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Nach fünf Titeln mit Hansi Flick bringt der FC Bayern München ein paar neue Gesichter in die Mannschaft und stockt den Kader auch quantitativ auf. Die ganz großen Namen bleiben im Transfer-Endspurt allerdings aus. Wer sind die Neuen?

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FC Bayern: Das sind die Neuzugänge für die nächste Titeljagd

Nach fünf Titeln mit Hansi Flick bringt der FC Bayern München ein paar neue Gesichter in die Mannschaft und stockt den Kader auch quantitativ auf. Die ganz großen Namen bleiben im Transfer-Endspurt allerdings aus. Wer sind die Neuen?

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Von
  • Julian Ignatowitsch

Gleich vier Mal haben die Bayern auf der Zielgeraden der Transferperiode zugeschlagen und den Kader damit insbesondere in der Breite verstärkt, um bei den unzähligen Spielen zwischen Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal wieder angreifen zu können. Die Belastung in den kommenden Monaten wird aufgrund der verkürzten Winterpause noch größer sein als normalerweise.

Die Neuzugänge heißen: Bouna Sarr (von Olympique Marseille), Marc Roca (von Espanyol Barcelona), Douglas Costa (von Juventus Turin) und Eric Maxim Choupo-Moting (von Paris St. Germain).

Mit 25 Spielern hatten die Münchner bislang den kleinsten Kader der Liga, weshalb Trainer Hansi Flick immer wieder Verstärkung gefordert hatte. Dazu musste insbesondere der Schlüsselabgang Thiago (nach Liverpool) ersetzt werden. In Torwart Alexander Nübel und Angreifer Leroy Sané hatten die Bayern im Sommer nur zwei Neue für den A-Kader präsentiert. Jetzt hat Sportdirektor Hasan Salihamidzic kurz vor dem Ende des Transfer-Fensters noch einmal richtig zugeschlagen. "Super, super happy" macht das Flick. Endlich habe er "einen Überblick" über sein aufgefrischtes Ensemble. Auch wenn ein Star-Neuzugang fehlt, sind die Namen vielversprechend:

Bouna Sarr (Rechtsverteidiger)

Ende August stand Sarr in den Schlagzeilen, weil er sich mit dem Corona-Virus infiziert hatte, jetzt also erfreulichere Nachrichten mit dem Wechsel zum FC Bayern. Der Rechtsverteidiger kommt von Olympique Marseille, wo er sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich entwickelt hat, und soll hinter dem Franzosen Benjamin Pavard aufgebaut werden. Sarr interpretiert die Rolle rechts hinten offensiver als sein Landsmann.

Bald will er auch mit diesem in der Nationalelf kicken. Als Guinea und Senegal (er wäre bei beiden Ländern spielberechtigt) ihn für die Nationalmannschaft anfragten, lehnte er ab, weil er sich seine Zukunft bei der "Équipe Tricolore" vorstellt. Allerdings wurde er dort noch nicht nominiert und ist mit 28 Jahren auch nicht mehr der Jüngste. Sarr soll den Bayern in der Defensive mehr Optionen geben und kostet rund 10 Millionen Euro.

Marc Roca (Zentrales Mittelfeld)

Der Spanier Roca ist sicher der interessanteste Neuzugang beim FCB - und hat gleichzeitig die schwerste Aufgabe: Er soll mittelfristig Star-Abgang Thiago ersetzen. Für 9 Millionen Euro ist der 23-Jährige von Espanyol Barcelona gemessen am Talent ein echtes Schnäppchen. Sportvorstand Hasan Salihamidzic verspricht sich von ihm einen "großen Mehrwert". Rocas größter Erfolg in seiner noch jungen Karriere war der Gewinn der U-21-Europameisterschaft mit Spanien 2019.

Der 1,84-Meter-Mann ist zweikampfstark und technisch versiert, konzentriert sich im Vergleich zu Thiago allerdings mehr auf seine defensiven Aufgaben und hat in 121 Spielen für Espanyol nur drei Tore und sechs Torvorlagen zu verzeichnen. Sein Vorbild ist Ex-Bayern-Spieler Xabi Alonso. Roca braucht aber sicher noch ein wenig Zeit, um beim FC Bayern die Fäden zu ziehen. "Für mich geht ein Traum in Erfüllung. In meinen Augen ist der FC Bayern der beste Verein der Welt und hat eine starke Tradition", sagt der Spanier.

Douglas Costa (Linksaußen)

Schon von 2015 bis 2017 spielte der Brasilianer bei den Bayern und war zwischenzeitlich ein echter Fan-Liebling. Uli Hoeneß war zum Abschied allerdings weniger begeistert: "Costa hat nicht funktioniert, weil er ein ziemlicher Söldner war, der uns charakterlich nicht gefallen hat", sagte er der "Frankenpost".

Jetzt ist der schnelle und schussgewaltige Flügelstürmer zurück und wird von Juventus Turin ausgeliehen, wo er nicht mehr zum Zug kam. Costa ist als Ersatz hinter Serge Gnabry, Leroy Sané und Kingsley Coman vorgesehen. Der 30-Jährige ist für die Münchner eine günstige Option ohne Risiko. Dass er im Fall der Fälle noch internationalen Ansprüchen gerecht wird, muss er aber erst beweisen.

Eric Maxim Choupo-Moting (Stürmer)

Choupo-Moting schoss sich mit seinem Last-Minute-Tor in der Champions League für Paris gegen Bergamo (2:1) wieder in den Fokus. Allerdings hatte er in Paris für diese Saison keine Perspektive mehr. Auch bei den Bayern ist seine Rolle als Backup klar: Der 31-Jährige ist Stürmer Nummer zwei hinter Torjäger Robert Lewandowski und kommt ablösefrei. Der gebürtige Hamburger Choupo-Moting spielte bereits 2007 bis 2017 in der Bundesliga (für den Hamburger SV, 1. FC Nürnberg, FSV Mainz 05 und Schalke 04).

Er hat in 204 Bundesliga-Spielen 45 Tore erzielt und ist ein erfahrenerer Ersatz als der junge Joshua Zirkzee. "Er gibt unserem Kader in der Offensive, vor allem im Zentrum eine Tiefe, die wir brauchen werden", sagte Salihamidzic. Seine Stärken sind eine schnelle Antrittsgeschwindigkeit, seine Robustheit und Torgefahr.