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FC Bayern kassiert 1:5-Klatsche in Frankfurt | BR24

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Der FC Bayern geht in Frankfurt 1:5 unter. Trainer Niko Kovac verweist zwar auf die frühe Rote Karte gegen Jerome Boateng, stellt aber auch klar, dass die Münchner selbst mit einem Mann weniger nicht so hoch verlieren dürfen.

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FC Bayern kassiert 1:5-Klatsche in Frankfurt

Die Krise ist endgültig da beim FC Bayern München: Nach zuletzt schon schwachen Auftritten leistete sich der Rekordmeister eine deftige 1:5-Niederlage bei Eintracht Frankfurt. Es dürften ungemütliche Wochen werden in München.

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Aufopferungsvoll kämpfende Frankfurter sorgten für die zweite Saisonniederlage der Bayern, die auf den vierten Tabellenplatz abrutschten. Im 500. Bundesligaspiel von Thomas Müller gerieten die Münchner durch die frühe Rote Karte gegen Jérôme Boateng (9./Notbremse) schnell in Unterzahl und damit unter die Räder. Den Bayern fehlten die Lösungen. Torhüter Manuel Neuer verhinderte mit seinen Paraden eine mögliche, noch höhere Niederlage.

"Das ist kein riesiges Wunder, was hier heute passiert ist, sondern das hat sich so ein bisschen angebahnt. In den nächsten Tagen wird es sehr unruhig werden." Bayern-Kapitän Manuel Neuer

Formschwäche zur Unzeit

Ausgerechnet jetzt befindet sich der FC Bayern in seiner größten sportlichen Krise seit einem Jahr, als im Herbst ebenfalls nicht viel zusammenlief. In der Champions League geht es am Mittwoch gegen Olympiakos Piräus, drei Tage später in der Bundesliga gegen Borussia Dortmund - es ist eine Formschwäche zur Unzeit. Dabei kann man den Münchnern rein kämpferisch keinen großen Vorwurf machen. Aber die Eintracht wollte den Sieg einen Tick mehr und zeigte großen Einsatz und noch mehr Spielfreude.

© picture-alliance/dpa

Glatt rot - Jérôme Boateng musste schon nach neun Minuten vom Platz.

Boatengs Platzverweis der Anfang vom Ende

In die Karten spielte den Hessen der frühe Platzverweise von Boateng. Der hatte Goncalo Paciencia kurz vor dem Sechzehner von den Beinen geholt. Schiedsrichter Markus Schmidt pfiff zunächst Elfmeter und zeigte dem Verteidiger die Gelbe Karte. Nach einem Hinweis aus Köln revidierte Schmidt seine Entscheidung: Kein Elfmeter, sondern Freistoß, dafür aber die Rote Karte wegen einer Notbremse. Zwar brachte der Freistoß nichts ein. Die Gastgeber nutzten ihre Überzahl aber sofort aus, störten die Bayern früh und erspielten sich immer wieder Torchancen. In der 25. Minute klingelte es dann zum ersten Mal im Kasten der Bayern - die Eintracht hatte das Leder durch die Hälfte der Bayern kombiniert, von rechts passte Danny da Costa flach in den Strafraum, wo Djibril Sow abzog. David Alaba fälschte den Schuss genau zu Filip Kostic ab, der die Kugel nur noch über die Linie drücken musste.

"Nach der Roten Karte war alles über den Haufen geworfen. Dennoch darf uns das am Ende nicht passieren. Es war heute nicht das, was wir von uns erwarten." Bayern-Trainer Niko Kovac

Eintracht hat immer eine Antwort

Die Bayern versuchten zu antworten, aber die SGE-Abwehr hielt allen Bemühungen der Münchner stand. In der 33. Minute erhöhte Sow sogar auf 2:0 - wieder ein Konter, wieder landete ein abgefälschter bei einem Frankfurter, diesmal bei Sow. Immerhin: Robert Lewandowski schaffte in der 37. Minute den Anschlusstreffer - damit baute er seinen Bundesligarekord aus, traf jetzt in allen zehn bisherigen Ligaspielen.

© picture-alliance/dpa

Goncalo Paciencia nach dem 5:1.

Frankfurt gnadenlos

Nach dem Wechsel suchte Frankfurt die Entscheidung. Und wieder machten es ihnen die Bayern zu einfach: Da Costas scharf Hereingabe verwertete David Abraham zum 3:1 (49.). Im Gegenzug verpasste Lewandowski seinen zweiten Treffer und das 2:3, als er aus guter Position Abraham anschoss. Die Gäste versuchten es weiter, die Tore machten aber die Frankfurter. Martin Hinteregger erhöhte in der 61. Minute per Kopf auf 4:1, Paciencia setzte mit seinem 5:1 in der 85. Minute den Schlusspunkt in einer Partie, die die Bayern so lange nicht erlebt haben.

Kovac angefressen

Auf Fragen nach seiner Zukunft reagierte Kovac nach der Partie angefressen wie selten: "Das weiß ich nicht", sagte er, um nachzulegen: "Wie soll ich das nach dem Spiel wissen?" Sein Fürsprecher Uli Hoeneß gibt in zwei Wochen sein Präsidentenamt ab. Nach einem 1:5 gehen aber auch Hoeneß die Argumente aus. Die Unterstützung für den Trainer dürfte weiter bröckeln.

Eintracht Frankfurt - FC Bayern München 5:1 (2:1)

Frankfurt: Rönnow - Abraham, Hinteregger, N´Dicka - G. Fernandes (80. A. Silva) - da Costa, Rode (71. Gacinovic), Sow, Kostic - Dost (64. Kamada), Paciencia

FC Bayern: Neuer - Pavard, Boateng, Alaba, Davies - Kimmich, Thiago - Müller (64. Javi Martinez), Philippe Coutinho (57. Coman), Gnabry (69. Goretzka) - Lewandowski

Tore: 1:0 Kostic (25.), 2:0 Sow (33.), 2:1 Lewandowski (37.), 3:1 Abraham (49.), 4:1 Hinteregger (61.), 5:1 Paciencia (85.)

Rot: Boateng (9./Notbremse)

Zuschauer: 51.500 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)