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© Mark Danskoi
Bildrechte: Mark Danskoi

Der Trainer und sein Champion: Dushman mit Valentina Sidorova

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    Fechttrainer David Dushman - der unscheinbare Held von nebenan

    Auf den ersten Blick ist David Dushman ein sympathischer Rentner, der im Straßenbild Münchens nicht weiter auffällt. Nur wenige wissen: Dushman ist der wohl letzte überlebende Auschwitz-Befreier und eines der größten Fecht-Idole des 20. Jahrhunderts.

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    Fechten, sagt David Dushman, ist nicht nur Sport für den Körper, sondern auch für den Geist. Es geht um Psychologie und darum, Menschen lesen zu lernen, schneller zu sein als Dein Gegenüber, zu wissen was der Gegner macht, bevor er es selbst tut. Auch wenn seine Ohren nicht mehr so richtig mitspielen wollen, der Blick aus David Dushmans Augen ist wach und observierend, sein Geist blitzschnell. Wie auch sein Reaktionsvermögen, das ihn selbst im Alter von 94 Jahren nicht im Stich lässt.

    Dushman war erfolgreicher Fechter, aber ein noch erfolgreicherer Trainer, sogar Nationaltrainer der UdSSR. Valentina Sidorova war Dushmans bei weitem erfolgreichste Schülerin. Sie holte 1976 in Montréal Olympia-Gold und 1980 in Moskau Silber.

    Der Auschwitz-Befreier

    Doch Dushmans Leben war nicht nur vom Sport geprägt. Als amtierender Moskauer Stadtmeister 1941 im Herrensäbel zog es Dushman an die Kriegsfront. Er kämpfte in der Schlacht von Stalingrad und in der Schlacht von Kursk im Jahre 1943, die als die größte Panzerschlacht aller Zeiten bekannt ist. Er steuerte eines der mittelschweren T-34-Modelle, die 1945 die Zäune von Auschwitz niederwalzten und das Lager befreiten.

    Dank seines Kampfgeistes und seines guten Trainingszustands überlebte Dushman mehrere Panzerbrände, zwei lebensgefährliche Verletzungen, Typhus und eine schwere Lungen-Operation ohne Narkose. Dank harten Trainings und eines eisernen Willens schaffte er nach dem Krieg den Wiedereinstieg in den Fechtsport.