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FC Bayern Supercup-Sieger nach 2:1 gegen den FC Sevilla | BR24

© picture-alliance/dpa

Geschafft: Der FC Bayern ist auch europäischer Supercupgewinner

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FC Bayern Supercup-Sieger nach 2:1 gegen den FC Sevilla

Der FC Bayern hat das europäische Supercup-Endspiel gegen Europa-League-Sieger FC Sevilla gewonnen. Die Münchner siegten 2:1 nach Verlängerung, zum Matchwinner avancierte der Spanier Javi Martínez nur drei Minuten nach seiner Einwechslung.

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Die Bayern waren im Supercup-Endspiel in Budapest erstmals seit Wochen wieder in einer ungewohnten Situation: Der Champions-League-Sieger musste einem Rückstand hinterher laufen. Das hatte es zuletzt am 6. Juli in Leverkusen gegeben. Europa-League-Gewinner FC Sevilla führte nach elf Minuten 1:0.

Alaba verursacht Elfmeter, Sevilla geht in Führung

Ausgerechnet der in die Startelf zurückgekehrte Abwehrchef David Alaba hatte ihn verursacht. Er bremste Ivan Rakitic ungestüm mit viel Handeinsatz, Schiedsrichter Anthony Taylor wertete die Szene als Foul. Den fälligen Elfmeter verwandelte Lucas Ocampos (13.). Die Führung bis dahin nicht einmal unverdient. Denn die Bayern fanden zunächst nicht in ihr gewohntes Offensivpressing - weil Sevilla seinerseits munter nach vorne preschte und attackierte.

Erst nach dem Rückstand wachten die Bayern allmählich auf und übernahmen peu à peu die Spielkontrolle, gute Chancen inklusive. Thomas Müller (22.) und Benjamin Pavard (26.) verzogen knapp, Robert Lewandowski vergab frei vor Sevilla-Torwart Yassine Bounou (30.).

Goretzka bringt Bayern zurück ins Spiel

Es war Leon Goretzka, der die Bayern mit dem Ausgleichstreffer (34.) zurück ins Spiel brachte - und das nach der eindrucksvollsten Kombination in Halbzeit eins. Serge Gnabry auf Müller, Flanke auf Lewandowski, der zurück auf den heranstürmenden Leon Goretzka und von dessen Fußinnenseite ins lange Eck - die Bayern waren mit viel Spielfreude zurück im Match.

Sevilla bleibt auch nach der Pause ein unangenehmer Gegner

Doch schon die ersten Minuten nach dem Seitenwechsel zeigten, dass auf die Bayern auch im zweiten Durchgang viel arbeitet wartet. Wieder fand Sevilla stürmischer ins Spiel, Manuel Neuer musste sich früh 46.) bei einem Schuss von Luuk de Jong strecken. Auf der Gegenseite verhinderte der Video-Assistent das bayerische 2:1. Nach einer Flanke von Leroy Sané köpften und passten sich Lewandowski und Müller den Ball hin und her, Lewandowski versenkte dann. Aber bei der Flanke hatte der Stürmer leicht im Abseits gestanden.

Bayern ohne Präzision im Abschluss

Die Partie entwickelte sich mehr und mehr zu einem Schlagabtausch, in dem beide Teams die Entscheidung suchten. Mehr Ballbesitz und auch ein Plus an Chancen allerdings auf Bayern-Seite: Sanè (58.) und Gnabry (62.) hatten Pech bei Schüssen. Ein vermeintliches Sané-Tor (63.) wurde wegen vorherigem Foulspiel zurückgepfiffen, ein Alaba-Freistoß verfehlte das Tor (66.). Vom FC Sevilla war offensiv kaum noch etwas zu sehen.

In der Schlussphase erhöhten die Münchner weiter den Druck, doch Sevillas Defensive stand unverändert sicher. Den Bayern schienen so langsam die Ideen auszugehen, wie man das spanische Abwehrbollwerk knacken könnte. Sevilla lauerte nur noch auf Konter in der Hoffnung, den "Lucky Punch" setzen zu können.

Neuer rettet die Bayern

Und der kam fast: Nach einer abgefangenen Bayern-Ecke konterte Sevilla schnell, der eingewechselte Youssef En-Nesyri stürmte frei auf Manuel Neuer zu, zog ab - und Neuer verhinderte mit einem sensationellen Reflex bayerische Tränen. Die Partie ging in die Verlängerung. Auch dort war der FC Sevilla sofort wieder gefährlich: Wieder war es En-Nesyri, der erst von Neuers Fuß abgefälscht den Pfosten traf, dann an erneut Neuer scheiterte (92.).

Martínez schreibt die Geschichte des Spiels

Die Bayern waren nach vorne nicht mehr ganz so agil, dafür blieb die fehlende Präzision bei den wenigen Chancen. Ein Alaba-Freistoß drüber (94.), ein Kimmich-Versuch vorbei (100.), ein Tolisso-Schuss zu schwach (103.) - und dann trat ein Mann ins Rampenlicht, der den Klub eigentlich schon fast verlassen hat.

Der Spanier Javi Martínez, bei den Bayern kurz vor dem Abgang und gerade einmal drei Minuten zuvor eingewechselt, wurde zum Matchwinner. Einen Alaba-Schuss konnte Torwart Bounou nur hoch nach vorne abwehren, Martínez stand in seinem vermutlich letzten Spiel für die Bayern perfekt und köpfte lässig zum 2:1 ein.

© BR

FC-Bayern-Trainer Hansi Flick nach dem 2:1-Sieg im Supercup gegen den FC Sevilla über Matchwinner Javi Martínez und dessen Zukunftspläne

Erinnerungen an 2013

Mit der Führung im Rücken fanden die Bayern zurück zu Spielkontrolle und Souveränität, spielten die Verlängerung kontrolliert zu Ende. Für den deutschen Rekordmeister ist es nach 2013 der zweite Supercup-Sieg in der Vereinsgeschichte. Auch vor sieben Jahren war Javi Martínez der Held des Abends. Mit dem 2:2-Ausgleichstreffer in der Verlängerung hatte er die Bayern gegen den FC Chelsea ins Elfmeterschießen gerettet, dort setzte sich München durch.

Bayern München - FC Sevilla 2:1 n.V. (1:1)

Bayern München: Neuer - Pavard, Süle, Alaba (112. Boateng), Lucas Hernández (100. Javi Martinez) - Kimmich, Goretzka (99. Davies) - L. Sané (70. Tolisso), Müller, Gnabry - Lewandowski

FC Sevilla: Bono - J. Navas, Kounde, Carlos, Escudero - Rakitic (56. O. Torres), Fernando, Jordán (94. Vazquez) - Suso (73. Gudelj), L. de Jong (56. En-Nesyri), Ocampos

Schiedsrichter: Anthony Taylor (England)

Zuschauer: 15.500

Tore: 0:1 Ocampos (13./Foulelfmeter), 1:1 Goretzka (34.), 2:1 Javi Martinez (104.)

Gelbe Karten: Alaba, Lucas Hernández / Jordán, Kounde, Fernando, Escudero

Beste Spieler: Neuer, Müller / L. de Jong, En-Nesyri