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Der 6. Spieltag der Fußball-Bundesliga in der Saison 2021/22: Das Spiel Greuther Fürth gegen den FC Bayern München in der Zusammenfassung.

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FC Bayern gewinnt souverän gegen Fürth

Drei Innenverteidiger ließ Julian Nagelsmann beim 3:1 Auswärtssieg in Fürth auflaufen - und stärkte damit vor allem die Offensive. Für Greuther Fürth wird es im Tabellenkeller langsam ungemütlich.

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Von
  • Raphael Weiss

Drei Innenverteidiger hatte der neue Bayern-Coach Julian Nagelsmann gegen Greuther Fürth aufgestellt. Mit Niklas Süle, Dayot Upamecano und Lucas Hernández stellte er Manuel Neuer gleich drei exzellente Bodyguards an die Seite, um sein Tor gegen den Tabellenletzten zu verteidigen.

Weder gegen den FC Barcelona, noch gegen Leipzig oder Dortmund hatte Nagelsmann auf so ein Abwehr-Bollwerk gesetzt. Doch es wird nicht nur die Furcht vor dem Fürther Offensiv-Trio Branimir Hrgota, Jeremy Dudziak und Havard Nielsen gewesen sein, die den Bayern-Trainer zu dieser Aufstellung bewogen hat. Denn die solide Abwehrkette bedeutete auch mehr Freiheiten für die Außenverteidiger Alphonso Davies und Benjamin Pavard.

Mehr Freiheiten für Davies

Wie sich das auswirkte, konnte man sehr anschaulich nach zehn Minuten sehen. Fürth war nach einem Ballgewinn weit aufgerückt. Nachdem die Münchner die Kugel wieder erobert hatten, landete sie schnell bei Davies. Umschaltspiel nach dem Geschmack von Nagelsmann.

Der schnelle Flügelspieler hatte die gesamten linken Flügel vor sich. Sein Sprint: nicht einzuholen. Davies flache Hereingabe in den Strafraum konnte Maximilian Bauer noch wegspitzeln, doch der Ball wirkt wie so oft, als würde er vom Gravitationsfeld von Thomas Müller magisch angezogen.

Wie beim Aufwärmen aufgelegt rollt der Ball auf Müller zu, der gerade in den Strafraum einlief und ihn mit dem linken Innenrist gefühlvoll an den linken Innenpfosten setzte. Keine Chance für Fürth-Torwart Sascha Burchert - 1:0.

Sané und Müller teilen sich die Zentrale

Ein weiterer Effekt von Nagelsmanns Aufstellung: Durch die offensivere Ausrichtung der Außenverteidiger spielten die Bayern ohne Flügelstürmer. Leroy Sané und Müller rückten weiter in die Mitte, rochierten und hatten mehr Freiheiten, um die Angriffe der Münchner zu lenken. Besonders Sané schien diese neue Rolle gut zu gefallen. Der Nationalspieler war viel am Ball, bot sich an und versuchte, seine Mitspieler in Szene zu setzen.

Besonders gut klappte das in der 31. Minute. Sané bekam den Ball zentral am Strafraum der Fürther, die viel zu wenig Druck auf ihn ausübten. Ein Ballberührung, ein kurzer Blick nach oben und die perfekte, sanfte Auflage für den heranstürmenden Kimmich.

Anders als Müller visierte Kimmich mit dem rechten Innenrist den rechten Innenpfosten an. Das Ergebnis für Burchert blieb das gleiche: Ein chancenloser Sprung in Richtung des Balles - vergebens. Das 2:0 für Bayern, es war verdient.

75 Prozent Ballbesitz zur Pause

Die Ausrichtung von Nagelsmann funktionierte gut. 75 Prozent Ballbesitz, knapp 400 angekommene Pässe und kaum Gefahr für das eigene Tor nach 45 Minuten.

Doch kurz nach Wiederbeginn war diese Aufstellung auf einmal hinfällig. Mit vier schnellen One-Touch-Pässen spielten die Gastgeber Ex-Bayern Julian Green frei, der sich in Richtung Tor aufmachte.

Die rote Karte zerstört die taktische Ausrichtung

Benjamin Pavard versuchte ihn mit einer riskanten Grätsche zu stoppen, doch sein Fuß traf nur den Knöchel des Fürthers. Nach kurzer Überlegung entscheid Schiedsrichter Robert Schröder auf rot (49.). Ob wegen Notbremse oder hartem Einsteigen? Schröder hatte gute Argumente für beides.

Die Dreier-Verteidigung war damit Geschichte. Süle spielte fortan Rechtsverteidiger, Davies weiter nach hinten gezogen. Fürth kam ab da besser in die Partie, spielte aggressiver und bekam deutlich mehr Spielanteile ohne jedoch die Kontrolle zu übernehmen.

Ehrentreffer für Fürth

Auch in Unterzahl war der FC Bayern die bessere Mannschaft und bestätigte das in der 68. Minute. Ein Freistoß von Kimmich senkte sich scharf in Richtung Robert Lewandowski. Fürth-Verteidiger Sebastian Griesbeck versuchte das achte Saisontor des Polen zu verhindern und spitzelte dabei den Ball in das eigene Tor. Die endgültige Entscheidung.

Auch der Ehrentreffer von Cedric Itten (88.) konnte daran nichts mehr ändern. Wenngleich der Kopfballtreffer von den Fans frenetisch gefeiert wurde.

Greuther Fürth und FC Bayern - zwei Welten treffen aufeinander

Julian Nagelsmann dürfte trotz roter Karte und Gegentor mit dem Auwärtserfolg äußerst zufrieden sein. Für ihn ist es der achte Sieg in Serie. Die Mechanismen in der Mannschaft funktionieren und auch die Dreier-Verteidigung funktionierte für 45 Minuten sehr gut. "Die Rote Karte hat am Ende die größere Tragweite als das Gegentor", sagte Nagelsmann nach dem Spiel. "Am Ende ist es wichtig, gegen einen Aufsteiger zu gewinnen. Wir bleiben vorne, es ist schon in Ordnung", so die nüchterne Analyse des Bayern-Trainers.

Fürth-Coach Stefan Leitl dürfte die Bewertung des Spiels schwerer fallen. Mit einem Sieg wird er vor dem Spiel gegen die Serienmeister nicht gerechnet haben. Seine Mannschaft war engagiert, aggressiv, offensiv eingestellt und doch chancenlos. "Es war eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber den vergangenen Wochen. Wir waren mutig und hatten viele gute Pressingmomente", sagte der Trainer vor dem Spiel und kritsierte dann doch seine Mannschaft ein wenig: "Wir waren lange in Überzahl, da hätten wir mehr draus machen können." Nach einem Punkt aus sechs Spielen wird es für Fürth im Tabellenkeller langsam etwas ungemütlich.

SpVgg Greuther Fürth - FC Bayern München 1:3

Fürth: Sascha Burchert - Meyerhöfer, Bauer, Viergever, Willems (76. Barry) - Griesbeck (76. Tillman), Seguin, Green (86. Leweling) - Nielsen (67. Abiama), Dudziak - Hrgota (76. Itten). - Trainer: Leitl

München: Neuer - Pavard, Süle (86. Stanisic), Upamecano, Hernandez - Kimmich, Goretzka (87. Musiala) - Thomas Müller (76. Gnabry), Leroy Sane (61. Sabitzer), Davies - Lewandowski. - Trainer: Nagelsmann

Schiedsrichter: Robert Schröder (Hannover)

Tore: 0:1 Müller (10.), 0:2 Kimmich (31.), 0:3 Griesbeck (68., Eigentor), 1:3 Itten (88.) Zuschauer: 11.740 (ausverkauft)

Gelbe Karten: Hrgota, Viergever, Abiama, Barry (2) - Leroy Sane, Nagelsmann (Trainer)

Rote Karte: Pavard (München) wegen groben Foulspiels (48.)

Erweiterte Statistik: Torschüsse: 11:12 Ecken: 6:3 Ballbesitz: 37:63 Prozent Zweikämpfe: 77:89

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