettbewerben im nationalen und internationalen Fußball - "müde gesiegt".

Achtung vor Holstein Kiel

Die "halbherzige Verteidigung" ist dabei aktuell das Hauptproblem des Rekordmeisters. "Die Abwehr ist kein Problem, es ist ein Problem des Verteidigens", analysierte der ehemalige Europameister, Vizeweltmeister und mehrfache Deutsche Meister. "In der Sommerzeit haben die Bayern immer toll nach hinten gearbeitet und dann aus der Stabilität nach vorne gespielt, das haben sie jetzt verloren". Man dürfe sich keinesfalls nur auf die Stürmer verlassen, riet der geborene Aschaffenburger weiter. Gerade im Hinblick auf das kommende Pokalspiel gegen Holstein Kiel könnte es schwierig werden, wenn der Zweitligist viel Druck macht. "Die Kieler sind frischer und können befreit nach vorne spielen", gab Magath zu bedenken.

Hoffnung bei den Würzburger Kickers

Anfang 2020 verkündete Magath sein Karriereende als Fußballtrainer, jetzt betreut er als Chef der "Flyeralarm Global Soccer" neben dem österreichischen Team Admira Wacker Mödling, die Würzburger Kickers, die als Aufsteiger aktuell abgeschlagen auf dem letzten Platz der 2. Fußball-Bundesliga liegen. "Die Kickers wollten eigentlich gar nicht aufsteigen, sondern die Liga halten", erklärte der Funktionär die Situation bei den Franken. Deshalb habe man nicht in die Mannschaft investiert, stattdessen verloren sie sogar gleich mehrere wichtige Schlüsselspieler, darunter auch Kapitän Sebastian Schuppan. Das jüngste Ergebnis lässt Magath aber aufatmen - gegen Osnabrück fuhren die Kickers ihren ersten Sieg der Saison ein. "Die Zeichen in der Spieler- und Trainersituation stehen jetzt gut, dass wir die Liga doch noch halten können", so Magath. Immerhin fielen mit Aufstiegscoach Michael Schiele und Marco Antwerpen schon zwei Trainer durchs Raster, seit Anfang November hat nun Bernhard Trares die Zügel in der Hand.

Corona machte Strich durch die Rechnung

Dennoch sei es "angesichts der finanziellen Lage des Vereins nach wie vor schwierig, Neuzugänge zu bekommen". Magath erklärte, dass er sich in der 3. Liga zuerst einmal zurechtfinden musste, bevor sein Projekt Fahrt aufnehmen konnte. Dann aber hat ihn die Corona-Pandemie in seinem Vorhaben, die beiden Klubs nach oben zu bringen, ausgebremst: "Im Sport war und ist teilweise Stillstand. Man braucht die Jugend, um vorwärts zu kommen. Ohne die Jugendarbeit sind meine Pläne nicht umsetzbar".