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FC Bayern: Hoeneß teilt dem Aufsichtsrat seine Entscheidung mit | BR24

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Nach 40 Jahren in der Klubführung soll die Ära von Uli Hoeneß beim FC Bayern zu Ende gehen.

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FC Bayern: Hoeneß teilt dem Aufsichtsrat seine Entscheidung mit

Stichtag beim FC Bayern: Heute wird Uli Hoeneß seine Entscheidung über seine Zukunft beim Rekordmeister dem Aufsichtsrat mitteilen. Es gilt als wahrscheinlich, dass der 67-Jährige nicht mehr für das Amt des Präsidenten zur Verfügung stehen wird.

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Die Meldung schlug ein wie eine Bombe: Als der FC Bayern Ende Juli noch auf USA-Reise weilte, titelte die "Bild": "Hoeneß hört beim FC Bayern auf." Eine offizielle Bestätigung gab es damals nicht. Der Präsident sagte dem "Kicker" lediglich: "Am 29. August werde ich dem Aufsichtsrat meine Entscheidung mitteilen, vorher gibt es von mir keine offizielle Erklärung."

"Entscheidung nicht innerhalb von zwei Tagen getroffen"

Am Rande eines Golfturniers im August brach Hoeneß dann doch sein Schweigen. "Ich bleibe im Aufsichtsrat. Den Vorsitz gebe ich aber mit dem Amt des Präsidenten zurück, wenn es soweit ist", zitierte die "Bild" Hoeneß. Der Patriarch geht - aber nicht ganz. Der 67-Jährige will also noch als einfaches Mitglied im Kontrollgremium bleiben. Die Nachfolge als Präsident und Aufsichtsratschef soll auf Wunsch von Hoeneß der frühere adidas-Vorstandsvorsitzende Herbert Hainer übernehmen.

Beim Empfang des Ministerpräsidenten für den Double-Sieger FC Bayern am gestrigen Mittwoch (28.08.) betonte der Präsident, dass er an seinem Plan festhalte, die Entscheidung über seine Zukunft am heutigen Donnerstag (29.08.) zunächst dem Aufsichtsrat mitzuteilen. "So eine Entscheidung ist ja nicht innerhalb von zwei Tagen getroffen worden, sondern das ist ein Prozess von circa einem Jahr. Das muss man in Ruhe mit der Familie besprechen und dann eine Entscheidung treffen", erläuterte der 67-Jährige. Gleichzeitig deutete er erneut seinen Rücktritt an:

"Die Hilfe für den FC Bayern hat ja nichts mit dem Amt zu tun. Ich habe immer gesagt, dass ich dem Verein, was immer ich tun kann, zur Verfügung stehe - und das ist nicht an irgendein Amt gebunden." Uli Hoeneß am Mittwoch (28.08.)
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FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß informiert den Aufsichtsrat des Vereins über seine Zukunftsplanung. Hoeneß will angeblich Präsidentenamt und Aufsichtsratsvorsitz abgeben, aber dem Aufsichtsrat erhalten bleiben.

Stoiber bestätigt Rückzug

Der langjährige Weggefährte und FC-Bayern-Aufsichtsrat Edmund Stoiber bestätigte schließlich am Rande der Veranstaltung, was den Aufsichtsrat heute erwartet: den Rücktritt von Uli Hoeneß als Präsident und Aufsichtsratschef. Und der früherer Ministerpräsident glaubt auch die Gründe zu kennen: Vor allem die vergangene Hauptversammlung - Hoeneß und die Führungsriege waren von einem Fan heftig kritisiert worden - sei für Hoeneß "ein Schock" gewesen. Stoiber deutete aber auch an, dass es zuletzt wohl auch immer wieder zu Differenzen zwischen Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge gekommen sei, beispielsweise in der Trainerfrage.

Ende einer Ära

Eine Ära endet also nach 40 Jahren: Hoeneß hatte bis 1979 für die Bayern gespielt. Nach seinem frühen Karriereende wurde er Manager des Klubs. 2009 wechselte er auf den Posten des Präsidenten, den er während seiner Gefängnisstrafe wegen Steuerhinterziehung im Juni 2014 räumte. Nach der Haftentlassung kehrte er im Herbst 2016 zurück. Seit Anfang 2017 ist Hoeneß auch wieder Aufsichtsratsvorsitzender. Hoeneß formte den FC Bayern zum erfolgreichsten Klub Deutschlands. Die Münchner gewannen während seiner Tätigkeit als Manager und Präsident zweimal die Champions League und die große Mehrzahl der insgesamt 29 Meistertitel.

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Eine Ära endet: Uli Hoeneß wird wohl als Präsident und Aufsichtsratschef des FC Bayern aufhören. Von Günter Netzer über Stefan Reuter bis Stefan Kuntz: Was Fußball-Persönlichkeiten zum Rückzug des FC-Bayern-Patrons sagen.