Eric Maxim Choupo-Moting, Serge Gnabry und Lucas Hernandez (v. links) bejubeln den Führungstreffer von Gnabry gegen Schalke 04.
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Eric Maxim Choupo-Moting, Serge Gnabry und Lucas Hernandez (v. links) bejubeln den Führungstreffer von Gnabry gegen Schalke 04.

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    FC Bayern: Nach der "Remis-Krise" zurück an die Spitze

    FC Bayern: Nach der "Remis-Krise" zurück an die Spitze

    Nach dem 2:0-Sieg zum Jahresabschluss auf Schalke, sind die Bayern dort, wo sie sich selbst am liebsten sehen - an der Tabellenspitze. Die WM-Pause kommt für die Bayern zumindest leistungstechnisch zur Unzeit. Eine Bilanz der bisherigen Saison.

    Der ungefährdete 2:0-Erfolg auf Schalke war ein gelungener Jahresabschluss für den FC Bayern München. "Ich hätte natürlich gerne noch weitergespielt, weil wir sehr gut drauf sind", zeigte sich Trainer Julian Nagelsmann nach dem Spiel fast schon enttäuscht über die verfrühte Winterpause. Das letzte Spiel eines Jahres, das wie Nagelsmann vor der Partie zugeben musste "nicht ganz einfach" gewesen war, besonders in dieser Spielzeit.

    Zu eindrücklich in Erinnerung sind seine Aussagen nach der 0:1-Niederlage beim FC Augsburg am siebten Spieltag: "Über alles denke ich nach. Über mich, über Situationen, über alles", gab er damals schmallippig zu Protokoll.

    Furioser Start in die Saison

    Dabei waren die Bayern bravourös und vor allem torreich in die neue Saison gestartet. Dem 5:3-Sieg im Supercup gegen Leipzig folgte eine 6:1-Gala im Eröffnungsspiel gegen den Europa-League-Sieger Eintracht Frankfurt. Wer sollte diese Bayern schlagen, fragten sich viele und noch viel wichtiger: Wer braucht Robert Lewandowski? Der Pole hatte den FC Bayern nach wochenlangem Hin und Her gen Barcelona verlassen und schien erstmal nicht vermisst zu werden.

    Am vierten Spieltag mussten die Bayern zum ersten Mal Punkte abgeben. Gegen Borussia Mönchengladbach gaben die Münchner 33 (!) Schüsse auf das Tor von Yann Sommer ab, doch sie trafen lediglich einmal und mussten einen Gegentreffer hinnehmen nach einem Abwehrfehler von Dayot Upamecano.

    Lewandowski-Diskussion flackert wieder auf

    Als dann auch im nächsten Ligaspiel gegen Union Berlin trotz zahlreicher Chancen wieder kein Sieg heraussprang, trauerte manch Bayern-Fan Robert Lewandowski nun doch hinterher. Dem 1:1 in Berlin folgte die Last-Minute Punkteteilung gegen den VfB Stuttgart und eine Woche später der vorläufige Höhepunkt der Bayern-Krise. Die 0:1 Niederlage beim FC Augsburg, bei dem die Bayern wieder ihre Chancen nicht nutzten.

    Die Diskussion über die Notwendigkeit eines echten gelernten Stürmers war endgültig entfacht. Auf die Frage nach dem Fehlen eines echten "Neuners" der Journalisten nach dem Spiel in Ausgburg blaffte Nagelsmann: "Wenn ich sage, 'nein', sagt ihr, er kennt das Problem nicht. Wenn ich sage 'ja', sagt ihr, er vermisst Lewandowski. Ist doch eigentlich wurscht, was ich sage."

    Enttäuschung von Dortmund als Initialzündung

    Der 4:0-Sieg gegen Leverkusen bracht nur kurze Entspannung. Eine Woche später gingen die Bilder um die Welt von Sportvorstand Oliver Kahn, der nach dem 2:2 Last-Second-Ausgleich in Dortmund vor Wut in seinem Stuhl herunterrutschte. Tags darauf legte Uli Hoeneß im Sonntags-Stammtisch nach in der Stürmer Diskussion: "Ich glaube, das uns schon ein Neuner fehlt", sagte der Ehrenpräsident des FC Bayern im BR Fernsehen damals.

    Doch das 2:2 schien so etwas wie eine Initialzündung gewesen sein, denn seitdem haben die Bayern keinen Punkt mehr abgegeben - nicht in der Bundesliga und auch nicht in der Champions League.

    Rekordsaison in der Champions League

    Dort marschierte man in einer starken Gruppe mit Inter Mailand und dem FC Barcelona ohne Punktverlust durch. Zusätzlich sind die Münchner seit 34 Gruppenspielen ungeschlagen. In dieser Zeit gewannen sie 31 Mal und spielten lediglich drei Mal unentschieden. Mit 18:2 Toren stellen die Roten zudem die stärkste Defensive und den torreichsten Angriff der Champions League in dieser Saison.

    Nagelsmanns Halbserien-Bilanz in den Katakomben der Schalker Arena fiel deshalb sehr positiv aus: "Mit zehn Siegen in Folge und den Tabellensituationen in allen Wettbewerben können wir sehr zufrieden sein. Ich finde, wir haben eine super erste Hälfte gespielt."

    Shootingstar Musiala: Der "geschliffene Diamant"

    Absoluter Lichtblick in der bisherigen Saison ist bisher ganz klar Jamal Musiala. Der Shooting-Star verzückt gerade ganz Fußball-Deutschland. In 22 Pflichtspielen kommt er diese Saison auf 22 Torbeteiligungen - und das mit 19 Jahren. Kapitän Manuel Neuer lobte ihn jüngst in den höchsten Tönen: "Er ist kein Juwel, er ist ein geschliffener Diamant. Der ist Gold wert für uns, in der Nationalmannschaft und bei Bayern.

    Und sein Trainer erkennt sein "extremes Talent". Manchmal habe sein Schützling allerdings auch "etwas Ballglück". Das liege an seinen "extrem schnellen Füßen", die jeden Abpraller bekommen, so Nagelsmann.

    Bayern wollen mit Schwung in die Rückserie gehen

    Für die Bayern gilt es jetzt den "Schwung mitzunehmen in die WM und ins neue Jahr", meint Nagelsmann. Vier Punkte Vorsprung haben die Münchner bereits jetzt auf den Tabellenzweiten aus Freiburg. Ins Fußballjahr 2023 starten die Bayern mit einem Auswärtsspiel bei RB Leipzig. Dann nimmt die Mission elfter Meistertitel in Folge nochmal mehr Fahrt auf.

    Drei Wochen später wartet dann auch das Champions League Achtelfinale und Paris St. Germain. Auch hier wollen die Bayern eine große Rolle spielen. Letztes Jahr war bereits im Viertelfinale Endstation.

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