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Fans im Supercup - Rummenigge begeistert, Ärztechef entsetzt | BR24

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Fans beim Supercup in Budapest

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    Fans im Supercup - Rummenigge begeistert, Ärztechef entsetzt

    15.500 Fans erlebten trotz Coronawarnungen das Supercupfinale in Budapest. Während Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge die UEFA für diese Entscheidung lobte, sieht Frank Ulrich Montgomery vom Weltärztebund darin ein falsches Signal.

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    Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bedankte sich nach dem Gewinn des europäischen Supercups bei UEFA-Präsident Aleksander Ceferin für die "professionelle Durchführung" des umstrittenen Finales. "Das war ein wichtiger Schritt zurück zur Fußballkultur, zu Emotionen und Atmosphäre im Stadion", sagte Rummenigge, der am Freitag seinen 65. Geburtstag feierte, als hätte es all die Diskussionen um die Sinnhaftigkeit der UEFA-Entscheidung nie gegeben.

    Weil Budapest wegen hoher Coronafallzahlen zuletzt zum Risikogebiet erklärt worden war, war die Austragung des Endspiels in Ungarn im Vorfeld teils scharf kritisiert worden. Trotzdem wurden 15.500 Zuschauer zugelassen. Ceferin hatte seinen "Testballon" zuvor verteidigt und den Kritikern "politische Kampagnen" vorgeworfen.

    Rummenigge freute sich nach dem 2:1 (1:1, 1:1) nach Verlängerung gegen den FC Sevilla nun über "ein herrliches Gefühl, diesen Titel wieder mit unseren Fans zu feiern". "Als ich nach dem Spiel in das Stadionrund geblickt habe, habe ich sehr viele glückliche Bayern-Fans gesehen."

    Die Fans erinnerte er auch nochmals an die Möglichkeit, "sich bei uns in der Allianz Arena nach der Rückkehr kostenlos auf das Coronavirus testen zu lassen." Klar ist aber auch: Alle Anhänger, die Budapest waren, müssen nach ihrer Rückkehr in Deutschland erst einmal in Quarantäne.

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    Frank Ulrich Montgomery

    Montgomery: "Verheerendes Zeichen"

    Scharfe Kritik an der Austragung der Partie vor Zuschauern kommt derweil von Frank Ulrich Montgomery, dem Vorstandsvorsitzenden des Weltärztebundes: "Der Fußball scheint offenbar Narrenfreiheit zu genießen. Das ist kontraproduktiv und ein falsches Signal", sagte Montgomery der "Passauer Neuen Presse".

    "Wenn die Bürgerinnen und Bürger nicht mehr ihre Ferien im Ausland verbringen können, aber Bosse und Spieler des FC Bayern in Hochrisikogebiete fliegen, ist das ein verheerendes Zeichen", kritisierte der 68 Jahre alte Montgomery. Wenn Funktionäre und Spieler soziale Verantwortung übernehmen wollten, sollten sie nicht nur an ihre Portemonnaies und die Einnahmen aus Spielen denken, sagte der Chef des Weltärztebundes.