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FC Bayern vor Dortmund: Blockade in großen Spielen? | BR24

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Spielszene Borussia Dortmund gegen FC Bayern München

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FC Bayern vor Dortmund: Blockade in großen Spielen?

Vor dem "geilsten Spiel der Saison", wie Leon Goretzka die Partie seines FC Bayern gegen Borussia Dortmund nennt, erhöhen Trainer Niko Kovac und Präsident Uli Hoeneß den Druck. In großen Spielen hielten die Bayern-Profis dem allerdings selten Stand.

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Souveräne Auftritte des FC Bayern München gegen wirklich starke Gegner sucht man in dieser Saison zwar nicht vergeblich. Im Vergleich zu früheren Jahren waren sie aber dünn gesät. Das 0:0 im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League beim FC Liverpool zählt sicher dazu, auch der 1:0-Heimsieg gegen RB Leipzig kurz vor Weihnachten war so eine Partie. Davon abgesehen glänzten die Münchner aber vor allem gegen schwächere Teams.

Wenn ein Gegner dagegenhält oder einfach hohe individuelle Qualität auf den Platz bringt, dann hat der Rekordmeister Schwierigkeiten. So gesehen in den Champions-League-Spielen gegen Ajax Amsterdam (1:1, 3:3), dem Achtelfinal-Rückspiel gegen Liverpool (1:3) oder im Hinspiel in Dortmund (2:3).

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"Am Samstag, 18.30 Uhr, darf es keine Ausreden geben. Da muss gegen Dortmund geliefert werden", sagt FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Dortmund, Amsterdam Liverpool - bisher konnte Niko Kovac noch kein vermeintlich "großes Spiel" gewinnen.

Kovac: Mache mir selbst am meisten Druck"

Dass Präsident Hoeneß gegen den BVB einen Sieg gefordert hat, sieht Trainer Kovac gelassen. Den Druck, so sagt er, erhöhe das nicht. "Den meisten Druck mache ich mir selbst." Aber gilt das auch für seine Spieler? Zweifel sind angebracht. Denn anders als in früheren Jahren fehlte den Bayern-Profis in dieser Spielzeit häufig die Souveränität und die Dominanz in den großen Spielen.

Unterschiedliche Wahrnehmung

Zuletzt beschlich einen auch das Gefühl, Verantwortliche und Mannschaft hätten eine unterschiedliche Wahrnehmung. So polterte Sportdirektor Hasan Salihamidzic nach dem 1:1 in Freiburg ordentlich los, während einzelne Akteure die eigene Leistung nicht so kritisch sahen.

Und nach dem kuriosen 5:4 im DFB-Pokal gegen den Zweitligisten 1. FC Heidenheim wurde Kovac deutlich ("Solch ein Spiel wird man nicht zweimal in einer Woche spielen, da können Sie sicher sein"). Gleichzeitig darf man schon fragen, wie die Profis ihre Prioritäten setzen, wenn etwa Jérôme Boateng nach dem Spiel gegen den Borussia Dortmund eine Party in der Münchner Nobeldisco P1 ansetzt.

Heidenheim als Warnschuss?

"Das ist das geilste Spiel der Saison, darauf wartet ganz Deutschland", sagt zwar Nationalspieler Leon Goretzka. Für den Mittelfeldspieler, der vor der Saison vom FC Schalke 04 nach München kam, ist die Partie Bayern-Dortmund aber auch eine neue Erfahrung, die er erst zum zweiten Mal erlebt. In die Vorfreude und Kampfeslust der Bayern-Stars mischt sich deshalb auch Nachdenklichkeit. Wie soll die instabile Münchner Defensive die Turbo-Offensive des BVB um Marco Reus stoppen, wenn sie schon gegen einen Zweitligisten vier Tore kassiert?

"Dieses verrückte Spiel gibt so viele Möglichkeiten der Interpretation. Wir werden mehr das Positive herauspicken." FC-Bayern-Spieler Thomas Müller nach dem Heidenheim-Spiel

Für Hoeneß sind es am Samstag die 90 Minuten der Wahrheit: "An eine Niederlage denke ich gar nicht. Wir müssen gewinnen, dazu gibt es für mich keine Alternative." Es geht um Platz eins. Darum, der Beste zu sein. Wie in dieser Saison gegen Ajax, Liverpool und eben den BVB. Meist mit dem schlechteren Ausgang.

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Das Bundesliga-Spitzenspiel zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund könnte die Saison entscheiden: "Wer das Spiel gewinnt, der wird Meister", sagt "Kaiser" Franz Beckenbauer.