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FC Bayern sorgt für Wirbel auf dem elektronischen Fußballmarkt | BR24

© picture-alliance/dpa

Karl Heinz Rummenigge, Serge Gnabry und Konami-Geschäftsführer Masami Saso (von links)

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FC Bayern sorgt für Wirbel auf dem elektronischen Fußballmarkt

Nichts Neues zu möglichen Neuzugängen von Leroy Sané bis Callum Hudson-Odoi. Dafür ein Wechsel, der zumindest im E-Sport-Bereich spektakulär ist: Der FC Bayern schlägt sich im Kampf der virtuellen Fußballspiele auf die Seite von Underdog Konami.

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"Mit Transferangelegenheiten gehen wir weniger offensiv in der Öffentlichkeit um. Wir arbeiten, und wenn es etwas zu verkünden gibt, werden wir das tun." Punkt. Mehr sagte FC-Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nicht zu den seit Wochen kursierenden Namen wie Leroy Sané und Callum Hudson-Odoi, die als mögliche Neuzugänge beim FC Bayern gehandelt werden.

Der Grund, warum sich Rummenigge und Spieler Serge Gnabry am Donnerstagabend (11.07.19) in München einer Presserunde stellten, war dennoch spektakulär. Der deutsche Rekordmeister verkündete eine "langfristig geschlossene Vereinbarung" mit Videospielehersteller Konami. Das japanische Unternehmen ist verantwortlich für das Fußballspiel "Pro Evolution Soccer" - und hat mit den Bayern und ihrem Stadion einen großen Coup gelandet - und Konkurrent Electronic Art, Hersteller des Spiels "Fifa", geärgert.

Seit mehr als 20 Jahren duellieren sich die beiden Platzhirsche "FIFA" und "Pro Evolution Soccer" (PES) um die Gunst der Video- und Computerspieler. FIFA kam erstmals 1993 auf den Markt, PES 1995 unter dem Namen "Winning Eleven". Fast von Anfang an trumpfte FIFA dank zahlreicher Lizenzen mit realen Spielernamen und Stadien auf und ist bis heute der Platzhirsch. Konkurrent PES - von Spielern gerade in der Anfangszeit wegen seiner realistischeren Spieldarstellung und größerer taktischer Möglichkeiten durchaus geschätzt - versuchte, durch Abkommen mit einzelnen Klubs zumindest partiell zu glänzen und Exklusives zu bieten.

Allianz Arena nur noch bei "Pro Evolution Soccer"

Durch die Kooperation mit dem FC Bayern versetzt Konami Konkurrent Electroni Arts durchaus einen empfindlichen Nadelstich. Zum einen haben die Japaner exklusiven Zugang zu den FC-Bayern-Spielern, die deutlich realistischer als bei der Konkurrenz abgebildet werden.

Zudem ist das Münchner Stadion, die Allianz Arena, in der neuen Saison nur noch in PES zu sehen. Electronic Arts muss den FC Bayern in ein Phantasiestadion packen. Bayernspieler Serge Gnabry wird zudem als PES-Botschafter fungieren, Legenden wie Oliver Kahn und Lothar Matthäus werden ebenfalls ins Spiel integriert.

Für Konami ist es innerhalb kürzester Zeit der zweite große Coup. Erst Anfang Juli hatten die Japaner eine langfristige Partnerschaft mit Manchester United verkündet. Weitere Partner sind unter anderem der FC Barcelona, Juventus Turin und Schalke 04.

© Konami Digital Entertainment

Thiago, Thomas Müller, Manuel Neuer, Niklas Süle, Serge Gnabry und Joshua Kimmich (von links) im neuen Teil von "Pro Evolution Soccer"

In Zukunft E-Sport beim FC Bayern?

Kurios wird der neue Fokus der Bayern auf E-Sport-Aktivitäten, wenn man sich Aussagen aus der Vergangenheit anschaut. "Junge Leute sollen Sport auf dem Trainingsplatz treiben", hatte Präsident Uli Hoeneß erst im vergangenen Jahr geäußert. E-Sport dürfe "auf keinen Fall olympisch werden." Sehr zu Hoeneß' Widerwillen waren die Bayern-Basketballer die ersten in der virtuellen Welt.

"Wir waren im Umgang mit dem Thema sehr konservativ. Was Fußballspiele betrifft, werden wir uns künftig mit dem Thema befassen. Aber ich betone Fußballspiele, nicht Baller- oder Kriegsspiele." Karl-Heinz Rummenigge bei der Vorstellung der Konami-Partnerschaft

Anders als die Bayern war die Deutsche Fußball-Liga (DFL) auf dem E-Sport-Sektor bisher nicht ganz so zurückhaltend. Seit 2012 wird ein deutscher Meister in der "Virtuellen Bundesliga" ermittelt, gespielt wird PES-Konkurrent FIFA. Von den aktuellen Fußball-Bundesligaklubs nehmen bisher nur der FC Bayern, Dortmund, Hoffenheim, Düsseldorf und Freiburg nicht daran teil. Aktueller Deutscher Meister im Einzel und mit dem Team ist der Oberfranke Michael "Megabit" Bittner, der für den SV Werder Bremen spielt.

© BR

Video: Wie geht's weiter mit E-Sport in Deutschland? Die Verbände wehren sich noch gegen den neuen "Sport". Der Bayerische Fußballverband hob bei der Fußballiade 2019 in Landshut aber zumindest E-Fußball ins Rahmenprogramm.