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FC Bayern: Coutinho und Cuisance da - Kovac' Mittelfeld-Puzzle | BR24

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Nach der Vorstellung von Philippe Coutinho am Montag hat der FC Bayern seinen nächsten Neuzugang präsentiert: Mickaël Cuisance. Der 20-jährige Franzose will "alles geben, um mit der Mannschaft die Saisonziele zu erreichen."

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FC Bayern: Coutinho und Cuisance da - Kovac' Mittelfeld-Puzzle

FC-Bayern-Trainer Niko Kovac konnte erstmals mit seinem kompletten Kader trainieren. Mit den jüngsten Neuzugängen Philippe Coutinho und Mickaël Cuisance hat er zwölf Mittelfeldspieler für maximal fünf Positionen. Frust scheint vorprogrammiert.

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Im Münchner Nieselregen betrat Niko Kovac bestens gelaunt den Trainingsplatz an der Säbener Straße. Kovac wurde flankiert von den jüngsten Neuzugängen Philippe Coutinho und Mickaël Cuisance. Ein kurzes Foto für die Presse, dann konnten sich Kovac und sein Team einer 85-minütigen Einheit widmen.

Die Transferplanungen beim deutschen Rekordmeister sind abgeschlossen. Jetzt liegt es an Kovac, aus dem zuletzt doch recht hochkarätig verstärkten Kader eine Mannschaft mit Titelansprüchen zu formen. Mehr noch: Nur Siege werden Kovac nicht reichen. Die Ansprüche, attraktiven Fußball zu spielen, sind gewachsen.

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge ist "überzeugt, dass wir mit diesem Kader eine erfolgreiche Saison sehen werden. Die Fans werden Spaß haben, speziell mit der Offensive", sagte er schon bei der Vorstellung von Coutinho am Montag (19.08.19). Rummenigge, der in der Vergangenheit immer wieder offen Druck auf Kovac aufgebaut hatte, lässt keine Zweifel offen: Mit diesem Kader müssen Titel her.

"Wir sind total zufrieden mit dem Transfermarkt: Wir haben zwei Weltmeister aus Frankreich, einen Vizeweltmeister, einen frisch gebackenen Sieger der Copa America, dazu zwei talentierte junge Spieler". Karl-Heinz Rummenigge

Kovac und das Überangebot im Mittelfeld

Kovac hatte sich dezent beschwert, dass ihm zuwenige Spieler zur Verfügung stünden. Nach den Verpflichtungen von Coutinho und Cuisance und wenige Tage zuvor Ivan Persisic hat der Trainer nun zwar einen ausreichend bestückten Kader, dafür aber ein Luxusproblem: Für das opulent aufgeblasene Mittelfeld stehen ihm zwölf Kicker zur Verfügung. Ganz egal, ob er sein bevorzugtes 4-1-4-1- oder 4-3-3-System spielen lässt, hat Kovac aber nur fünf Plätze in der Startelf zu vergeben.

Thiago, Javi Martínez, Kingsley Coman, Serge Gnabry, Coutinho, Perisic, Thomas Müller, Corentin Tolisso, Leon Goretzka, Renato Sanches, Cuisance und Alphonso Davies sind die Kandidaten. Einige flexibel einsetzbar zwischen defensivem und offensivem Mittelfeld, andere eher auf feste Positionen fixiert.

Riskiert Kovac die Rotation?

Kovac' Hauptproblem: In der vergangenen Saison versuchte der Trainer, gerade zu Saisonbeginn allen Kickern ausreichend Spielzeit zu geben. Die Bayern schlitterten in eine tiefe Krise, verloren den Anschluss an Borussia Dortmund - eine verkorkste Saison drohte. Erst als Kovac im Herbst auf Experimente verzichtete und sich immer stärker auf eine feste Startformation fixierte, kam der Erfolg zurück. Dortmund wurde noch abgefangen, am Ende der Saison stand das Double.

Kaum denkbar, dass Kovac noch einmal Rotations-Versuche wie in der vergangenen Saison wagt. Heißt aber auch: Bei zwölf Mittelfeldspielern ist bei mindestens sieben Kandidaten schon früh in der Saison Frust und Unzufriedenheit denkbar.

Renato Sanches hatte sich schon nach dem ersten Bundesligaspiel öffentlich über seine Nicht-Berücksichtigung in der Startelf geärgert - und wurde prompt dafür abgewatscht. Neuzugang Cuisance hatte in Mönchengladbach eine Stammplatzgarantie gefordert. Ähnliche kecke Töne darf er in München nicht von sich geben.

Auch andere Spieler aus dem erlauchten Zwölfer-Mittelfeldkreis, gespickt mit Weltmeistern, Vize-Weltmeistern und ehemaligen Weltmeistern, zählen nicht unbedingt zum Kreis der Leisesprecher. Kovac ist gefordert: als Moderator, Mediator, Krisenmanager. Für die Bayern beginnt die neue Saison so richtig erst jetzt.

© BR

Video: Stimmen zur FC-Bayern-Verpflichtung von Philippe Coutinho