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Ex-Radprofi Hondo gesteht Blutdoping bei Erfurter Sportarzt | BR24

© picture-alliance/dpa

Danilo Hondo

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Ex-Radprofi Hondo gesteht Blutdoping bei Erfurter Sportarzt

Der ehemalige Rad-Profi Danilo Hondo hat gestanden, 2011 beim Erfurter Sportmediziner Mark S. Blutdoping betrieben zu haben. Nach seinem Interview mit der ARD-Dopingredaktion wurde der 45-Jährige vom Schweizer Verband als Trainer freigestellt..

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"Er hatte dann schon vehement versucht, Druck auszuüben, dass das schon eine Geschichte ist, die Sinn macht, die doch sehr weit verbreitet ist", sagt Hondo in einem Bericht der ARD über den Arzt: "Dann habe ich schlussendlich leider Gottes den großen Fehler meines Lebens getan und dieser Geschichte zugestimmt."

Schweizer Verband stellt Hondo frei

Der heute 45-jährige Hondo begann seine Karriere als Bahnradsportler. 1994 wurde er Weltmeister in der Mannschaftsverfolgung. 1997 wechselte er zum Straßenradsport, von 1993 bis 2003 war er beim Team Telekom, wo er bei verschiedenen Rundfahrten Etappensiege feiern konnte. Zuletzt arbeitete Hondo als U23-Nationaltrainer der Schweiz. Direkt nach seiner Dopingbeichte stellte ihn der Schweizer Radsport-Verband als Nationaltrainer frei. Hondo, der schon länger im Tessin lebt, hatte den Verband vor dem Interview informiert.

Hondo dopte schon 2005, zuletzt 2011

Bei der Murcia-Rundfahrt war Hondo 2005 in zwei A-Proben positiv auf das Dopingmittel Carphedon getestet und zwei Jahre gesperrt worden. 2008 kehrte er in den Radsport zurück, 2010 wechselte er zum Team Lampre. In dieser Zeit hatte er auch Kontakt zum Erfurter Sportarzt Mark S., der ihn 2011 zum Blutdoping überredet habe.

"Ich hatte diesen schwachen Moment", sagte Hondo in der ARD. "Und es war nach diesen Gesprächen dann auch fast diese Neugier, was passiert da? Was ist Blutdoping? Was bewirkt das?" Da er mehrere Jahre nicht gefahren war und kein Geld verdient hatte, habe ihm Mark S. erklärt, "dass es eigentlich fast alle Athleten praktizieren – das hat mich dann so überzeugt."

Erster Name von 21 verdächtigen Sportlern

Der Erfurter Sportarzt soll der Drahtzieher eines internationalen Doping-Netzwerks sein. Bisher war lediglich bekannt, dass mindestens 21 Sportler aus acht Nationen und fünf Sportarten Blutdoping bei ihm praktiziert haben sollen, darunter auch ein deutscher Olympiateilnehmer. Auslöser der staatsanwaltlichen Ermittlungen war der Film "Die Gier nach Gold" der ARD-Dopingredaktion.