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FC Bayern gewinnt Derby gegen starke Augsburger mit 2:0 | BR24

© picture alliance/Matthias Balk/dpa

Bayern-Profi Thomas Müller bejubelt das 1:0 gegen Augsburg.

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FC Bayern gewinnt Derby gegen starke Augsburger mit 2:0

Die kompakte Abwehr des FC Augsburg konnte dem haushohen Favoriten FC Bayern München lange Paroli bieten. Thomas Müller und Leon Goretzka durchbrachen letztlich das Bollwerk und sorgten für den 15. Pflichtspiel-Sieg in Folge.

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Thomas Müller und Leon Goretzka bewahrten die Bayern vor einer misslungenen Party zum 120. Vereinsgeburtstag. Der Rekordmeister kam dank der Treffer der Offensivstars gegen den FC Augsburg zu einem wertvollen 2:0 und verschaffte sich im Titelrennen ein Polster von vier Punkten auf Borussia Dortmund.

Tabellenerster gegen zweitschlechtestes Rückrunden-Team

Während der Rekordmeister mit einer Serie von 14 ungeschlagen Spielen als haushoher Favorit ins Derby ging, schrieb man den Gästen aus Schwaben lediglich krasse Außenseiter-Chancen zu. Das Team von Trainer Martin Schmidt reiste als zweitschlechteste Rückrunden-Mannschaft (fünf Niederlagen in sieben Spielen) nach München. Die Partie am Internationalen Frauentag pfiff Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus.

Luthe statt Koubek im FCA-Tor

Der FCA-Coach überraschte bei seiner Startelf-Aufstellung mit einem Torhüter-Wechsel: Andreas Luthe kam zu seinem zweiten Saison-Einsatz. Der Routinier hatte in der vergangenen Saison beim 1:1 in München eine ganz starke Leistung gezeigt. Stammkeeper Tomas Koubek musste auf der Bank Platz nehmen. Auch Kapitän Daniel Baier stand nach seiner Gelb-Sperre wieder von Beginn an auf dem Rasen. Zudem rotierte Schmidt die Abwehrspieler Raphael Framberger und Iago für Stephan Lichtsteiner, Carlos Gruezo und Ruben Vargas in die Mannschaft.

Bayern-Coach Hansi Flick wechselte gegenüber dem 1:0-Pokalsieg auf Schalke nur auf zwei Positionen: Jérome Boateng und Joshua Zirkzee verdrängten Corentin Tolisso und Leon Goretzka auf die Bank. Anlässlich ihres 120. Geburtstages liefen die Münchner am sonnigen Sonntagnachmittag in einem Sondertrikot auf: Das in weiß und burgunderrot gehaltene Outfit sollte an die erste Meistersaison 1931/32 erinnern.

FCA-Bollwerk hielt in der ersten Halbzeit

Augsburg ging mit einer klaren Marschrichtung in die Partie: Kompakte Defensive durch frühes Attackieren, kein schnelles Gegentor kassieren und Entlastungsangriffe Richtung Manuel Neuers Kasten. Die Taktik ging in der ersten Hälfte komplett auf: Die Hausherren waren zwar überlegen und überzeugten mit knapp 70 Prozent Ballbesitz. Sie konnten aber kaum Durchschlagskraft entwickeln und bis auf einen Schuss von Thomas Müller - quasi mit dem Halbzeit-Pfiff - keine nennenswerten Chancen kreieren.

© picture alliance/augenklick/GES

Bayern-Profi David Alaba im Zweikampf mit Augsburgs Florian Niederlechner

Gleiches Bild bis zur 53. Minute: Augsburgs Defensive stand sicher. Dann aber bediente Boateng den in den Augsburger Strafraum startenden Müller mit einem grandiosen Pass über 45 Meter. Der 30-Jährige enteilte Framberger und versenkte die Kugel rechts unten im Kasten von Luthe.

"Aus der Halbzeit sind wir besser rausgekommen. Trotz drückender Überlegenheit müssen wir uns bei Manu bedanken, dass es dann nicht 1:1 steht. Das ist nicht das Niveau, dass wir spielen wollen. Jetzt müssen wir tief durchatmen und wieder eine Schippe drauflegen. Auch wenn wir hier auf hohem Niveau meckern." Bayern-Kicker Thomas Müller

Die Bayern erhöhten den Druck auf die Gäste und erspielten sich zunehmend Tormöglichkeiten: In der 65. Minute hatte der 18-jährige Niederländer Zirkzee das 2:0 auf dem Fuß. Der beim 0:1 chancenlose Luthe konnte diesmal den Treffer mit einer tollen Parade verhindern. Auch vier Minuten später beim Abschluss von Bayerns Philippe Coutinho vereitelte Luthe mit einer klasse Aktion ein weiteres Gegentor. In der 74. Minute zog Serge Gnabry den Kürzeren gegen den Keeper der Fuggerstädter.

Niederlechner vergibt Riesenchance zum 1:1

Mitten in der Drangphase der Hausherren hatten die Augsburger die Riesenchance zum Ausgleich: Konter über die linke Seite mit dem eingewechselten Vargas und Alfred Finnbogason (80. Minute). Der Isländer bediente Florian Niederlechner, der aus sechs Metern an Nationalkeeper Neuer scheiterte. Den Abpraller setzte der Stürmer knapp gegen den linken Pfosten.

"Den Treffer muss ich einfach machen. Das tut mir leid für die Mannschaft. Schade! Wir hatten jetzt drei schwierige Gegner. Aber die Partie macht Mut und gibt uns Selbstvertrauen. Gegen Wolfsburg wollen wir unbedingt gewinnen." FCA-Profi Florian Niederlechner

In der 88. Minute avancierte der 29-jährige Niederlechner erneut zum Pechvogel, als er beim Zuspiel vorm Strafraum einen kleinen Hauch zu früh startete, um sich von Boateng zu lösen. Über seinen Treffer durfte er nur kurz jubeln - dieser wurde von Steinhaus wegen Abseits zurückgenommen.

Entscheidung durch Goretzka

In der Nachspielzeit fiel dann das entscheidende 2:0 durch eine sehenswerte Kombination von Serge Gnabry und Leon Goretzka. Der Joker versenkte die Kugel flach im langen Eck, Luthe musste zum zweiten Mal hinter sich greifen. Die Mannschaft von Trainer Hansi Flick blieb zum vierten Mal nacheinander ohne Gegentreffer. Die Augsburger müssen aufpassen, nicht weiter in den Tabellenkeller zu rutschen.

In beiden Fanblöcken gab es in der Münchner Arena das ein oder andere Plakat gegen den DFB zu sehen, aber es gab keine Sprüche oder Aktionen, die das Eingreifen von Schiedsrichterin Steinhaus erfordert hätten.

FC Bayern München - FC Augsburg | 2:0 (0:0)

München: Neuer - Pavard, Jerome Boateng, Alaba, Davies - Kimmich, Thiago (85. Martinez) - Thomas Müller - Gnabry, Zirkzee (70. Goretzka), Coutinho (84. Hernandez). Trainer: Flick

Augsburg: Luthe - Framberger, Gouweleeuw, Jedvaj (80. Uduokhai), Iago - Khedira, Baier - Richter, Löwen (75. Finnbogason), Max (67. Vargas) - Niederlechner. Trainer: Schmidt

Schiedsrichterin: Bibiana Steinhaus (Langenhagen)

Tore: 1:0 Thomas Müller (53.), 2:0 Goretzka (90.+1)

Zuschauer: 75.000 (ausverkauft)

Gelbe Karte: Thiago (7)

© BR/Philipp Nagel

0:2-Niederlage beim FC Bayern München - aber die Augsburger machten dem Rekordmeister das Leben sehr schwer. Diese Leistung macht den Schwaben Hoffnung, um die nächsten Spiele positiv anzugehen, betont FCA-Stürmer Marco Richter.